Warum Redakteure die einfache Sprache lieben sollten

Leichte Sprache – hm, ja. Wir verstehen natürlich, dass das sinnvoll ist. Aber als Menschen, die täglich mit Sprache arbeiten haben wir doch gewisse Probleme damit.
Sie mag leicht verständlich sein, doch es fehlt Vieles, was schöne Sprache ausmacht: Leichte Sprache wirkt durch die vielen kurzen Sätze stakkatohaft. Der sehr kleine Wortschatz erlaubt wenig Spiel mit der Sprache. Für konventionelle Leser werden längere Texte in Leichter Sprache schnell langweilig. Man versteht zwar alles, aber Es fehlt der Wow-Effekt: Wow, ich will den Text unbedingt zu Ende lesen, auch wenn mich der Inhalt nicht unbedingt interessiert.
Das alles haben wir bei der einfachen Sprache nicht. Man benötigt keine 500.000 Wörter, um einen leserfreundlichen, verständlichen und attraktiven Text zu schreiben. Das wird häufig missverstanden. Wir haben bei der einfachen Sprache komlexere Sätze, dadurhc wird es einfacher, die einzelnen Sätze und Absätze zu verbinden.
Vor allem die Online-Schreiber und Radio-Schreiber müssen sich kaum umstellen. Wir sind schon rein beruflich dazu angehalten, unsere Sätze möglichst kurz und einfach zu halten. Schachtelsätze sind zwar beleibt bei einigen deutschen Klassikern. Ansonsten sind sie aber kein Zeichen sprachlicher Qualität.
Wenn Sie Ihre Texte einfach schreiben, werden Sie weniger Leser verlieren. Auch wenn das keiner von uns zugeben mag: Wir schreiben, um gelesen zu werden. Nichts ist schlimmer, als auf die Leserzahlen zu schauen und zu sehen, dass sie sich nicht nach oeben bewegen. Mit einfacher Sprache erreichen Sie genau das: Sie werden gelesen und Sie werden verstanden.