{"id":487,"date":"2018-03-15T18:43:33","date_gmt":"2018-03-15T16:43:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/?page_id=487"},"modified":"2023-08-28T18:05:22","modified_gmt":"2023-08-28T16:05:22","slug":"warum-blinde-ausnahmen-beim-urheberrecht-brauchen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-publizieren\/warum-blinde-ausnahmen-beim-urheberrecht-brauchen\/","title":{"rendered":"Warum Blinde Ausnahmen beim Urheberrecht brauchen"},"content":{"rendered":"<p>Aktuell steht mal wieder die Verhandlung \u00fcber die Schrankenregelung f\u00fcr Blinde an. Worum geht es dabei eigentlich und warum brauchen wir das?<br \/>\n<span class=\"removed_link\" title=\"http:\/\/www.oliveira-online.net\/wordpress\/wp-content\/buecher.jpg\"><\/span><br \/>\nF\u00fcr Blinde und Sehbehinderte ist der Zugang zu Literatur exttrem schwierig. Ich habe das <span class=\"removed_link\" title=\"http:\/\/www.oliveira-online.net\/wordpress\/index.php\/2012\/06\/05\/wie-das-urheberrecht-das-studium-fur-behinderte-erschwert\/\">an anderer Stelle schon ausgef\u00fchrt<\/span>. Im Vergleich zu weniger reichen L\u00e4ndern leben wir in Deutschland allerdings im Paradies. Immerhin haben wir Zugang zum Internet und mittlerweile den Zugang zu relativ g\u00fcnstiger Hilfstechnik. Anderswo kostet ein iPhone mehr als ein Jahresgehalt. <\/p>\n<p>Aktuell geht es darum, dass B\u00fccher ohhne Nachfrage bei den Inhabern der Urheberrechte blindengerecht aufbereitet und international zwischen den Organisationen getauscht werden d\u00fcrfen. Ansonsten \u00fcssen die nationalen Organisationen jedes Buch selbst aufbereiten, was teuer, zeitaufwendig und total \u00fcberfl\u00fcssig ist. \u00dcberfl\u00fcssig, weil ein Gro\u00dfteil der Arbeit gespart werden k\u00f6nnte, weil so ziemlich alle B\u00fccher der letzten zehn bis 20 Jahre bereits in digitaler Form vorliegen sollten. Falls es noch jemanden gibt, der seine B\u00fccher analog setzt entschuldige ich mich pers\u00f6nlich f\u00fcr meinen Irrtum.<br \/>\nDas Treaty for the Blind soll also regeln, dass nicht jedes winzige Land die Literatur aufs Neue aufbereiten muss. Dabei geht es insbesondere um international verwendbare Literatur aus dem angels\u00e4chischen, frankophonen, spanischen oder portugiesischen Sprachraum, also Literatur, die international getauscht werden k\u00f6nnte. \u00dcber das Treaty wird aber erst seit 25 Jahren verhandelt.<br \/>\nIch finde das Ganze nicht unproblematisch, da es noch andere Behinderte sowie Menschen mit Leseschwierigkeiten gibt, f\u00fcr die so ein Abkommen sogar noch hilfreicher w\u00e4re. <span class=\"removed_link\" title=\"http:\/\/www.aktion-mensch.de\/inklusion\/blog\/eintrag.php?id=332\">Immerhin haben wir in Deutschland H\u00f6rb\u00fcchereien<\/span> und eine mittlerweile recht gute technische Ausstattung, so dass uns viele Texte in digitaler oder analoger Form zur Verf\u00fcgung stehen. Da es wohl zu meinen Lebzeiten kein \u00fcbergreifendes Abkommen geben wird unterst\u00fctze ich die Schrankenregelung trotz meiner Vorbehalte. <\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_85 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-white ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalt<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-publizieren\/warum-blinde-ausnahmen-beim-urheberrecht-brauchen\/#Die_Argumentation_der_Content-Industrie\" >Die Argumentation der Content-Industrie<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-publizieren\/warum-blinde-ausnahmen-beim-urheberrecht-brauchen\/#Die_Probleme_des_Literaturzugangs\" >Die Probleme des Literaturzugangs<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-publizieren\/warum-blinde-ausnahmen-beim-urheberrecht-brauchen\/#Warum_wir_das_brauchen\" >Warum wir das brauchen<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-4\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-publizieren\/warum-blinde-ausnahmen-beim-urheberrecht-brauchen\/#Das_Ganze_ist_nicht_kostenlos_zu_haben\" >Das Ganze ist nicht kostenlos zu haben<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-5\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-publizieren\/warum-blinde-ausnahmen-beim-urheberrecht-brauchen\/#Zum_Weiterlesen\" >Zum Weiterlesen<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Die_Argumentation_der_Content-Industrie\"><\/span>Die Argumentation der Content-Industrie<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Die Argumentation der Content-Industrie ist das \u00dcbliche. Eigentlich hat man nichts gegen eine Schrankenregelung, die Blinden den Zugang zur Literatur erleichtert. Aber wenn man hier eine Ausnahme macht weicht man das Urheberrecht auf und \u00f6ffnet das Tor f\u00fcr weitere Schrankenregelungen. Dabei geht es nur vordergr\u00fcndig um B\u00fccher, in Wirklichkeit k\u00e4mpfen die Lobbyisten anderer Industrien einen Stellvertreterkrieg. Sie verwehren uns den Zugang zum Wissen, weil sie ihre eigenen Interessen bedroht sehen.<br \/>\nEs gibt wohl kaum ein demokratisches Land, in dem die Urheber- und Verbreitungsrechte automatisch aufgeweicht werden, nur weil in einem internationalen Vertragswerk Schrankenregelungen f\u00fcr ein eng begrenztes Gebiet festgelegt werden. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Die_Probleme_des_Literaturzugangs\"><\/span>Die Probleme des Literaturzugangs<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Oftmals ist es schwer zu verstehen, welche Zugangsschwierigkeiten f\u00fcr die einzelnen Behindertengruppen bestehen, deswegen m\u00f6chte ich hier kurz darauf eingehen. Fangen wir mit dem Gro\u00dfdruck an. <\/p>\n<p>Das Problem bei Gro\u00dfdruckb\u00fcchern besteht darin, dass die Zahl verkaufbarer B\u00fccher oft so gering ist, dass der Druck zu aufwendig wird. B\u00fccher werden von Desktop Publishern gelayoutet, sie k\u00fcmmern sich um Satz, Textflu\u00df und andere typographische Anforderungen. Das ganze Spiel muss bei Gro\u00dfdruckb\u00fcchern wiederholt werden, da sich nat\u00fcrlich durch die Schrifgr\u00f6\u00dfe und eine andere Schriftart auch der gesamte Textfluss, die Abs\u00e4tze und der Satzspiegel \u00e4ndern. Das lohnt sich nat\u00fcrlich nicht, wenn man nur einige Dutzend B\u00fccher absetzen kann. Deswegen ist f\u00fcr diesen Bereich auch Print on Demand nicht sinnvoll, die Kosten f\u00fcr das Layout des Gro\u00dfdrucks amortisieren sich nicht.<br \/>\nEs ist aber auch aus andere Sicht nicht sinnvoll, vor allem bei starken Sehbehinderungen sind die individuellen Sehst\u00e4rken, Gesichtsfeldausf\u00e4lle und weitere Erkrankungen so unterschiedlich, dass das durch solche Ma\u00dfnahmen nicht ausgeglichen werden kann. Hier gilt das gleiche wie f\u00fcr Websites, das Grundlayout sollte m\u00f6glichst zug\u00e4nglich gestaltet sein, am Ende ist es aber wichtig, dass die Leute es ihren Bed\u00fcrfnissen anpassen k\u00f6nnen. Bei B\u00fcchern hie\u00dfe das, dass die B\u00fccher gut unter Bildschirmleseger\u00e4ten funktionieren sollten, das erreicht man durch eine flexible Bindung das Buch sollte m\u00f6glichst platt aufliegen, wenn es aufgeklappt wird. Die bessere Alternative sind elektronische B\u00fccher, die aber nat\u00fcrlich auch anpassbar sein m\u00fcssen. Ein Gro\u00dfteil der Leute, die eBook-Reader kaufen sind \u00e4ltere Menschen, welche die Funktionen zur Anpassung des Layouts zu sch\u00e4tzen wissen.<br \/>\nEin anderes Problem gibt es bei der Umsetzung von B\u00fcchern in Audio oder Braille. An der Produktion eines professionellen H\u00f6rbuches sind immer viele Leute beteiligt, der Sprecher steht sozusagen vorne, es gibt aber noch den Lektor, der das Buch vorbereitet oder den Tonmeister, der sich um Aufnahme und Postproduktion k\u00fcmmert. Bei Braille-B\u00fcchern m\u00fcssen die Texte zun\u00e4chst in Braille umgesetzt werden. Das geschieht teilweise automatisch, muss aber eebenfalls lektoriert werden, weil sich einige Sachen nicht automatisch \u00fcbersetzen lassen.<br \/>\nDie Blindenb\u00fccher werden in der Regel von Bibliothreken per Post verschickt. In Deutschland ist der Versand als Blindensendung kostenlos. Fr\u00fcher hat man H\u00f6rb\u00fccher noch auf Cassette in kleinen Kunststoffboxen verschickt, die recht schwer sein konnten. Mittlerweile werden die B\u00fccher als MP3-CD produziert und verschickt, wof\u00fcr nicht nur die Postboten dankbar sein d\u00fcrften. Aktuell gibt es sch\u00e4tzungsweise 60.000 ausleihbare Titel und eine deutlich h\u00f6here Zahl kommerzieller H\u00f6rb\u00fccher. Es werden bei weitem nicht alle B\u00fccher als H\u00f6rb\u00fccher angeboten, besonders schlecht ist die Situation bei Fachb\u00fcchern. Es gibt aber auch kaum jemanden, der ernsthaft ein Fachbuch als H\u00f6rbuch haben wollte, solche B\u00fccher liest man normalerweise nicht von vorne bis hinten durch, wie man es bei H\u00f6rb\u00fcchern meistens macht.<br \/>\nBei Brailleb\u00fcchern sieht die Lage noch deutlich schlechter aus. Ein durchschnittliches Taschenbuch kann in Braille \u00fcbersetzt den Umfang mehrerer Telefonb\u00fccher annehmen, das sind diese Dinger, die man damals neben das W\u00e4hlscheibentelefon gelegt hat. F\u00fcr die sieben W\u00e4nde von Harry Potter m\u00fcsste man eine ganze Regalwand freir\u00e4umen. Es ist also ein Kosten- aber auch ein Platzfaktor.<br \/>\nDie Situation ist \u00e4hnlich f\u00fcr andere Behindertengruppen. Menschen, die wegen motorischer Einschr\u00e4nkungen keine B\u00fccher halten oder umbl\u00e4ttern k\u00f6nnen brauchen digitale B\u00fccher, die sie mit ihrer Software steuern k\u00f6nnen. Funktionale Analphabeten und Lese-Rechtschreib-Schwache profitieren von einer M\u00f6glichkeit, sich B\u00fccher strukturiert vorlesen zu lassen. Menschen mit Lernbehinderung ben\u00f6tigen Texte in Leichter Sprache. Auch Hier d\u00fcrften bez\u00fcglich des internationalen Austauschs \u00e4hnliche Schranken bestehen wie f\u00fcr Blinden-B\u00fccher. Last not least gilt das auch f\u00fcr Texte, die in Geb\u00e4rdensprache \u00fcbersetzt werden. Ich wei\u00df nicht, ob es tats\u00e4chlich B\u00fccher in Geb\u00e4rdensprache gibt, aber ausschlie\u00dfen w\u00fcrde ich es nicht.<br \/>\nAnders gesagt: Viele Behinderte profitieren von Erleichterungen beim Urheberrecht und Kopierschutz. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Warum_wir_das_brauchen\"><\/span>Warum wir das brauchen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Es geht dabei nicht nur um den Zugang zur Kultur, sondern auch um den Zugang zur Bildung \u00fcberhaupt. Trotz allem Internet, multimedialem Material und allen Gadgets stehen die meisten relevanten Informationen f\u00fcr Wissenschaft und Weiterbildung in B\u00fcchern oder buch\u00e4hnlichen Produkten. Die Verlags- und Bildungsindustrie hat sich, auch wenn sie das Gegenteil behauptet, seit Jahren als Blockierer der Digitalisierung erwiesen. Man schimpft zurecht auf die goldenen K\u00e4fige von Apple oder Amazon, aber es ist bequemer als sich mit dem DRM der Verlage zu besch\u00e4ftigen. Wir wollten eigentlich B\u00fccher lesen und nicht Handb\u00fccher studieren. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Das_Ganze_ist_nicht_kostenlos_zu_haben\"><\/span>Das Ganze ist nicht kostenlos zu haben<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Es gibt den Begriff des Nachteilsausgleichs. Das hei\u00dft, dass die Nachteile, die durch eine Behinderung entstehen durch Erleichterungen ausgeglichen werden sollen. Viele verwechseln das mit Privilegien und fordern oft Dinge, die dar\u00fcber hinaus gehen: Kostenlose Fahrt im Fernverkehr, kostenlose Mobilit\u00e4tszentralen, kostenlose Autos und so weiter.<br \/>\n\u00c4hnlich sieht es auch bei B\u00fcchern aus. Ich fordere allerdings nicht, dass Blinden oder Behinderten generell alle B\u00fccher kostenlos zur Verf\u00fcgung stehen m\u00fcssen. Die Forderung l\u00e4uft auf eine gleichberechtigte Zug\u00e4nglichkeit von Behinderten und Nicht-Behinderten hinaus. Es gibt handfeste Nachteile f\u00fcr Blinde, zum Beispiel die schlechte Barrierefreiheit der On-Leihe, die ausgeglichen w\u00fcrden. Ansonsten sollten alle Behinderten den gleichen Preis f\u00fcr B\u00fccher zahlen wie Nicht-Behinderte.<br \/>\nDas Seltsame am Verhalten der Verlage ist, dass es kaum eifrigere Leser als Blinde gibt. Mag sein, dass der durchschnittliche Deutsche zw\u00f6lf B\u00fccher im Jahr kauft, der durchschnittliche Blinde d\u00fcrfte meiner Erfahrung nach ein Buch pro Woche lesen \u2013 je nachdem, wie viel Freizeit er hat kann es durchaus auch mehr sein. Die meisten von ihnen w\u00fcrden auch das Geld f\u00fcr diese B\u00fccher zahlen, wenn sie ebenso wie Sehende an die B\u00fccher rank\u00e4men. Ich kenne einige Blinde, die sich den aktuellen Dan Brown sofort kaufen w\u00fcrden und die gek\u00fcrzte Audiofassung, die es vermutlich gibt links liegen lassen w\u00fcrden. Sie haben aber keine Wahl, denn das DRM verhindert, dass sie vern\u00fcnftig an die digitale Fassung rankommen.<br \/>\nNun m\u00f6gen Blinde keine besonders gro\u00dfe Zielgruppe sein, ich kann mir allerdings vorstellen, dass es bei anderen Behinderten nicht anders aussieht. Ihr Lesekonsum d\u00fcrfte weit \u00fcber dem Durchschnitt liegen, sofern sie zug\u00e4ngliche B\u00fccher erhalten. Wenn wir noch die Gruppe der funktionalen Analphabeten dazu nehmen haben wir eine sehr gro\u00dfe Gruppe von Menschen, die B\u00fccher kaufen w\u00fcrden, wenn sie in einer f\u00fcr sie zug\u00e4nglichen Form angeboten w\u00fcrden.<br \/>\nUm so \u00e4rgerlicher finde ich aber auch das Verhalten der deutschen und der anderen Blindenverb\u00e4nde. Blinde sind &#8211; vor allem im Westen &#8211; keine besonders gro\u00dfe Gruppe. Mag sein, dass der amerikanische Blindenverband schlagkr\u00e4ftig ist, der deutsche ist es sicher nicht. Wenn sich die Behindertenverb\u00e4nde zusammenschlie\u00dfen und au\u00dferdem die funktionalen Analphabeten und Leseschwachen einschlie\u00dfen w\u00fcrden, k\u00f6nnten sie sehr viel mehr Schlagkraft entwickeln. Stattdessen versuchen sie mit wie ich f\u00fcrchte wenig Erfolg, sich allein durchzuschlagen.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Zum_Weiterlesen\"><\/span>Zum Weiterlesen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<ul>\n<li>WIPO-Konferenz \u00fcber Urheberrechts-Schrankenregelungen: Harte K\u00e4mpfe um Ausnahmeregelungen f\u00fcr Blinde Netzpolitik<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/netz-barrierefrei.de\/en\/copyright.html\">Why Copyright and DRM are barriers for Disabled to Literature<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktuell steht mal wieder die Verhandlung \u00fcber die Schrankenregelung f\u00fcr Blinde an. Worum geht es dabei eigentlich und warum brauchen wir das? 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