{"id":10676,"date":"2026-03-14T13:58:32","date_gmt":"2026-03-14T11:58:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/?page_id=10676"},"modified":"2026-03-16T19:04:15","modified_gmt":"2026-03-16T17:04:15","slug":"spielerisch-zur-barrierefreiheit-ein-interview-mit-olivia-richter","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/spielerisch-zur-barrierefreiheit-ein-interview-mit-olivia-richter\/","title":{"rendered":"Spielerisch zur Barrierefreiheit &#8211; ein Interview mit Olivia Richter"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/digitale-barrierefreiheit.podigee.io\/350-mit-spielen-barrieren-vermitteln-ein-interview-mit-olivia-richter\/embed?context=external&#038;theme=default\" style=\"border: 0\" frameBorder=\"0\" height=\"100\" width=\"100%\"><\/iframe><br \/>\nIn diesem Interview spreche ich mit Olivia Richter \u00fcber den spielerischen Zugang zur digitalen Barrierefreiheit. Olivia hat eine Reihe von Spielen entwickelt, die <a href=\"https:\/\/ideenquelle-webdesign.de\/spiel\/\">\u00fcber ihre Website auffindbar sind<\/a>. Das Transkript wurde mit KI optimiert, alle Fehler und Ungenauigkeiten gehen auf mein Konto.<br \/>\nDomingos: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts zur digitalen Barrierefreiheit. Heute habe ich wieder einen spannenden Gast dabei: Olivia Richter. Olivia entwickelt unter anderem barrierefreie Webseiten \u2013 aber dazu erz\u00e4hlst du gleich am besten selbst mehr. Erst einmal vielen Dank, Olivia, dass du dir die Zeit f\u00fcr diesen Podcast nimmst.<br \/>\nOlivia: Ja, vielen Dank f\u00fcr die Einladung, Domingos. Ich habe mich wirklich sehr gefreut, hier zu sein.<\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_82_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-white ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalt<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/spielerisch-zur-barrierefreiheit-ein-interview-mit-olivia-richter\/#Olivias_Arbeit\" >Olivias Arbeit<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/spielerisch-zur-barrierefreiheit-ein-interview-mit-olivia-richter\/#Spierlerisch_zur_Barrierefreiheit\" >Spierlerisch zur Barrierefreiheit<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/spielerisch-zur-barrierefreiheit-ein-interview-mit-olivia-richter\/#Olivias_Kanaele\" >Olivias Kan\u00e4le<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Olivias_Arbeit\"><\/span>Olivias Arbeit<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Domingos: Sehr gerne! Stell dich doch unseren Zuh\u00f6renden einmal vor: Was ist dein Hintergrund und wie kamst du zum Thema Webentwicklung?<br \/>\nOlivia: Gerne. Ich bin Olivia und erstelle Webseiten mit WordPress f\u00fcr Selbstst\u00e4ndige sowie kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen. Und dann habe ich noch meine \u201eSide Quests\u201c: Das sind die Spiele, um die es heute ja auch ein bisschen gehen wird.<br \/>\nWie ich zum Webdesign gekommen bin? Ich trage zwei Seiten in mir: zum einen einen k\u00fcnstlerischen Aspekt, der immer mal wieder durchkommt, und zum anderen eine sehr technische Seite. Die Erstellung von Webseiten kombiniert beides einfach wunderbar, weshalb ich mich f\u00fcr diesen Weg entschieden habe.<br \/>\nDomingos: Was mich dabei interessiert: Hast du dir das Design und die Entwicklung selbst angeeignet, einen Kurs belegt oder hast du das Fach studiert?<br \/>\nOlivia: Ich bin tats\u00e4chlich Autodidaktin. Ich bringe mir alles im Sinne von \u201eLearning by Doing\u201c selbst bei. Meiner Meinung nach lernt man so am besten: Man macht es einfach, st\u00f6\u00dft auf Probleme, sucht nach L\u00f6sungen und entwickelt sich so Schritt f\u00fcr Schritt weiter.<br \/>\nDomingos: Definitiv. Und wie bist du dann speziell zum Thema digitale Barrierefreiheit gekommen?<br \/>\nOlivia: Inklusion und soziale Gerechtigkeit sind mir im Allgemeinen sehr wichtig; ich hatte auch schon immer Menschen mit Behinderungen in meinem Umfeld. Als ich mit dem Webdesign anfing, war f\u00fcr mich sofort klar, dass ich auch im digitalen Raum niemanden ausschlie\u00dfen m\u00f6chte. Barrierefreiheit war f\u00fcr mich also von Anfang an ein gesetztes Thema. Ich habe mich dann nach und nach immer tiefer eingelesen, viel ausprobiert und dazugelernt. Und so bin ich schlie\u00dflich hier gelandet.<br \/>\nDomingos: Verstehe. Aber du bedienst beide Seiten, richtig? Also auch Kunden, die nicht explizit mit dem Wunsch nach digitaler Barrierefreiheit zu dir kommen?<br \/>\nOlivia: Tats\u00e4chlich kommen ab und zu Leute auf mich zu, die einfach \u201enur eine Website\u201c wollen. Denen sage ich dann direkt: Bei mir gibt es ausschlie\u00dflich barrierefreie Webseiten. Meistens ist die Reaktion: \u201eAch ja, daran habe ich noch gar nicht gedacht, aber stimmt, das ist eigentlich echt wichtig.\u201c Bei mir gibt es schlichtweg nichts anderes \u2013 Barrieren kann man bei mir quasi nicht kaufen.<br \/>\nDomingos: Genau, du bietest in diesem Bereich ja eine ganze Reihe an Dienstleistungen an, die \u00fcber das reine Webdesign hinausgehen. Vielleicht kannst du das einmal konkret umrei\u00dfen?<br \/>\nOlivia: Meine Hauptdienstleistung ist nach wie vor die Erstellung von Webseiten. Ich arbeite mit WordPress und nutze den Bricks Builder, weil ich damit die besten Anpassungsm\u00f6glichkeiten habe. Dar\u00fcber hinaus biete ich Vortr\u00e4ge, Beratung und Workshops an.<br \/>\nEin aktuelles Beispiel \u2013 wenn ich hier kurz Eigenwerbung machen darf: Beim <a href=\"https:\/\/accessibility.club\/\">Accessibility Club Summit<\/a> leite ich gemeinsam mit Leonie Thei\u00dfen und Falko Melz den Workshop \u201eReady to Level Up: Design your own Accessibility Game\u201c. Ziel ist es, an einem Tag einen eigenen Prototyp f\u00fcr ein Spiel zum Thema digitale Barrierefreiheit zu entwickeln. Da kombinieren wir also das Spielerische direkt mit dem Workshop-Format.<br \/>\nDomingos: Das ist die Veranstaltung des Accessibility Clubs in W\u00fcrzburg, korrekt?<br \/>\nOlivia: Ganz genau, das findet im Mai statt, am 9. und 10. Mai.<br \/>\nDomingos: Du hast es gerade schon kurz angedeutet: Wer genau ist deine Hauptzielgruppe? Sind das eher Einzelpersonen sowie kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen oder gibt es da noch weitere Gruppen?<br \/>\nOlivia: Ja, das ist im Prinzip die Hauptzielgruppe: Selbstst\u00e4ndige, oft auch Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcnder, die gerade erst starten. Manchmal sind es aber auch schon etablierte kleine Unternehmen. Das ist der Kernbereich, den ich bediene.<br \/>\n Domingos: Es ist wirklich interessant, dass deine Kunden so offen f\u00fcr das Thema Barrierefreiheit sind. Ich habe da fr\u00fcher ehrlich gesagt eher gegenteilige Erfahrungen gemacht.<br \/>\nOlivia: Das kann ich nachvollziehen. Wie gesagt, manche kommen zu mir und wollen einfach nur \u201eeine Webseite\u201c. Wenn ich ihnen dann erkl\u00e4re, warum Barrierefreiheit wichtig ist, bemerken sie das oft zum ersten Mal. Die meisten sind dann aber sehr aufgeschlossen. Preislich unterscheide ich mich kaum von Mitbewerbern, die Webseiten mit Barrieren anbieten. Und wenn man ohnehin eine Webseite erstellen l\u00e4sst, sollte man sie direkt von Anfang an barrierefrei planen. Das ist wesentlich effizienter und erspart einem sp\u00e4ter eine Menge Probleme.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Spierlerisch_zur_Barrierefreiheit\"><\/span>Spierlerisch zur Barrierefreiheit<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Domingos: Auf jeden Fall. Dann lass uns mal \u00fcber die Spiele sprechen, die du entwickelt hast. Ich vermute, dabei geht es haupts\u00e4chlich um die Sensibilisierung in Vortr\u00e4gen und Workshops? Vielleicht kannst du selbst einmal ausf\u00fchren, was du da genau entwickelt hast und was deine Intention dahinter war.<br \/>\nOlivia: Ja, sehr gerne. Den Anfang habe ich mit dem Spiel \u201eBarrierien\u201c gemacht. Das ist ein Mini-Escape-Game, bei dem assistive Technologien und Standard-Technologien die Rollen tauschen. Mein Ansatz war hier, Barrieren zu simulieren, statt \u2013 wie man es sonst oft kennt \u2013 Behinderungen.<br \/>\nEin klassisches Beispiel aus der Realit\u00e4t: Auf vielen Webseiten funktioniert mit der Maus alles wunderbar, aber bestimmte Elemente lassen sich nicht mit der Tastatur bedienen. In meinem Spiel habe ich den Spie\u00df umgedreht: Man kann einen bestimmten Button mit der Maus einfach nicht klicken, egal was man versucht. Mit der Tastatur funktioniert es hingegen sofort.<br \/>\nDas Ziel war es, Menschen ohne Behinderung bewusst zu machen, wie nervig Barrieren sind. Im Spiel sind sie nat\u00fcrlich \u00fcberwindbar, damit man weiterkommt, aber in der Realit\u00e4t ist das leider nicht immer der Fall. Um das R\u00e4tsel zu l\u00f6sen, muss man verschiedene assistive Technologien nutzen \u2013 ich will aber nicht zu viel spoilern. Technisch gesehen ist das Spiel selbst nat\u00fcrlich nicht vollkommen barrierefrei, aber man kann es trotzdem mit einem Screenreader, per Tastatur oder mit einer H\u00f6rbehinderung spielen. Wer ohnehin die Tastatur nutzt, wird sich bei manchen R\u00e4tseln vielleicht fragen, wo die Schwierigkeit lag, w\u00e4hrend andere Stellen kniffliger sind. Aber alles ist l\u00f6sbar.<br \/>\nAls n\u00e4chstes Projekt habe ich letztes Jahr einen Adventskalender erstellt. Man h\u00f6rt ja immer wieder, dass automatisierte Tools nicht alle Barrieren auf einer Webseite finden. Um das in der Praxis zu beweisen, habe ich eine Seite gebaut, die beim \u201eaxe DevTools\u201c-Check null Fehler anzeigt. Dennoch stecken Unmengen an Barrieren darin. Jeden Tag habe ich im Adventskalender mindestens eine davon vorgestellt \u2013 insgesamt waren es sogar mehr als 24. Damit wollte ich zeigen: Verlasst euch nicht blind auf Automatisierung; sie findet l\u00e4ngst nicht alles.<br \/>\nUnd wie vorhin schon erw\u00e4hnt, arbeite ich aktuell mit Leonie und Falko an einem neuen, storybasierten Spiel. Wir befinden uns gerade in der Testphase, es ist also noch nicht \u00f6ffentlich. Sobald es so weit ist, werde ich das aber nat\u00fcrlich posten und zeigen.<br \/>\nDomingos: Sehr cool! Wie setzt du diese Spiele konkret in deiner t\u00e4glichen Arbeit ein?<br \/>\nOlivia: Das Spiel \u201eBarrierien\u201c habe ich zum Beispiel bei verschiedenen Vortr\u00e4gen vorgestellt, unter anderem letztes Jahr beim Accessibility Club Summit und beim WordPress Accessibility Day. Dort bin ich auch tiefer auf die theoretischen Hintergr\u00fcnde eingegangen \u2013 etwa auf das Konzept, Barrieren zu simulieren, statt Behinderungen nachzustellen.<br \/>\nAuch bei Formaten wie dem \u201ePl\u00e4tzchen-Talk\u201c stelle ich solche Spiele vor. Generell sammle ich Spiele, die sich mit digitaler Barrierefreiheit und Inklusion befassen, da ich das Thema selbst extrem spannend finde und auch privat gerne spiele. Falls also jemand Tipps oder Empfehlungen hat, bin ich immer sehr offen daf\u00fcr! Ich liste diese Fundst\u00fccke auch auf meiner Webseite auf, damit sie jeder ausprobieren kann.<br \/>\nDabei m\u00f6chte ich aber noch einmal einen wichtigen Unterschied betonen: Es ist ein gro\u00dfer Unterschied, ob ein Spiel das Thema Barrierefreiheit behandelt oder ob es selbst technisch barrierefrei programmiert ist. Da gab es in der Vergangenheit schon mal Verwechslungen. Mein Fokus liegt aktuell besonders auf Spielen, die das Thema aktiv vermitteln.<br \/>\nDomingos: Mhm, ja, das ist ein klarer Unterschied.<br \/>\nOlivia: Genau. Was die weitere Nutzung angeht: Zum Adventskalender habe ich im Nachhinein eine Nachricht von einer Hochschuldozentin erhalten. Sie m\u00f6chte das Projekt im kommenden Semester nutzen, um ihren Studierenden praxisnah zu zeigen, dass automatisierte Tools eben nicht alle Fehler finden k\u00f6nnen. Solches Feedback freut mich nat\u00fcrlich riesig!<br \/>\nDomingos: Wo siehst du den speziellen Vorteil von Spielen gegen\u00fcber \u201eklassischen\u201c Sensibilisierungsmethoden? Und welche Reaktionen hast du bisher von den Teilnehmenden erhalten?<br \/>\nOlivia: Der offensichtlichste Punkt ist: Spiele machen Spa\u00df. Man kann Menschen viel einfacher f\u00fcr ein Thema begeistern, wenn sie es spielerisch entdecken k\u00f6nnen. Was Spiele zudem extrem gut k\u00f6nnen, ist, Fehler zu normalisieren oder zu entsch\u00e4rfen. Im echten Leben f\u00fchrt ein Fehler oft direkt zu Problemen. In einem Spiel hingegen ist es v\u00f6llig in Ordnung, etwas nicht sofort zu schaffen. Man sieht das Scheitern als Normalit\u00e4t an, probiert es einfach noch einmal und testet sich weiter voran. Das nimmt die Angst vor dem Scheitern und macht den Einstieg in das Thema viel leichter. Ich pers\u00f6nlich spiele einfach wahnsinnig gerne und finde diesen Zugang daher ideal.<br \/>\nWas die Reaktionen auf mein Spiel \u201eBaccherien\u201c angeht: Dort muss man unter anderem einen Screenreader verwenden. Die h\u00e4ufigste Reaktion war: \u201eOh mein Gott, dieser Screenreader ist so nervig, der redet ja ununterbrochen!\u201c Nat\u00fcrlich muss man die Bedienung eines Screenreaders erst einmal \u00fcben; das lernt man nicht von jetzt auf gleich. Aber der Lerneffekt am Ende ist: Barrieren st\u00f6ren massiv, und wir sollten sie vermeiden.<br \/>\nIn diesem speziellen Spiel wird man bewusst ins kalte Wasser geworfen und erh\u00e4lt keine Anleitung. Deshalb entwickeln wir gerade das neue Spiel mit Leonie und Falco \u2013 dort gibt es etwas mehr F\u00fchrung, damit der Einstieg nicht ganz so abrupt ist.<br \/>\nEine besonders interessante Reaktion kam von einer Person, die gar nicht in der IT arbeitet: In einem Level muss man die Zoom-Funktion des Browsers nutzen. Sie wusste vorher gar nicht, dass man Webseiten per Tastatur vergr\u00f6\u00dfern kann. Jetzt nutzt sie diese Funktion st\u00e4ndig in ihrem Alltag, weil sie ihr hilft. Das war zwar nicht die beabsichtigte Hauptbotschaft des Spiels, aber es ist sch\u00f6n zu sehen, dass die Leute auch ganz praktischen Nutzen f\u00fcr sich selbst daraus ziehen. Man lernt eben auch viele kleine Dinge. F\u00fcr Profis ist vielleicht nicht viel technisches Neuland dabei, aber f\u00fcr Anf\u00e4nger ist es ein spannender Einstieg, um einmal alles selbst durchzuspielen.<br \/>\n Domingos: Siehst du auch den Vorteil darin, dass sich Menschen bei Spielen weniger \u201ebelehrt\u201c f\u00fchlen? Meiner Erfahrung nach f\u00fchlen sich Leute oft von oben herab behandelt, wenn man ihnen etwas \u00fcber Barrierefreiheit erkl\u00e4rt. Hilft die spielerische Herangehensweise, diese Barriere im Kopf abzubauen?<br \/>\nOlivia: Das w\u00fcrde ich absolut so unterschreiben. Zumindest hat mir gegen\u00fcber noch nie jemand ge\u00e4u\u00dfert, sich durch ein Spiel belehrt gef\u00fchlt zu haben. Man n\u00e4hert sich dem Thema lockerer und leichter. Nat\u00fcrlich muss man aufpassen, dass die Ernsthaftigkeit des Themas nicht untergeht \u2013 da gilt es, die richtige Balance zu finden. Aber solange man das im Blick beh\u00e4lt, ist es ein idealer T\u00fcr\u00f6ffner. Es ist oft h\u00fcrdenloser, einfach mal ein Spiel auszuprobieren, als sich direkt in einen Workshop zu setzen oder einen Vortrag anzuh\u00f6ren.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Olivias_Kanaele\"><\/span>Olivias Kan\u00e4le<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Domingos: Auf jeden Fall. Vielen Dank f\u00fcr diesen Einblick! Zum Abschluss: Wo kann man dir am besten folgen?<br \/>\nOlivia: Am besten findet man mich auf <a href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/in\/olivia-richter\">LinkedIn unter Olivia Richter<\/a> oder <a href=\"https:\/\/ideenquelle-webdesign.de\/\">\u00fcber meine Webseite ideenquelle webdesign<\/a>.de. Dort gibt es Verlinkungen zu all meinen Projekten, den Spielen und auch eine Liste mit externen Spielen f\u00fcr alle, die selbst einmal st\u00f6bern m\u00f6chten. Da ist f\u00fcr die Zukunft noch einiges geplant!<br \/>\nDomingos: Perfekt, die Links packe ich wie immer in die Shownotes. Vielen Dank f\u00fcr das spannende Gespr\u00e4ch, Olivia. Wir sind sehr gespannt, was du als N\u00e4chstes entwickelst, und ich dr\u00fccke dir die Daumen f\u00fcr deine weiteren Projekte!<br \/>\nOlivia: Vielen Dank! Es hat mich sehr gefreut, hier zu sein und \u00fcber meine Arbeit sprechen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Interview spreche ich mit Olivia Richter \u00fcber den spielerischen Zugang zur digitalen Barrierefreiheit. 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