Bewegen = motorische Behinderung

Unter dem Begriff motorische Behinderung werden alle Einschränkungen der körperlichen Bewegungsfähigkeit zusammengefasst. Spontan denkt man an den Menschen, der im Rollstuhl sitzt. Auch hier können die Einschränkungen sehr unterschiedlich sein. Einige Menschen können kurze Strecken zu Fuß laufen. Vor allem ältere Menschen benutzen Gehwagen, die sie zum Gehen und Abstützen verwenden. Bei anderen sind sowohl die Bewegungsfähigkeit der Arme als auch der Beine eingeschränkt, zum Beispiel bei der Glasknochenkrankheit. Daneben gibt es einige Erkrankungen wie Rheuma, Parkinson oder Multiple Sklerose, die oft – aber nicht nur – im Alter auftreten.
Je nach dem, wie stark die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist, werden ganz unterschiedliche Hilfsmittel eingesetzt. Manchmal reicht es aus, eine spezielle Maus zu verwenden, die einfacher zu benutzen ist als die Standardmaus. Manche verzichten ganz auf die Maus und setzen vor allem die Tastatur ein. Das sind vor allem Menschen mit feinmotorischen Störungen.
Daneben gibt es weitere Hilfsmittel. Die einfachste Möglichkeit zur Computerbedienung ist die Sprachsteuerung. Ein relativ neuer Trend sind die in die Betriebssysteme integrierten Spracheingaben. Auf dem Markt gibt es einige kommerzielle Spracheingabe und -steuerungsprogramme, die aber in erster Linie als Diktiersoftware gedacht sind. Das bekannteste Programm ist Dragon Naturally Speaking. Die klassische Sprachsteuerung basiert auf festen Befehlssätzen. Ähnlich wie bei den Tastenkombinationen oder bei der Shell müssen bestimmte Befehle auswendig gelernt werden.
Apple hat 2011 Siri vorgestellt, ein Spracheingabe-System, das intuitiv bedienbar sein soll. Für Android gibt es analoge Lösungen wie etwa die App Iris. Der große Durchbruch lässt noch auf sich warten, aber es ist absehbar, dass diese intuitiven Spracheingabe-Systeme auch am PC die Zukunft der Steuerung sein werden.
Bei starken motorischen Einschränkungen werden auch Augen- oder Zungensteuerungen eingesetzt. Ähnlich wie bei der Maus wird ein Cursor mit dem Gerät über den Bildschirm gesteuert. Über eine Tastatur, die auf dem Bildschirm eingeblendet wird, können Texte geschrieben werden.
Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass es sehr anstrengend ist, längere Texte damit zu schreiben. Die Augensteuerung könnte in Zukunft eine größere Rolle spielen.
Für motorisch eingeschränkte Menschen ist es schwierig, dynamische Elemente zu bedienen, weil sie auf Mausaktivität ausgelegt sind. Beliebt sind zum Beispiel die Dropdown-Menüs. Der Mauscursor muss dabei sehr exakt gesteuert werden und es kann schnell passieren, dass das falsche Element angeklickt wird.

Übungen

  • Wechsele die Hand, mit der du normalerweise die Maus einsetz. Wenn du also Rechtshänder bist, benutze die Maus konsequent mit der linken Hand. Versuch zum Beispiel einmal, eines dieser dynamischen Aufklappmenüs zu öffnen und einen bestimmten Link zu aktivieren. Die Feinmotorik ist in der bevorzugten Hand stärker ausgeprägt, Rechtshändern fällt es also leichter, mit der rechten Hand feinmotorische Bewegungen wie das Schreiben oder dast Steuern des Cursors durchzuführen. Allerdings gewöhnt man sich sehr schnell daran, die andere Hand einzusetzen.
  • Versuche als nächstes, die Maus ganz wegzulegen und nur die Tastatur einzusetzen. Dabei steuerst du die Webseite über die Pfeiltasten, die Tabulatortaste verwendest du zur Ansteuerung von Links oder Formularelementen. Zum Aufrufen eines Links oder zum Absenden des Formulars kannst du die Leertaste oder Return verwenden. Dazu den Absendenbutton mit der Tabulaturtaste fokussieren und dann Return drücken. Bei den meisten anklickbaren Objekten wie Links oder Buttons taucht ein gepunkteter Rahmen auf, wenn das Element fokussiert wird. Bei den Eingabefeldern von Formularen taucht hingegen ein blinkender Cursor auf.
  • Bei aktuellen Betriebssystemen ab Windows 7 gibt es Spracheingabesysteme. Leider habe ich selbst keine Erfahrung damit, aber versuche doch einmal, mit diesen Systemen zu arbeiten.

Wenn Du es nicht machst, macht es keiner