Neues zur Barrierefreiheit im März 2019

Verschiedene mobile GeräteAufreger des Monats war ein Ereignis, dass man wohl als Apple-Gate bezeichnen könnte. Apple schaltete mit einem iOS-Update eine Funktion frei, mit der Webseiten die Information erhalten, dass der Nutzer Hilfstechnologien auf seinem Gerät aktiviert hat. Über Sinn und Unsinn einer solchen Funktion ist viel gestritten worden. Dass Apple diese Funktion per Standard-Einstellung aktiviert hat, ist auch deshalb äußerst fragwürdig. Das Unternehmen hält immerhin viel auf den eigenen Datenschutz. Dazu passt der Umgang mit so einer Funktion nicht. Marco Zehe hat ausführlich beschrieben, zu welchen Problemen das führen kann.
Der lang erwartete European Accessibility Act hat am 13.3. eine weitere Hürde genommen. Er ist nun vom EU-Parlament abgesegnet worden. Der EAA soll einen einheitlichen Markt für barrierefreie Produkte in der EU schaffen und schreibt zum beispiel Barrierefreiheit bei Bankgeschäften und Kommunikationsgeräten vor. Das European Disability Forum hat zurecht kritisiert, dass der Rechtsakt weit hinter den Anforderungen behinderter Menschen zurückbleibt. Das Ganze muss natürlich noch in nationales Recht umgesetzt werden, hinzu kommen die Übergangsfristen – es wird also noch einige Jahre dauern, bis der Rechtsakt eine spürbare Wirkung hat.
Die Studie einer Wirtschafts-Psychologin befasst sich mit der Bedeutung der Haptik bei Produkten.

Was gabs noch?

Der März war insgesamt eher ruhiger. Alle folgenden Artikel gibts nur auf Englisch.
Das Projekt WebAXE hat eine Liste englischsprachiger Newsletter zur digitalen Barrierefreiheit veröffentlicht.
Design Thinking ist der letzte Schrei in der Kreativ-Szene. Es gibt nun ein Framework, um diese Methode inklusiver zu gestalten, so dass auch behinderte Menschen mitmachen können.
Ein weiterer Leitfaden zeigt, wie die Prinzipien von Inklusion und Barrierefreiheit in Design-Teams stärker berücksichtigt werden können.
Level Access hat Experten gefragt, was 2019 und die nahe Zukunft in Sachen digitale Barrierefreiheit bringen. Das Ergebnis wurde in einem kostenlosen Whitepaper zusammengefast .

Tools

Forscher haben eine geschlechtsneutrale Sprachausgabe für Sprach-Assistenten entwickelt. Die meisten Assistenten verwenden eine weibliche Stimme. Die Stimme heißt Q und eine Hörprobe gibts im folgenden Video:

Die Technische Hochschule Köln hat eine Liste von Programmen veröffentlicht, welche die Lehre inklusiver bzw. barrierefreier gestalten sollen.
Microsoft hat sein Tool Accessibility Insights Open Source gemacht. Das Tool ist dazu gedacht, gängige Probleme der Barrierefreiheit bei Webseiten und Anwendungen aufzuspüren.
Ironischerweise hat Google ein kostenloses Tool veröffentlich, um Apps auf iOS barrierefreier zu machen. Vielleicht sollten sie es einmal auf ihre eigenen Tools und Android-Apps ansetzen, dort sind deutlich mehr Probleme zu finden: Wie barrierefrei ist Google?.
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Wenn Du es nicht machst, macht es keiner