Barrierefreiheit bei der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB)

Screenshot der Website der Bundeszentrale für politische BildungDie Bundeszentrale für politische Bildung hat eigentlich den Auftrag, zur allgemeinen politischen Bildung beizutragen. Leider tut sie das, wenn überhaupt, nur eingeschränkt. Es fehlt offenbar am Willen zur Barrierefreiheit.

Aus Politik und Zeitgeschichte – Popkorn für eine gebildete Elite

Als Beispiel mag hier die Schriftenreihe „Aus Politik und Zeitgeschichte“ dienen:

Wie groß der Anteil der Menschen ist, deren vorhandene Kompetenzen niedriger sind, als die von der Gesellschaft erwarteten, ist nicht leicht zu bestimmen. Denn Literalität ist relational. Die Anforderungen an Schriftsprachlichkeit sind historisch und kulturell variabel. Sie haben sich in den vergangenen Jahren insbesondere durch die Verbreitung digital verarbeiteter Schrift deutlich erhöht. Der gesellschaftliche Wandel kann somit als ein Bedingungsfaktor des funktionalen Analphabetismus beschrieben werden.

Quelle: Sven Nickel. Funktionaler Analphabetismus – Hintergründe eines aktuellen gesellschaftlichen Phänomens. Leichte und Einfache Sprache – AUS POLITIK UND ZEITGESCHICHTE (APUZ 9–11/2014) hier online
Kurioserweise geht es in diesem Dossier um verständliche Sprache. Doch könnten die Leute, um die es geht, dieses Machwerk zwar lesen, aber wahrscheinlich würden sie es nicht verstehen.
Das gilt leider für die meisten Dossiers und Schriften der BPB. Was immer die Grundlage für die Auswahl der Texte ist, Verständlichkeit ist kein relevantes Kriterium.
Bei vielen weiteren Publikationen wie der Schriftenreihe drängt sich der Verdacht auf, dass nicht die normale Bevölkerung, sondern eine ohnehin gut informierte Wissenselite die bevorzugte Zielgruppe der BPB ist. Mit anderen Worten, die BPB-Mitarbeiter erreichen vor allem Personen, die wie sie selbst überdurchschnittlich gut gebildet und informiert sind. Es handelt sich um – vermutlich stark subventionierte – Lizenzausgaben, die breite Öffentlichkeit bezuschusst also das Bildungsbedürfnis von Leuten, die sich die Bücher auch zum realen Preis kaufen könnten.

Kaum Informationen zur Barrierefreiheit

Interessant ist auch, wie das Thema Barrierefreiheit bei der Bundeszentrale für politische Bildung ausgespart bleibt. So lädt man zwar dazu ein, Themenvorschläge für APUZ einzureichen. Doch ist mein Vorschlag, ein Dossier zum Thema Barrierefreiheit zu machen von dem zuständigen Redakteur abgelehnt worden, Begründung hat man sich gespart. Offenbar ist das Thema weder wichtig genug, es für die eigene Arbeit zu berücksichtigen noch darüber zu schreiben.

Die Website

Technisch gesehen ist die Website recht veraltet und erfüllt keine modernen Webstandards, geschweige denn aktuelle Anforderungen der Barrierefreiheit. Es fehlen etwa Aria-Orientierunspunkte, die Navigationen sind nicht ordentlich ausgezcihnet, auf der Startseite ist keine H1 zu finden, aktuelle Kontrast-Anforderungen werden nicht erfüllt.

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