{"id":590,"date":"2018-03-21T19:37:43","date_gmt":"2018-03-21T17:37:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/?page_id=590"},"modified":"2024-08-13T11:43:52","modified_gmt":"2024-08-13T09:43:52","slug":"bilder-fuer-blinde-beschreiben","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/bilder-fuer-blinde-beschreiben\/","title":{"rendered":"Komplexe Dinge f\u00fcr Blinde beschreiben"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/digitale-barrierefreiheit.podigee.io\/250-komplexe-inhalte-fur-blinde-beschreiben\/embed?context=external&#038;theme=default\" style=\"border: 0\" frameBorder=\"0\" height=\"100\" width=\"100%\"><\/iframe><br \/>\nBilder m\u00fcssen f\u00fcr Blinde beschrieben werden, da diese sie nicht sehen k\u00f6nnen. Das ist eine komplexe Aufgabe, die leider mehr Zeit und Hirnschmalz erfordert als der klassische Alternativtext im Web. Im folgenden Beitrag m\u00f6chte ich zeigen, worauf ihr bei Bild-Beschreibungen f\u00fcr Blinde achten solltet. Einen <a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/leitfaden-zum-schreiben-guter-alternativtexte\/\">Leitfaden f\u00fcr das Schreiben von Alternativtexten<\/a> gibt es hier.<br \/>\nWenn es Ihnen zu aufwendig ist, die Beschreibung aufzuschreiben, k\u00f6nnen sie diese auch als Audio erstellen. PowerPoint zum Beispiel hat eine Funktion, um Audio-Kommentare aufzunehmen. Dennoch ist auch hier eine gute Struktur und eine angemessene L\u00e4nge wichtig.<br \/>\nSie k\u00f6nnen au\u00dferdem auch <a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/die-zukunft-der-bild-beschreibung\/\">generative KI einsetzen, um sich bei der Bild-Beschreibung unterst\u00fctzen zu lassen<\/a>. <\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_88 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-white ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalt<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/bilder-fuer-blinde-beschreiben\/#Komplexe_Bewegungsablaeufe\" >Komplexe Bewegungsabl\u00e4ufe<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/bilder-fuer-blinde-beschreiben\/#Wegbeschreibungen\" >Wegbeschreibungen<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/bilder-fuer-blinde-beschreiben\/#Die_komplexe_Grafik\" >Die komplexe Grafik<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-4\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/bilder-fuer-blinde-beschreiben\/#Kunstwerke\" >Kunstwerke<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-5\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/bilder-fuer-blinde-beschreiben\/#Alt_oder_Long_Description\" >Alt oder Long Description?<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-6\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/bilder-fuer-blinde-beschreiben\/#Fazit\" >Fazit<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-7\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/bilder-fuer-blinde-beschreiben\/#Zum_Weiterlesen\" >Zum Weiterlesen<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Komplexe_Bewegungsablaeufe\"><\/span>Komplexe Bewegungsabl\u00e4ufe<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Vorneweg sei gesagt, dass nicht nur Blinde, sondern viele andere Menschen von verbalen Beschreibungen profitieren. Das ist kein Gutmenschentum, sondern Service. Nehmen wir das Beispiel einer sportlichen \u00dcbung. Das beste \u00dcbungsbuch der Welt k\u00e4mpft mit zwei Problemen bei grafischen Darstellungen: <\/p>\n<ol>\n<li>Es ist zweidimensional<\/li>\n<li>Es kann bestenfalls Momentaufnahmen darstellen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zu 1. Der menschliche K\u00f6rper ist bekannterma\u00dfen dreidimensional. Ein Bild kann aber immer nur zweidimensional sein, im Buch sowieso. Im Internet k\u00f6nnte man sich noch mit Rund-um-Aufnahmen behelfen, die ich aber noch nicht zu Gesicht bekommen habe.<br \/>\nDas hat zur Folge, dass man immer nur einen Teil des K\u00f6rpers aufnehmen kann, jener, der der Kamera zugewandt ist. Weiterhin muss sich der Fotograf entscheiden, ob er eine Ganzk\u00f6rper-Aufnahme macht oder einen besonders wichtigen Teil des K\u00f6rpers hervorhebt. Bei einer Ganzk\u00f6rper-Aufnahme sieht man die Details nur unscharf bei einer Teilaufnahme sieht man nicht, was der Mensch mit seinen Armen oder Beinen macht oder wie er den Kopf h\u00e4lt. Bei einer Vorderaufnahme sieht man nicht, ob er seinen R\u00fccken durchgestreckt hat und so weiter.<br \/>\nZu 2. Wenn man nicht gerade eine Videoaufnahme oder ein Daumenkino hat kann man grafisch nur Zust\u00e4nde abbilden. Da der Platz und die Geduld des sportlers begrenzt sind, begn\u00fcgt man sich oft mit einer Darstellung der Ausgangsstellung, der Mittelstellung und der Endstellung. Meistens ist es noch spartanischer und man zeigt nur eine Aufnahme der wichtigsten Position.<br \/>\nDie prozessuale Beschreibung ist f\u00fcr solche komplexen Abl\u00e4ufe die sinnvollste Beschreibungsform. Das hei\u00dft, man beschreibt zun\u00e4chst die Ausgangsstellung mit allen relevanten Details: Durchgestreckter R\u00fccken, F\u00fc\u00dfe schulterbreit, H\u00e4nde mit dem Handr\u00fccken nach oben gerade ausgestreckt und so weiter. Wenn die Ausgangsstellung f\u00fcr mehrere \u00dcbungen gleich ist, gen\u00fcgt es, sie einmal zu beschreiben und ihr einen Standardnamen wie \u201eAusgangshaltung\u201c oder \u201eVierf\u00fc\u00dfler-Stand\u201c zu geben. Wenn ein K\u00f6rperteil w\u00e4hrend der \u00dcbung unver\u00e4ndert bleibt, stellt man das zu Beginn fest: \u201eDer R\u00fccken bleibt immer durchgestreckt\u201c.<br \/>\nDann werden nach und nach die Bewegungen beschrieben, die mit dem K\u00f6rper gemacht werden sollen. Bewegungen, die in einer bestimmten Reihenfolge erfolgen sollen werden in dieser Reihenfolge beschrieben. Bewegungen, die parallel erfolgen, werden nat\u00fcrlich direkt hintereinander beschrieben, anders geht es leider nicht.<br \/>\nWichtig ist auch, die K\u00f6rperhaltung zu beschreiben, die das Ende der \u00dcbung bildet. Wenn das die Ausgangsstellung ist, reicht ein Verweis darauf, ansonsten muss die Endstellung ebenso beschrieben werden wie die Ausgangsstellung.<br \/>\nDas klingt aufwendiger, als es ist. Mark Lauren hat das in seinem Buch \u201eFit ohne Ger\u00e4te\u201c so gemacht, ohne diese Anleitung zu kennen. Es gibt unz\u00e4hlige Yoga-CDs, die das so machen m\u00fcssen, da die Leute die \u00dcbungen nur mit den CDs durchf\u00fchren sollen. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Wegbeschreibungen\"><\/span>Wegbeschreibungen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Blinde sind hervorragend darin, ihnen bekannte Wege Sehenden zu beschreiben. Sehende sind miserabel darin, Blinden Wege zu beschreiben.<br \/>\nZun\u00e4chst einmal scheinen die meisten Sehenden keine Stra\u00dfennamen zu kennen. Das scheint sich mit den Navis noch verschlimmert zu haben, liegt aber oft auch in der Natur der Sache. Jeder Bonner wei\u00df, wo der Posttower steht und k\u00f6nnte ihn auch ohne Karte finden. Aber die Adresse &#8211; hm &#8211; keine Ahnung. Das gilt auch f\u00fcr andere Institutionen wie das Haus der Geschichte, das Palais Schaumburg oder auch den Kaufhof. Blinde kennen hingegen oft nur die Adresse, wo sie hinwollen. Wenn sie in der Stadt fremd sind, wissen sie auch nicht, welche markanten Punkte in der N\u00e4he sind. F\u00fcr Blinde ist es deshalb immer empfehlenswert, \u00fcber Google Maps oder \u00e4hnliche Dienste herauszufinden, ob markante Punkte wie Gesch\u00e4fte oder Restaurants in der N\u00e4he von dem Sind, was sie suchen.<br \/>\nDie Beschreibung Sehender ist bestenfalls nur zehn Meter genau. Ich nehme alles buchst\u00e4blich, wenn jemand sagt, das Geb\u00e4ude oder die Stra\u00dfe ist neben &#8230; dann gehe ich auch neben XY. F\u00fcr einen Sehenden kann aber &#8222;neben&#8220; alles M\u00f6gliche hei\u00dfen, zum Beispiel in Sichtweite, aber auch vor oder hinter XY.<br \/>\nGehen wir einmal davon aus, dass die Beschreibung im Internet steht und ein \u00f6ffentliches Verkehrsmittel einschlie\u00dft. Ich nehme als Beispiel das Gustav-Heinemann-Haus in Bonn Tannenbusch. Wir fahren also mit der Stra\u00dfenbahn 16\/63 Richtung Bonn West bis zur Haltestelle Tannenbusch Mitte. An der Haltestelle steigen wir aus und gehen entgegen der Fahrtrichtung Richtung Ausgang. Vor dem Bahnhof befindet sich ein Einkaufszentrum, an dem man links vorbei gehen kann. Wir erreichen eine stark frequentierte Hauptstra\u00dfe, die wir nicht \u00fcberqueren, sondern biegen an dieser Stelle nach rechts ab und folgen der Stra\u00dfe. Von hier aus gehen wir einige Hundert Meter gerade aus und \u00fcberqueren dabei diverse Nebenstra\u00dfen und durchqueren eine Art Park, bleiben aber an der Stra\u00dfe. Die Stra\u00dfe m\u00fcndet in eine Querstra\u00dfe, die ebenfalls stark frequentiert wird. Wenn wir diese Stra\u00dfe erreicht haben, befindet sich das Gustav-Heinemann-Haus zu unserer Rechten.<br \/>\nErwischt, ich wei\u00df weder, wie die eine noch die andere Stra\u00dfe hei\u00dft, aber ich hoffe, die Systematik ist klar geworden. Eine pr\u00e4zise Entfernungsangabe macht ab 20 &#8211; 30 Meter keinen Sinn mehr. F\u00fcr den Blinden ist aber vor allem wichtig, dass er wei\u00df, dass er auf dem richtigen Weg ist. Lange, aber gradlinige Wege sind einfacher als kurze, aber kurvenreiche Wege.<br \/>\nF\u00fcr Passanten- die helfen m\u00f6chten sieht die Sache ein wenig einfacher aus. Der Blinde wird, je nachdem, wie komplex die Strecke ist, so oder so mehrfach fragen m\u00fcssen, deshalb reichen grobe Beschreibungen vollkommen aus. Nicht hilfreich sind pr\u00e4zise Beschreibungen wie &#8222;da&#8220; oder &#8222;immer geradeaus&#8220;, wenn der Blinde sich Richtung Abgrund gedreht hat. Die meisten Leute k\u00f6nnen weder Wegdauer noch Wegstrecke exakt einsch\u00e4tzen, aber eine grobe Einsch\u00e4tzung (50 Meter, f\u00fcnf Minuten etc.) ist besser als nichts.<br \/>\nMan kann auch gerne auf nicht offensichtliche Gefahren wie ruhende Baustellen, Dornengestr\u00fcpp und \u00e4hnliche Blinden-Fallen hinweisen. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Die_komplexe_Grafik\"><\/span>Die komplexe Grafik<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Heute muss sich fast jeder mit komplexen Grafiken herumschlagen. Eine Beschreibung f\u00fcr einfache Diagramme anzulegen erscheint mir nicht sinnvoll, wenn die Werte des Diagramms als Tabelle vorliegen. Da m\u00f6gen sich Relationen nicht auf einen Blick erschlie\u00dfen, aber eine Beschreibung eines so sachlichen Objekts ist zwangsl\u00e4ufig zu selektiv, wenn sie rein verbal erfolgt.<br \/>\nKomplexe Grafiken wie Prozessabl\u00e4ufe stellen hingegen eine gr\u00f6\u00dfere Herausforderung da. Zun\u00e4chst sollte beschrieben werden, worum es \u00fcberhaupt geht. Der zweite Schritt ist ein grober \u00dcberblick, zum Beispiel l\u00e4sst sich die Grafik meistens in mehrere Sequenzen oder Abschnitte gliedern, die man zun\u00e4chst benennen kann. Das erm\u00f6glicht dem Blinden, sich den groben Aufbau vorzustellen. Dann sollten die wichtigsten Elemente oder Prozesse nach und nach erl\u00e4utert werden. Dabei ist es sinnvoll, einen Prozess nach dem anderen zu beschreiben, wenn mehrere Prozesse unabh\u00e4ngig voneinander verlaufen.<br \/>\nWirklich kompliziert wird es, wenn mehrere Prozesse parallel verlaufen, aber es Abh\u00e4ngigkeiten gibt. Auch in diesem Fall halte ich es f\u00fcr am sinnvollsten, zun\u00e4chst die Prozesse einzeln zu beschreiben und erst anschlie\u00dfend die Abh\u00e4ngigkeiten darzustellen.<br \/>\nAuch wenn Tabellen f\u00fcr Flie\u00dftext normalerweise verp\u00f6nt sind, bieten sie f\u00fcr unseren Zweck interessante M\u00f6glichkeiten. So erm\u00f6glichen sie es, Sequenzen abzubilden. Eine Sequenz k\u00f6nnte zum Beispiel aus einer Spalte bestehen, parallele Elemente werden in einer Zeile dargestellt. HTML-Tabellen haben zurecht einen schlechten Ruf, aber sie lassen sich leichter sequentiell erschlie\u00dfen als normaler Flie\u00dftext und k\u00f6nnen Parallelit\u00e4t besser abbilden als verschachtelte Listen und was man sonst f\u00fcr diesen Zweck nutzen w\u00fcrde. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Kunstwerke\"><\/span>Kunstwerke<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Die komplexeste Aufgabe d\u00fcrfte die <span class=\"removed_link\" title=\"http:\/\/bildbeschreibungen.wordpress.com\/\">Beschreibung eines Kunstwerks sein<\/span>. Es ist nicht schwierig zu beschreiben, was abgebildet ist: blaue Berge, braune Pferde, gr\u00fcne Wiese&#8230; Aber wer das tut macht keinen Unterschied zwischen einem van Gogh oder einer Postkarte. Es gibt Hunderttausend Landschaften, die genau so aussehen.<br \/>\nSpannend wird es dort, wo die reine inhaltliche Beschreibung sich mit der Interpretation vermischt. Sp\u00e4testens hier sto\u00dfen wir an die Grenzen des Beschreibbaren. Nat\u00fcrlich kann man einem Geburtsblinden mitteilen, dass der Maler unterschiedliche T\u00f6ne von rot verwendet hat. Man k\u00f6nnte ihm versuchen zu beschreiben, was diese Unterschiede bedeuten, welche optische Wirkung sie haben und wie man die Intention des Malers interpretiert, was aber schon schwierig ist. Aber auch, wenn der Blinde das rein intelektuell nachvollziehen kann, er wird nie die gleiche Empfindung haben wie der flei\u00dfige Kunstkenner, der ihm das Bild beschrieben hat. Bei der Musik ist es im Prinzip das Gleiche, ein Musikst\u00fcck l\u00e4sst sich leicht beschreiben, die eigenen Empfindungen dazu auch, aber das l\u00f6st beim Zuh\u00f6rer nicht den gleichen Effekt aus, solange er das St\u00fcck nicht selbst h\u00f6rt. Ich sehe auch keinen Weg, wie sich das Problem l\u00f6sen l\u00e4sst. Es ist auch das typische Problem von Audiodeskriptionen f\u00fcr Videos. Klar kann man relativ viel beschreiben, dennoch gehen ein Gro\u00dfteil der Szenerie und der Schauspielerei verloren. Ich h\u00f6re h\u00e4ufiger, dass dieser ein guter und jener ein schlechter Schauspieler sei. Ich selbst bin au\u00dfer Stande, das zu beurteilen, im Gegenteil, ich k\u00f6nnte Arnold Schwarzenegger nicht von Terrence Hill unterscheiden, denn beide haben den gleichen Sychronsprecher..<br \/>\nDas d\u00fcrfte der Grund sein, warum die meisten Blinden Literatur oder Radio dem Fernsehen und anderer eher visuell ausgerichteter Kultur vorziehen. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Alt_oder_Long_Description\"><\/span>Alt oder Long Description?<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Die Long Description wurde in HTML5 abgeschafft. Sie war urspr\u00fcnglich f\u00fcr lange Beschreibungen gedacht, hat sich in der Breite aber nie durchgesetzt. Das hei\u00dft, Flie\u00dftext ist die einzige M\u00f6glichkeit, Grafiken umfangreich zu beschreiben.<br \/>\nDer Alternativtext ist in keinem Fall die richtige Stelle f\u00fcr lange Beschreibungen. Zum Einen l\u00e4sst sich in diesen Texten nicht navigieren, der Blinde kann sich die Beschreibung immer nur als Ganzes anh\u00f6ren, was bei mehr als 100 Zeichen anstrengend ist, wenn man eine bestimmte Stelle innerhalb dieses Textes sucht. Zum Anderen st\u00f6ren lange Alternativtexte zum Beispiel bei Text-Bild-Strecken den Lesefluss.<br \/>\nAuch f\u00fcr eine Bild-Unterschrift d\u00fcrften ausf\u00fchrliche Beschreibungen zu lang sein. Am sinnvollsten erscheint es deshalb, die Texte direkt im Flie\u00dftext unterzubringen. Wie schon erw\u00e4hnt profitieren alle Nutzer von solchen Beschreibungen.<br \/>\nIn F\u00e4llen, in denen Beschreibungen tats\u00e4chlich nur f\u00fcr Blinde interessant sind oder wo der Flie\u00dftext wegen Begrenzungen nicht gen\u00fcgend Platz bietet ist ein Popup der beste Platz f\u00fcr lange Beschreibungen.<br \/>\nEine neue Methode ist das Detail-Tag. Das Detail-Tag ist ein Tag, der ein- oder ausgeblendet werden kann. Er sieht so aus, hier ohne spitze Klammern:<br \/>\ndetail<br \/>\nsummary Zusammenfassung \/summary<br \/>\ndiv Details zur Grafik \/div<br \/>\n\/detail<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Fazit\"><\/span>Fazit<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Meine Theorie ist, dass Blinde anhand von Beschreibungen eine relativ gute Vorstellung davon gewinnen k\u00f6nnen, wie ein Gegenstand aufgebaut ist. Der Anfang 2014 verstorbene blinde Psychologe Zoltan Torey, erz\u00e4hlt in seiner Biographie, dass er sich m\u00fchelos das Innere einer Maschine imaginieren konnte, das Ineinandergreifen der Zahnr\u00e4der, das Geflecht aus Riemen und Kolben und deren Zusammenspiel. Mit seiner Imaginationsf\u00e4higkeit war er in der Lage, sein Dach neu zu decken. Blinde Frauen k\u00f6nnen sich blind schminken oder ihre Kleider selbst zusammenstellen, was vermutlich erhebliche visuelle Phantasie verlangt, wenn man nicht wie ein Paradiesvogel aussehen m\u00f6chte.<br \/>\nDie Ursache d\u00fcrfte darin liegen, dass Blinde sehr bald trainieren m\u00fcssen, ihre Informationen aus rein verbalen Beschreibungen zu gewinnen. Da sie das tagt\u00e4glich tun m\u00fcssen, werden sie fast zwangsl\u00e4ufig Experten daf\u00fcr. Da Geburtsblinde keine Kapazit\u00e4ten zur visuellen Informationsverarbeitung entwickeln mussten, d\u00fcrften sie sp\u00e4ter erblindeten in dieser F\u00e4higkeit \u00fcberlegen sein.<br \/>\nEs gibt Sehende, die <a href=\"http:\/\/www.blindverstehen.de\/bildbeschreibung.html\">gerne Blinde begleiten<\/a>, weil sie dadurch gezwungen sind, sich intensiver mit Kunstwerken zu besch\u00e4ftigen. Normalerweise eilt man durch Ausstellungen, als ob es nicht sinnvoller w\u00e4re, sich intensiv mit einem Objekt zu besch\u00e4ftigen, statt sich 100 anzuschauen, von denen keines einen nachhaltigen Eindruck hinterl\u00e4sst. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Zum_Weiterlesen\"><\/span>Zum Weiterlesen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/barrierefreie-redaktion\/grafiken-und-bilder\/alternativtexte-auf-webseiten-anzeigen-lassen\/\">Alternativtexte auf Webseiten anzeigen lassen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/barrierefreie-redaktion\/grafiken-und-bilder\/bilder-und-grafiken-fuer-sehbehinderte-optimieren\/\">Bilder\/Grafiken f\u00fcr Menschen mit Sehbehinderung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/bildbeschreibungen.com\/\">Bilder f\u00fcr Blinde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/tu-dresden.de\/ing\/informatik\/ai\/mci\/forschung\/forschungsgebiete\/mosaik-zugaengliche-grafiken-fuer-und-von-blinden-nutzern\">Projekt der TU Dresden zu taktilen Diagrammen f\u00fcr Blinde<\/a><\/li<>\n<li><a href=\"https:\/\/netz-barrierefrei.de\/en\/digital-teaching.html\">Inclusion in digital teaching &#8211; an interview<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-publizieren\/barrierefreie-pdfs\/pdfs-auf-barrierefreiheit-pruefen\/alternativtexte-in-pdf-dokumenten-anzeigen-lassen\/\">Alternativtexte in PDF anzeigen lassen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/github.com\/benetech\/AccessibleImageSampleBook\/commit\/d569965b8b2882d2c355bf6e30a037bc04666bc3#diff-63722faa7b9a894e933a3818cb9be1168a7c652d091b114872d74185a82080da\">Accessible Image Example Book<\/a> &#8211; Handreichung des Diagram Center<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/netz-barrierefrei.de\/en\/desc-blind.html\">How to describe complex things for the Blind<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bilder m\u00fcssen f\u00fcr Blinde beschrieben werden, da diese sie nicht sehen k\u00f6nnen. 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