{"id":10146,"date":"2025-07-25T17:30:31","date_gmt":"2025-07-25T15:30:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/?page_id=10146"},"modified":"2025-07-25T17:48:08","modified_gmt":"2025-07-25T15:48:08","slug":"interview-mit-maria-korneeva-ueber-ihr-buch-zur-barrierefreien-web-entwicklung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/podcast-videocast-digitale-barrierefreiheit\/interview-mit-maria-korneeva-ueber-ihr-buch-zur-barrierefreien-web-entwicklung\/","title":{"rendered":"Interview mit Maria Korneeva \u00fcber Ihr Buch zur barrierefreien Web-Entwicklung"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/digitale-barrierefreiheit.podigee.io\/317-interview-mit-maria-korneeva-uber-ihr-buch-zur-barrierefreien-web-entwicklung\/embed?context=external&#038;theme=default\" style=\"border: 0\" frameBorder=\"0\" height=\"100\" width=\"100%\"><\/iframe><br \/>\nMit der Entwicklerin Maria Korneeva spreche ich \u00fcber ihr neues Buch zur barrierefreien Web-Entwicklung. Das Transkript wurde mit KI optimiert. Alle Fehler und Ungenauigkeiten gehen auf mein Konto.<\/p>\n<p>Domingos: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts zur digitalen Barrierefreiheit. Heute habe ich seit Langem mal wieder einen Gast dabei: Maria Korneeva.<br \/>\nMaria hat ein Buch \u00fcber barrierefreie Webentwicklung geschrieben \u2013 ein deutschsprachiges Buch, was in diesem Bereich leider immer noch eine Seltenheit ist. \u00dcber dieses Buch und ihre Erfahrungen wollen wir heute sprechen.<br \/>\nErst einmal vielen Dank, Maria, dass du dir die Zeit f\u00fcr das Interview nimmst.<br \/>\nMaria: Danke dir f\u00fcr die Einladung, Domingos.<\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_82_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-white ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalt<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/podcast-videocast-digitale-barrierefreiheit\/interview-mit-maria-korneeva-ueber-ihr-buch-zur-barrierefreien-web-entwicklung\/#Ueber_Marias_Hintergrund\" >\u00dcber Marias Hintergrund<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/podcast-videocast-digitale-barrierefreiheit\/interview-mit-maria-korneeva-ueber-ihr-buch-zur-barrierefreien-web-entwicklung\/#Arbeit_in_der_Barrierefreiheit\" >Arbeit in der Barrierefreiheit<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/podcast-videocast-digitale-barrierefreiheit\/interview-mit-maria-korneeva-ueber-ihr-buch-zur-barrierefreien-web-entwicklung\/#Das_Buch\" >Das Buch<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-4\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/podcast-videocast-digitale-barrierefreiheit\/interview-mit-maria-korneeva-ueber-ihr-buch-zur-barrierefreien-web-entwicklung\/#Marias_Channels\" >Marias Channels<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-5\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/podcast-videocast-digitale-barrierefreiheit\/interview-mit-maria-korneeva-ueber-ihr-buch-zur-barrierefreien-web-entwicklung\/#Weitere_Infos\" >Weitere Infos<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Ueber_Marias_Hintergrund\"><\/span>\u00dcber Marias Hintergrund<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Domingos: Sehr gerne. Vielleicht fangen wir ganz vorne an: Was ist dein allgemeiner Hintergrund, und wie bist du \u00fcberhaupt zur (Web-)Entwicklung gekommen?<\/p>\n<p>Maria: Tats\u00e4chlich hat bei mir alles mit meiner Selbstst\u00e4ndigkeit und Workshops im Bereich Webentwicklung angefangen. Ich habe f\u00fcr verschiedene Anbieter gearbeitet, und einer meiner Auftraggeber fragte mich irgendwann, ob ich Lust h\u00e4tte, einen Workshop oder eine Masterclass zum Thema Barrierefreiheit zu entwickeln.<br \/>\nDas ist jetzt ein paar Jahre her, und ich habe sofort gesagt: \u201eJa, sehr gerne.\u201c<br \/>\nIch hatte damals allerdings selbst noch wenig Ahnung vom Thema. Aber ich meinte: Wenn du mir die Zeit gibst, mich einzuarbeiten, dann mache ich das.<br \/>\nSo hat alles angefangen \u2013 mit der Recherche f\u00fcr diesen Workshop. Ich bin immer tiefer in die Thematik eingestiegen und habe gemerkt, wie sch\u00f6n und sinnvoll es ist, sich mit Barrierefreiheit zu besch\u00e4ftigen.<br \/>\nEs motiviert mich bis heute: Wenn man dieses Wissen weitergibt, dann nehmen es viele mit \u2013 und vielleicht wird das Web dadurch irgendwann wirklich besser f\u00fcr alle.<br \/>\nDomingos: Du hast ja tats\u00e4chlich ein technisches Profil, was die Entwicklung betrifft, aber ich habe in anderen Interviews geh\u00f6rt, dass dein urspr\u00fcnglicher Hintergrund in der Sprachwissenschaft liegt \u2013 stimmt das?<br \/>\nMaria: Ja, das stimmt tats\u00e4chlich.<br \/>\nDomingos: Das ist ja ein ziemlich gro\u00dfer Sprung \u2013 wie kam es zu diesem Wandel von der Sprachwissenschaft hin zur Webentwicklung?<\/p>\n<p>Maria: Ja. Urspr\u00fcnglich wollte ich tats\u00e4chlich Informatik studieren, aber Sprachen fielen mir damals ein kleines bisschen leichter \u2013 und in einem Anflug von Faulheit habe ich mich dann doch f\u00fcr ein Sprachstudium entschieden.<br \/>\nIch habe das Studium auch durchgezogen, nur um am Ende festzustellen, dass es doch nicht das Richtige f\u00fcr mich ist.<br \/>\nDann kam die Idee zur\u00fcck: &#8222;Mensch Maria, studier doch lieber Informatik.&#8220;<br \/>\nDeshalb w\u00fcrde ich mich nicht als klassische Quereinsteigerin bezeichnen, weil ich tats\u00e4chlich noch einmal ein neues Studium angefangen habe. Es war ein radikaler Neustart \u2013 aber einer, der sich gelohnt hat.<br \/>\nInteressanterweise habe ich festgestellt, dass Sprachwissenschaften und Informatik mehr gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick denkt \u2013 vor allem in der Sprachanalyse.<br \/>\nWenn ich Code entwickle, muss ich zun\u00e4chst verstehen, was meine Kundinnen und Kunden eigentlich von mir wollen. Ich muss ihre Anforderungen herausfiltern, abstrahieren und in eine andere, technische Form \u00fcbersetzen.<br \/>\nUnd das ist im Grunde ganz \u00e4hnlich wie in der Sprachwissenschaft: Dort analysiert man nat\u00fcrliche Sprache, identifiziert die Hauptgedanken, Kernaussagen und Strukturen eines Textes.<br \/>\nF\u00fcr mich war das die Verbindung zwischen beiden Welten \u2013 und wahrscheinlich auch der Grund, warum mir beides lag.<br \/>\nLetztlich habe ich dann Wirtschaftsinformatik im Bachelor und Master studiert \u2013 und so bin ich zur Webentwicklung gekommen.<br \/>\nDomingos: Du hast gerade gesagt, dass du in der Entwicklung arbeitest. Entwickelst du konkret Applikationen, oder arbeitest du eher im Frontend-Bereich? Oder l\u00e4sst sich das gar nicht so klar trennen? Ich muss zugeben, ich bin da selbst nicht ganz sicher .<\/p>\n<p>Maria: Das ist eine sehr gute Frage. Bei meinem vorherigen Arbeitgeber wurde ich im Einstellungsgespr\u00e4ch gefragt, ob ich lieber Frontend-Entwicklung, mehr Webseitenentwicklung oder lieber Applikationsentwicklung machen m\u00f6chte. Damals war mir gar nicht bewusst, dass es da \u00fcberhaupt einen Unterschied gibt.<br \/>\nMittlerweile erkl\u00e4re ich mir das so: Wenn ich Anwendungen entwickle, ist es f\u00fcr mich beides Frontend, aber bei Applikationen geht es mehr um die Business-Logik dahinter. Zum Beispiel: Wenn der User auf \u201eLogin\u201c klickt, m\u00fcssen die richtigen Aufrufe passieren, die passenden Daten geholt werden, es muss gepr\u00fcft werden, ob der User eingeloggt ist oder nicht \u2013 solche Dinge.<br \/>\nBei Webseiten hingegen, wo es weniger Business-Logik gibt, geht es st\u00e4rker um das \u00c4u\u00dfere \u2013 dass es dem Design entspricht oder barrierefrei ist. In der Implementierung liegt der Fokus dann mehr auf dem Aussehen, weniger auf dieser ganzen JavaScript-Logik.<br \/>\nIch mache beides. Bei Angular ist es so, dass es ein Framework ist, mit dem Entwicklerinnen und Entwickler Code schreiben. Im Browser ist das am Ende ohnehin alles JavaScript. Angular ist im Prinzip nur eine Zwischenschicht, die es erm\u00f6glicht, den Code komfortabler zu schreiben \u2013 so w\u00fcrde ich es beschreiben.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Arbeit_in_der_Barrierefreiheit\"><\/span>Arbeit in der Barrierefreiheit<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Domingos:  Wie lange besch\u00e4ftigst Du Dich mit digitaler Barrierefreiheit?<br \/>\nMaria: Ich habe 2022 mit dem Thema angefangen \u2013 also im Vergleich zu den etablierten Expertinnen und Experten nat\u00fcrlich noch relativ frisch. Aber ich bin eigentlich ganz froh dar\u00fcber, dass ich mich noch vor dem ganzen Hype mit Barrierefreiheit besch\u00e4ftigt habe.<br \/>\nManchmal denke ich, das macht meine Motivation ein St\u00fcck weit \u201eechter\u201c, weil sie nicht durch Trends getrieben war, sondern aus echtem Interesse entstanden ist.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Das_Buch\"><\/span>Das Buch<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Domingos: Dann kommen wir mal zu deinem Buch. Wie kam es denn eigentlich dazu? Es gibt ja \u2013 gerade im deutschsprachigen Raum \u2013 relativ wenige B\u00fccher zu dem Thema, und es ist wahrscheinlich auch kein typischer Bestsellerstoff, wenn man ehrlich ist. Hast du dir das Projekt selbst \u00fcberlegt oder kam der Verlag auf dich zu?<br \/>\nMaria: Tats\u00e4chlich hat sich das so entwickelt: Als ich angefangen habe, mich intensiver mit dem Thema Barrierefreiheit zu besch\u00e4ftigen und meinen Workshop vorbereitet habe, fing ich auch an, auf Konferenzen dar\u00fcber zu sprechen.<br \/>\nEiner dieser Vortr\u00e4ge war bei einer Veranstaltung vom dpunkt.verlag. Zuerst haben sie mich gefragt, ob ich nicht einen Workshop bei ihnen anbieten m\u00f6chte. Und sp\u00e4ter kam dann die Anfrage, ob ich gemeinsam mit zwei weiteren Personen ein Buch \u00fcber digitale Barrierefreiheit schreiben wolle.<br \/>\nIch muss sagen, das war f\u00fcr mich erst mal total schmeichelhaft. Ich habe mich wirklich geehrt und gefreut \u00fcber die Anfrage.<br \/>\nUrspr\u00fcnglich war also geplant, das Buch zu dritt zu schreiben \u2013 mit zwei tollen Kolleg:innen, mit denen ich sehr gerne zusammengearbeitet h\u00e4tte.<br \/>\nLeider sind beide dann aus dem Projekt ausgestiegen, was ich aber absolut nachvollziehen kann \u2013 sie haben zurecht gesagt, dass so ein Buch einfach unglaublich viel Arbeit bedeutet.<br \/>\nIch habe mir in dem Moment nicht allzu viele Gedanken gemacht und einfach weitergemacht \u2013 und so wurde ich schlie\u00dflich zur alleinigen Autorin des Buchs.<\/p>\n<p>Domingos: Wie hast du dich denn konkret in das Thema eingearbeitet?<br \/>\nEs gibt ja Millionen von Ressourcen im Internet, aber man muss ja erstmal einen sinnvollen Einstieg finden. Und gerade wenn man ein Buch schreibt, reicht es ja nicht, nur oberfl\u00e4chlich zu wissen, was z.\u202fB. ARIA oder eine Live-Region ist und wie man das implementiert.<br \/>\nMan braucht ein viel breiteres Fundament und muss tiefer recherchieren. Wie bist du das angegangen?<br \/>\nMaria: Ui, ja \u2013 das war tats\u00e4chlich eine gr\u00f6\u00dfere Herausforderung, als ich anfangs dachte.<br \/>\nIch hatte es mir definitiv leichter vorgestellt.<br \/>\nZum Gl\u00fcck hatte ich zu dem Zeitpunkt schon einige Workshops zum Thema Barrierefreiheit gegeben. Dadurch kannte ich viele der typischen Fragen und Problemstellungen, die immer wieder von Teilnehmenden kamen. Das hat mir sehr geholfen, weil ich die Struktur des Buches dann genau daran ausrichten konnte.<br \/>\nWas die Recherche angeht: Das war nat\u00fcrlich sehr viel Arbeit.<br \/>\nIch habe unglaublich viel im Internet gelesen, viele Podcasts geh\u00f6rt \u2013 auch dein Podcast war \u00fcbrigens eine richtig gute Quelle! Ich zitiere auch einige deiner Blogartikel im Buch.<br \/>\nAber nat\u00fcrlich nicht nur deine \u2013 es gibt viele tolle Blogs und Ressourcen von etablierten Expert:innen, von denen ich profitiert habe.<br \/>\nGleichzeitig war das genau der schwierige Teil:<br \/>\nEs gibt zwar eine Menge Informationen, aber vieles ist nicht gut strukturiert oder schon veraltet.<br \/>\nIch musste also st\u00e4ndig pr\u00fcfen:<\/p>\n<ul>\n<li>Welche ARIA-Attribute werden aktuell von welchen Browsern unterst\u00fctzt?<\/li>\n<li>Gibt es neue Entwicklungen bei Screenreadern?<\/li>\n<li>Stimmen die Angaben noch mit dem heutigen Stand der Technik \u00fcberein?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das war wirklich die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung bei der Recherche \u2013 nicht nur Informationen zu sammeln, sondern sie auch auf Aktualit\u00e4t und Relevanz zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Domingos: Ich fand es besonders interessant, dass du dich \u2013 obwohl du ja aus der Entwicklung kommst \u2013 entschieden hast, auch das rechtliche Thema in deinem Buch aufzugreifen.<br \/>\nWar das schwierig f\u00fcr dich? Denn gerade bei einem Fachbuch erwarten die Leser:innen ja auch, dass solche Inhalte korrekt und fundiert sind, auch wenn man selbst keine Juristin ist.<br \/>\nMaria: Schwierig war es auf jeden Fall \u2013 aber es hat mir auch unglaublich viel Spa\u00df gemacht!<br \/>\nTats\u00e4chlich hatte ich w\u00e4hrend meines Studiums ein paar Module zum Thema Recht belegt. Ich wusste also grunds\u00e4tzlich, wie man mit Gesetzestexten arbeitet, wie man sie zitiert, interpretiert und strukturiert \u2013 mit Subsumtion, Auslegung etc.<br \/>\nDas hat mir damals schon im Studium richtig Freude gemacht. Manchmal denke ich: In meinem n\u00e4chsten Leben werde ich vielleicht Juristin!<br \/>\nIch habe jedenfalls gro\u00dfen Spa\u00df daran, Gesetzestexte zu lesen und zu durchdringen.<br \/>\nBevor ich mit dem Buch begonnen habe, hatte ich einfach den Wunsch, selbst wirklich zu verstehen, was konkret gesetzlich gefordert wird.<br \/>\nEs gibt viele Empfehlungen, viele Meinungen \u2013 aber ich wollte diese stringente Sichtweise: Was verlangt das Gesetz von mir?<br \/>\nUnd ich war ehrlich gesagt ziemlich unzufrieden mit dem, was ich dazu gefunden habe. Also habe ich angefangen, tiefer zu graben.<br \/>\nDamals \u2013 das war ja noch in der Anfangszeit meiner Workshops \u2013 gab es noch sehr wenig zum BFSG (Barrierefreiheitsst\u00e4rkungsgesetz).<br \/>\nKaum jemand hatte sich intensiv damit besch\u00e4ftigt. Es gab zum Beispiel eine Stellungnahme der Bundesfachstelle f\u00fcr Barrierefreiheit, die mir enorm weitergeholfen hat.<br \/>\nAu\u00dferdem habe ich einige Kanzleien gefunden, die auf ihren Webseiten Auslegungen ver\u00f6ffentlicht hatten \u2013 auch diese habe ich herangezogen.<br \/>\nIm Endeffekt bestand meine Herangehensweise darin, Gesetzestexte zu lesen, zu analysieren und das, was ich daraus verstanden habe, mit Quellen abzugleichen, denen ich vertraue.<br \/>\nNat\u00fcrlich wird sich zeigen, wie gut meine Interpretationen sind \u2013 aber bis jetzt bin ich ganz zuversichtlich.<br \/>\nIch habe das Gef\u00fchl, dass ich nichts im Buch geschrieben habe, was zwischenzeitlich widerlegt oder als falsch eingestuft wurde. Und heute gibt es auch deutlich mehr Informationsmaterial zum Thema.<br \/>\nDomingos: Man muss ja auch sagen: Dein Buch wurde vermutlich irgendwann im Fr\u00fchjahr fertiggestellt \u2013 die Verlage haben ja immer einen festen Abgabetermin.<br \/>\nWenn es im Juni erschienen ist, hast du wahrscheinlich schon Monate vorher die Inhalte abgeschlossen. Und viele Informationen, gerade zum BFSG, kamen ja erst ziemlich sp\u00e4t \u2013 beziehungsweise auf einiges warten wir ja immer noch.<br \/>\nInsofern: Toi, toi, toi \u2013 aber ich bin zuversichtlich, dass das Buch gut ankommen wird.<br \/>\nWie siehst du eigentlich die Zielgruppe deines Buches?<br \/>\nDu kommst selbst aus der Entwicklung, greifst aber auch rechtliche Themen auf.<br \/>\nGlaubst du, dass es vor allem Entwickler:innen lesen werden? Oder hast du eine breitere Zielgruppe im Blick?<br \/>\nMaria: Tats\u00e4chlich habe ich das Buch urspr\u00fcnglich f\u00fcr mich selbst geschrieben \u2013 also unter dem Motto: Welches Buch h\u00e4tte ich mir damals gew\u00fcnscht, als ich angefangen habe, mich mit dem Thema zu besch\u00e4ftigen?<br \/>\nDeshalb richtet sich die Hauptzielgruppe klar an Entwickler:innen \u2013 also an Menschen, die mit Code vertraut sind.<br \/>\nIch verwende viele Codebeispiele, und wer regelm\u00e4\u00dfig programmiert, wird damit sicher gut zurechtkommen.<br \/>\nAber ich habe das Buch bewusst nicht nur f\u00fcr Entwickler:innen geschrieben, die t\u00e4glich coden.<br \/>\nIch wollte auch Menschen ansprechen, die in der Produktentwicklung arbeiten \u2013 etwa Teamleads oder Product Owner \u2013, die zwar nicht selbst entwickeln, aber verstehen wollen, was f\u00fcr ihr Team gilt, worauf zu achten ist, und warum Barrierefreiheit wichtig ist.<br \/>\nDaher habe ich auch Kapitel zu rechtlichen Grundlagen, zu Testverfahren, Audits, Tools und so weiter eingebaut.<br \/>\nIch w\u00fcrde sagen: Alle, die in irgendeiner Form mit Softwareentwicklung zu tun haben, k\u00f6nnen von diesem Buch profitieren \u2013 mit einer einzigen Voraussetzung: Man sollte keine Angst vor Code haben.<br \/>\nTats\u00e4chlich kenne ich inzwischen mindestens drei UX-Designer:innen, die das Buch gekauft haben. Anfangs hatte ich etwas Bedenken, ob es f\u00fcr sie nicht zu technisch sein k\u00f6nnte. Aber sie haben mir positives Feedback gegeben \u2013 also war es offenbar nicht zu abschreckend.<br \/>\nUrspr\u00fcnglich war es aber schon f\u00fcr diejenigen gedacht, die mit Code konkret etwas anfangen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Domingos: Vielleicht zum Schluss noch eine etwas ketzerische Frage: IT-Fachb\u00fccher haben ja oft eine relativ kurze Halbwertszeit.<br \/>\nTechnologien \u00e4ndern sich schnell, neue Tools kommen hinzu \u2013 da besteht immer das Risiko, dass Inhalte bald veralten.<br \/>\nTrotzdem habt ihr euch f\u00fcr ein Buch entschieden. Wie siehst du das im Nachhinein? Denkst du, dass dein Buch in f\u00fcnf Jahren noch im Wesentlichen g\u00fcltig sein wird?<\/p>\n<p>Maria: Das ist eine sehr gute und absolut berechtigte Frage. Ich selbst bin ehrlich gesagt eher zur\u00fcckhaltend, was den Kauf von Code-lastigen B\u00fcchern angeht \u2013 einfach, weil sich der Code oft schnell \u00fcberholt.<br \/>\nAber genau das habe ich bei meinem Buch von Anfang an mitgedacht.<br \/>\nMeine Idee war, m\u00f6glichst oft auf Onlinequellen zu verweisen, die gepflegt und aktualisiert werden \u2013 sodass Leser:innen im Zweifel dort immer den neuesten Stand finden.<br \/>\nUnd dar\u00fcber hinaus war mein Ziel, dass das Buch nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch eine Art Hilfe zur Selbsthilfe bietet.<br \/>\nWer es gelesen hat, soll in der Lage sein, selbst gezielter weiterzurecherchieren und einzusch\u00e4tzen, welche Informationen oder Tools aktuell und relevant sind.<br \/>\nZum Buch geh\u00f6rt auch eine eigene Website, die ich betreibe. Dort werde ich Updates und Erg\u00e4nzungen ver\u00f6ffentlichen, wenn sich etwas Wesentliches \u00e4ndert.<br \/>\nInsgesamt hoffe ich also sehr, dass das Buch auch in f\u00fcnf Jahren noch aktuell genug ist \u2013 insbesondere, weil viele der verlinkten Artikel und Ressourcen selbst kontinuierlich gepflegt werden.<br \/>\nDomingos: Genau. Ich denke auch, dass die grundlegenden Prinzipien der Barrierefreiheit ziemlich stabil sind.<br \/>\nWas vor zehn Jahren galt \u2013 zum Beispiel, wie wichtig semantischer Code ist \u2013 das wird in zehn Jahren vermutlich immer noch gelten.<br \/>\nNat\u00fcrlich kann sich auf Code-Ebene einiges ver\u00e4ndern, aber die Grunds\u00e4tze bleiben konstant. Da bin ich ganz bei dir.<\/p>\n<p>Maria: Ja \u2013 und was die WCAG 3.0, also die Web Content Accessibility Guidelines, betrifft: Das wird wohl noch eine Weile dauern, bis die final kommen.<br \/>\nDeshalb bin ich ganz zuversichtlich, dass die Anforderungen, die ich im Buch beschrieben habe, auch in den n\u00e4chsten Jahren noch relevant bleiben.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Marias_Channels\"><\/span>Marias Channels<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Domingos: \u201eEine Weile dauern\u201c ist da wirklich eine optimistische Einsch\u00e4tzung \u2026 &#x1f604;<br \/>\nZum Abschluss: Wo kann man dir denn am besten auf Social Media folgen?<\/p>\n<p>Maria: Aktuell bin ich am aktivsten auf LinkedIn \u2013 da freue ich mich sehr \u00fcber Kontaktanfragen, Nachrichten und nat\u00fcrlich Fragen.<br \/>\nEgal, ob es um das Buch geht oder allgemein um Barrierefreiheit \u2013 ich freue mich immer zu h\u00f6ren, was die Leute in der Praxis besch\u00e4ftigt. Wo \u201eder Schuh wirklich dr\u00fcckt\u201c, finde ich pers\u00f6nlich immer besonders spannend.<br \/>\nDomingos: Super, danke!<br \/>\nAlso noch einmal zusammengefasst: Das Buch hei\u00dft Barrierefreie Webentwicklung, ist im O\u2019Reilly Verlag erschienen \u2013<br \/>\nden genauen Preis habe ich gerade nicht im Kopf, aber den findet man auf allen g\u00e4ngigen Buchplattformen.<br \/>\nUnd es gibt das Buch sowohl als Printversion als auch als E-Book, richtig?<br \/>\nMaria:<br \/>\nJa, genau \u2013 beides ist verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Domingos: Perfekt. Dann vielen Dank f\u00fcr das Interview, Maria!<br \/>\nIch hoffe wirklich, dass dein Buch vielen den Einstieg in das Thema Barrierefreiheit erleichtert \u2013<br \/>\ndas ist ja auch einer der gro\u00dfen Vorteile von B\u00fcchern: Wir haben vorhin dar\u00fcber gesprochen, dass es unz\u00e4hlige Online-Ressourcen gibt, aber gerade f\u00fcr Einsteiger:innen ist es extrem schwer, den \u00dcberblick zu behalten oder einen strukturierten Einstieg zu finden.<br \/>\nEin Buch wie deins \u2013 praxisnah, aktuell und aus Sicht einer Entwicklerin geschrieben \u2013 ist da ein super wertvoller Einstiegspunkt.<br \/>\nAlso: Vielen Dank noch einmal und viel Erfolg weiterhin!<br \/>\nMaria: Vielen lieben Dank \u2013 und danke noch einmal f\u00fcr die Einladung, Domingos!<br \/>\nDomingos: Sehr gerne!<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Weitere_Infos\"><\/span>Weitere Infos<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/dpunkt.de\/produkt\/barrierefreie-webentwicklung\/\">Das Buch beim Verlag<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.barrierefreie-webentwicklung.com\/\">Marias Seite zum Buch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/in\/maria-korneeva-04954011\">Maria auf LinkedIn<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Entwicklerin Maria Korneeva spreche ich \u00fcber ihr neues Buch zur barrierefreien Web-Entwicklung. Das Transkript wurde mit KI optimiert. Alle Fehler und Ungenauigkeiten gehen&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/podcast-videocast-digitale-barrierefreiheit\/interview-mit-maria-korneeva-ueber-ihr-buch-zur-barrierefreien-web-entwicklung\/\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">Interview mit Maria Korneeva \u00fcber Ihr Buch zur barrierefreien Web-Entwicklung<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":5091,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-10146","page","type-page","status-publish","hentry","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/10146","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10146"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/10146\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10148,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/10146\/revisions\/10148"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5091"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10146"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}