{"id":455,"date":"2018-03-15T18:22:40","date_gmt":"2018-03-15T16:22:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/?page_id=455"},"modified":"2022-08-09T19:22:36","modified_gmt":"2022-08-09T17:22:36","slug":"barrierefreie-ebooks","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-publizieren\/barrierefreie-ebooks\/","title":{"rendered":"Barrierefreie eBooks im ePub-Format"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/arrierefreie-ebooks-229x300.jpg\" alt=\"Cover des Buches barrierefreie eBooks\" width=\"229\" height=\"300\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1045\" srcset=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/arrierefreie-ebooks-229x300.jpg 229w, https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/arrierefreie-ebooks.jpg 539w\" sizes=\"auto, (max-width: 229px) 100vw, 229px\" \/>eBooks erobern langsam den deutschen B\u00fcchermarkt. Eine Zielgruppe, an die Sie bisher vielleicht noch nicht gedacht haben sind Menschen mit Behinderung. Dabei sind sie geradezu pr\u00e4destiniert f\u00fcr das elektronische Lesen. Dabei ist das Standard-Format f\u00fcr eBooks ePub optimal f\u00fcr das barrierefreie Lesevergn\u00fcgen. PDF hingegen ist f\u00fcr barrierefreie Literatur das am wenigsten geeignete Format. Wenn Sie Hilfe bei der Erstellung barrierefreier eBooks ben\u00f6tigen, melden Sie sich gerne bei mir. <a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-publizieren\/barrierefreie-pdfs\/anforderungen-an-barrierefreie-pdfs\/\">Anforderungen an barrierefreie Dokumente und PDF<\/a><\/p>\n<p>Fast jeder zehnte Deutsche ist behindert oder hat eine kognitive Einschr\u00e4nkung. Viele k\u00f6nnen ohne Weiteres gedruckte B\u00fccher lesen. Allerdings gibt es auch zahlreiche Menschen, die nicht oder nur mit Schwierigkeiten lesen k\u00f6nnen:<\/p>\n<ul>\n<li>Blinde ben\u00f6tigen eine digitale Fassung des Buches, um es sich vorlesen oder als Blindenschrift auf einem Braille-Display ausgeben zu lassen.<\/li>\n<li>Sehbehinderte k\u00f6nnen digitale Texte an ihre Sehsch\u00e4digung anpassen, zum Beispiel vergr\u00f6\u00dfern, den Kontrast oder die Schriftart \u00e4ndern.<\/li>\n<li>Menschen, die aufgrund motorischer Behinderungen nicht umbl\u00e4ttern k\u00f6nnen, lesen digitale Texte am Computer und steuern das Ger\u00e4t zum Beispiel per Sprache oder Augensteuerung.<\/li>\n<li>Menschen mit Leseschw\u00e4che k\u00f6nnen sich den Text mit speziellen Programmen vorlesen lassen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Zahl der B\u00fccherliebhaber d\u00fcrfte in der Gruppe der Blinden gr\u00f6\u00dfer sein als in der Durchschnittsbev\u00f6lkerung. Viele Blinde und Geh\u00f6rlose ziehen B\u00fccher dem Fernsehen oder Radio vor, weil kaum ein anderes Medium unmittelbarer an die direkte Erfahrung heranreicht.<\/p>\n<p>Barrierefreiheit sollte nicht als unn\u00f6tiges Extra verstanden werden. Eine verbesserte Lesbarkeit kommt allen Lesern zugute. Nicht umsonst drucken nach wie vor viele Menschen Texte aus oder ziehen Papierb\u00fccher den elektronischen Fassungen vor. Die Lesbarkeit auf digitalen Ger\u00e4ten hat noch nicht die Qualit\u00e4t gedruckten Papiers erreicht. Au\u00dferdem sichert Barrierefreiheit fast nebenbei die Anpassbarkeit und Nutzbarkeit auf den meisten Lese-Ger\u00e4ten und Programmen.<\/p>\n<p>Dieses Buch soll Ihnen zeigen, wie Sie lesebehinderte Menschen mit barrierefreien B\u00fcchern besser erreichen. Der Text richtet sich ausdr\u00fccklich an Autoren, die eBooks insbesondere im ePub-Format erstellen und auf der Code-Ebene arbeiten m\u00f6chten. Einige Tipps sind auch f\u00fcr die reinen Schreiber geeignet, wenn Sie aber zu jenen geh\u00f6ren, welche die Erstellung des eBooks Dritten \u00fcberlassen, k\u00f6nnen Sie Ihrem Designer dieses Buch empfehlen. Nat\u00fcrlich stellen unterschiedliche B\u00fccher ganz verschiedene Anforderungen. So kann ein Kinderbuch ohne Farbe und Bilder kaum erfolgreich sein, in den meisten belletristischen B\u00fcchern kommen gar keine Grafiken vor und so weiter. F\u00fcr belletristische B\u00fccher ist vor allem der Abschnitt \u00fcber die Textformatierung sowie die semantische Segmentierung interessant. Bei der Abfassung von Sachb\u00fcchern m\u00fcssen Sie hingegen das ganze Buch lesen, f\u00fcr diese Art von B\u00fcchern ist die Barrierefreiheit auch besonders wichtig. Wenn Sie Unterst\u00fctzung ben\u00f6tigen, z\u00f6gern Sie nicht, mich zu kontaktieren.<\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_82_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-white ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalt<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-publizieren\/barrierefreie-ebooks\/#Unbehandelte_Themen\" >Unbehandelte Themen<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-publizieren\/barrierefreie-ebooks\/#ePub_als_Format_der_Wahl\" >ePub als Format der Wahl<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Unbehandelte_Themen\"><\/span>Unbehandelte Themen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>ePub 3 bietet eine ganze Reihe M\u00f6glichkeiten, die in diesem Buch aus praktischen Gr\u00fcnden nicht behandelt werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr Menschen mit Leseschw\u00e4che bietet es sich zum Beispiel an, Audio und Text im Dokument zu synchronisieren. Das wird \u00fcber die sogenannten Media Overlays erm\u00f6glicht. In der Regel werden die Autoren aber kein eigenes Audiobook erstellen, Spezielle Vorlesesoftware ist auf solche Overlays nicht angewiesen.<\/p>\n<p>Ein weiteres Thema sind Aussprache-W\u00f6rterb\u00fccher. Es gibt verschiedene M\u00f6glichkeiten, die Aussprache von W\u00f6rtern festzulegen, die von den Aussprache-Regeln der Vorlese-Software nicht erfasst werden. Das ist tats\u00e4chlich eine sinnvolle Entwicklung, allerdings ist mir kein Vorlese-Programm bekannt, in dem diese Regeln verarbeitet werden. Ich w\u00fcrde die Priorit\u00e4t dieser Ma\u00dfnahmen als sehr gering einstufen und sehe den Ball eher bei den Entwicklern der Sprachsynthese-Software. Die Vorlese-Software von Blinden verf\u00fcgt \u00fcber recht gute W\u00f6rterb\u00fccher zur Regelung der Aussprache.<\/p>\n<p>Ein ebenfalls wichtiges Thema sind interaktive Elemente wie etwa Formulare in eBooks. Nat\u00fcrlich sollten auch solche Elemente barrierefrei sein, allerdings werden sie aktuell doch relativ selten eingesetzt. Mir ist bisher noch kein interaktives eBook untergekommen.<\/p>\n<p>Das Problem bei all diesen sicherlich sinnvollen Features besteht darin, dass sie von der Hilfssoftware behinderter Menschen nur unzureichend unterst\u00fctzt werden. \u00c4rgerlich ist aber auch, dass es bisher kaum Werkzeuge gibt, die dem Autor diese komplexe Arbeit erleichtern. Es gibt das Programm Tobi vom DAISY-Consortium, das bei der Synchronisierung von Text und Audio unterst\u00fctzt. F\u00fcr weitere Aufgaben fehlen aber bisher hilfreiche und g\u00fcnstige Programme. Das sieht bei den anderen hier beschriebenen Features auch nicht besser aus, die sind aber wesentlich leichter zu implementieren.<\/p>\n<p>Ein anderes Problem soll nicht verschwiegen werden. eBooks sind in der Regel abw\u00e4rtskompatibel, das hei\u00dft, Sie k\u00f6nnen auch mit einem \u00e4lteren eBook-Reader aktuelle eBooks lesen. Allerdings k\u00f6nnen viele Features aktueller eBooks nicht genutzt werden, weil die Ger\u00e4te diese Features nicht unterst\u00fctzen. Das w\u00fcrde nur funktionieren, wenn das Leseprogramm Updates erh\u00e4lt, was aber vor allem bei \u00e4lteren Ger\u00e4ten nicht mehr passiert.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches gilt f\u00fcr Hilfssoftware. Wenn der eBook-Standard ein Accessibility-Feature vorsieht, es aber von der Hilfssoftware nicht unterst\u00fctzt wird, kommt diese Hilfe nicht beim Nutzer an. Daran k\u00f6nnen Sie nichts \u00e4ndern, es liegt an den Herstellern der Programme und den Lesern, ihre Software auf dem aktuellen Stand zu halten.<\/p>\n<p>Bei einigen Ma\u00dfnahmen kann ich nicht erkennen, dass Arbeitsaufwand und Ergebnis in einem sinnvollen Verh\u00e4ltnis zueinander stehen. Ich bef\u00fcrchte einfach, dass wenn der Aufwand zu hoch wird der Autor gleich ganz auf Barrierefreiheit verzichten wird, was ich wirklich schade f\u00e4nde.<\/p>\n<p>Sie sollten das nicht als Argument ansehen, die Barrierefreiheit zu vernachl\u00e4ssigen. Ein heute publiziertes eBook wird wahrscheinlich noch in f\u00fcnf oder zehn Jahren online zum Verkauf stehen und Sie werden dann weder Zeit noch Lust haben, das bestehende Buch zu bearbeiten und neu einzustellen. Deswegen sollten Sie versuchen, die aktuellen Standards f\u00fcr die Barrierefreiheit zu erf\u00fcllen. Die hier beschriebenen Ma\u00dfnahmen greifen meines Wissens nach auf allen g\u00e4ngigen Ger\u00e4ten und Lese-Anwendungen.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"ePub_als_Format_der_Wahl\"><\/span>ePub als Format der Wahl<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>ePub hat sich mittlerweile als zentrales Format f\u00fcr elektronische B\u00fccher durchgesetzt. Der Standard ePub 3 hat viele moderne Elemente eingef\u00fchrt, die das Potential haben, die bisherige \u00dcberlegenheit des gedruckten Buches zu \u00fcberfl\u00fcgeln.<\/p>\n<p>Viele Grafiker aus dem Print-Bereich ziehen PDF als Textformat vor. PDF wurde fr\u00fcher vor allem zur Erstellung von Druckvorlagen verwendet, hat sich aber als zentrales Dateiformat f\u00fcr gestaltete Texte im Internet durchgesetzt. Es kann auf fast allen Plattformen dargestellt werden und sieht \u00fcberall gleich aus.<\/p>\n<p>Das hat aber auch seinen Preis. So ist es sehr schwierig, zeitaufwendig und teuer, barrierefreie PDF-Dokumente zu erzeugen.<\/p>\n<p>Dazu kommt noch, dass diese barrierefreien Dokumente nur von wenigen Programmen unterst\u00fctzt werden. Das hei\u00dft, auch wenn das Dokument barrierefrei gestaltet wurde, sind die entsprechenden Features f\u00fcr viele Leser nicht nutzbar.<\/p>\n<p>ePub ist in gewissem Sinne das Gegenteil von PDF. Es ist wie eine Website dazu geschaffen, sich an die Gr\u00f6\u00dfe des Displays anzupassen. Die Leseanwendungen f\u00fcr ePub erlauben eine fast grenzenlose Anpassung an individuelle Bed\u00fcrfnisse. Die Dateien werden praktisch von allen Leseanwendungen unterst\u00fctzt, die Ausnahme ist Amazon Kindle. Da es sich bei ePub um ein XML-Format handelt, kann es einfach in andere Formate wie Mobi oder auch PDF konvertiert werden.<\/p>\n<p>Ein Nachteil aus Sicht von Grafikern und Desktop Publishern ist die schwierige Fixierung des Layouts. Es gibt zwar eBooks mit fixem Design, aber selbst diese Fixierung wird von den Leseanwendungen h\u00e4ufig ausgehebelt.<\/p>\n<p>Es gilt das alte Sprichwort: &#8222;Der K\u00f6der muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler&#8220;. Es w\u00e4re schade, wenn ein Leser Ihr Werk ablehnt, weil er es nicht an seine Lesegewohnheiten anpassen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>eBooks erobern langsam den deutschen B\u00fcchermarkt. Eine Zielgruppe, an die Sie bisher vielleicht noch nicht gedacht haben sind Menschen mit Behinderung. 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