{"id":627,"date":"2018-03-21T20:07:04","date_gmt":"2018-03-21T18:07:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/?page_id=627"},"modified":"2019-07-31T21:20:01","modified_gmt":"2019-07-31T19:20:01","slug":"barrierefreie-navigation","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/konzeption\/barrierefreie-navigation\/","title":{"rendered":"Barrierefreie Navigation"},"content":{"rendered":"<p>In einem \u00e4lteren Beitrag hatte ich <span class=\"removed_link\" title=\"http:\/\/www.oliveira-online.net\/wordpress\/index.php\/2010\/11\/05\/haufig-gestellte-fragen-der-sinn-von-redundanz\/\">viel Verwirrendes \u00fcber Redundanz geschrieben<\/span>. Dabei habe ich mich ein wenig um das Thema herumgeschlichen, der Beitrag war sehr unkonkret. Ich will das Thema erneut aufgreifen und am Beispiel von Nutzerf\u00fchrungen anschaulich machen. Webdesigner werden hier nichts Neues lernen, ich will nur zeigen, wie viele Wege es gibt, sich durch die Website zu hangeln. <\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_82_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-white ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalt<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/konzeption\/barrierefreie-navigation\/#Die_Monohierarchie_%E2%80%93_klassische_Navigation\" >Die Monohierarchie \u2013 klassische Navigation<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/konzeption\/barrierefreie-navigation\/#Die_Polyhierarchie_%E2%80%93_Web_20\" >Die Polyhierarchie \u2013 Web 2.0<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/konzeption\/barrierefreie-navigation\/#Weiterfuehrendes\" >Weiterf\u00fchrendes<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Die_Monohierarchie_%E2%80%93_klassische_Navigation\"><\/span>Die Monohierarchie \u2013 klassische Navigation<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Die meisten klassischen Webseiten basieren heute auf einer simplen Hierarchie: Ober- und Unterkategorien. Wir machen uns selten bewu\u00dft, welche Rolle dieses Denkmodell in unserer Gesellschaft spielt. Die Kategorisierung ist ein erstaunlich eleganter Weg, um auch sehr gro\u00dfe Mengen an Informationen zu organisieren. Das nennt man starke Hierarchie, weil jedes Objekt nur einer Ebene zugeordnet ist. Dazu ein Zitat aus Henrik Arndts lesenswertem Buch zur Informationsarchitektur:<\/p>\n<blockquote><p>Nahezu alle Klassifikationen sind hierarchisch strukturiert, so auch die meisten bedeutenden  Klassifikationen f\u00fcr Bibliotheken. In einer Hierarchie sind mehrere Informationssektionen in verschiedenen Ebenen einander \u00fcber- oder untergeordnet und jeweils von Ebene zu Ebene  miteinander verkn\u00fcpft. Dabei bildet die jeweils \u00fcbergeordnete Sektion die Kategorie f\u00fcr alle ihr untergeordneten Sektionen.<br \/>\n&#8230; Die Strukturierung von Informationen mittels Hierarchien ist sehr effektiv. Jeder einzelnen Sektion sind nur die Eigenschaften zugewiesen, die sie von der ihr \u00fcbergeordneten Kategorie unterscheidet. Alle anderen Eigenschaften ergeben sich aus der Position innerhalb der Struktur. (Henrik Arndt. Integrierte Informationsarchitektur. Springer 2006, Seite 135f.)<\/p><\/blockquote>\n<p>Jeder, der schon mal ein Kategorisierungssystem aufgebaut hat, ist sich der Schw\u00e4che dieses Systems bewusst. Denken wir an die Bibliothek, wo sich jedes Buch fast immer mehreren Sachgebieten zuordnen l\u00e4sst und die Entscheidung, wo es schlie\u00dflich eingeordnet wird, auf banalen Faktoren basieren kann. Bei Webseiten haben wir im Gro\u00dfen und Ganzen das gleiche Problem im versch\u00e4rftem Ma\u00dfe. Zum Einen sollen zu viele Hauptnavigationspunkte vermieden werden. Schlimmer als viele Navigationspunkte sind verschachtelte Navigationen, vor allem wenn sie aus dynamisch generierten Aufklapp-Dingern bestehen. Die Zahl der Leute, die damit nicht zurecht kommen, d\u00fcrfte nicht nur <span class=\"removed_link\" title=\"http:\/\/hyperkontext.at\/weblog\/artikel\/dropout-rate-bei-flyout-menues-auf-websites\/\">unter Menschen mit Behinderungen gro\u00df sein<\/span>.<br \/>\nDas Problem besteht darin, da\u00df die Nutzer uns wahrscheinlich auf die zweite Hierarchieebene folgen werden, da\u00df man aber schon hochmotiviert sein mu\u00df, um auf die dritte oder gar vierte Ebene herabzusteigen. In Wirklichkeit werden viele auf der zweiten Ebene kapitulieren, denn sie wissen nicht, wo sie sind<br \/>\nEs kommt nicht so sehr darauf an, wie viele Ebenen und Kategorien wir noch \u00fcberblicken k\u00f6nnen. Vielleicht haben wir auch gerade keine Lust, intellektuelle Hochleistungen zu vollbringen und den Assoziationen des Webgestalters zu folgen. Wer wei\u00df denn, ob die gesuchte Information tats\u00e4chlich hinter dem n\u00e4chsten Klick lauert oder vielleicht noch der b\u00f6se Zonk? Wer sich hoffnungslos in der dritten Ebene verlaufen hat, macht das, was jeder erfahrene Internet-User von Anfang an getan h\u00e4tte, er geht \u00fcber Google, gibt den Namen der Website und den Suchbegriff ein und wird mit gr\u00f6\u00dferer Wahrscheinlichkeit oder zumindest schneller das Gesuchte finden. Der weniger versierte Nutzer wird der Site auf Dauer den R\u00fccken kehren.<br \/>\nDas T\u00fcckische an den Hierarchien besteht darin, da\u00df wir nur das sehen, was in der gerade ge\u00f6ffneten Ebene vorhanden ist. \u00d6ffnen wir eine Ebene, schlie\u00dft sich die letzte Ebene. Aber kaum ein Mensch wird es auf sich nehmen, sich durch die Ebenen zu hangeln. Frei nach Murphys Gesetz ist das Gesuchte immer dort, wo man gerade nicht sucht.<br \/>\nF\u00fcr Blinde ergibt sich das spezielle Problem, dass sie sich linear durch die Website hangeln. Wenn ich eine mir unbekannte Website \u00f6ffne, muss ich mit dem Screenreader s\u00e4mtliche Navigationspunkte durchgehen, um das Gesuchte zu finden. Und das mache ich nicht einmal, sondern ich muss das bei jedem Neuladen der Seite wiederholen, nur kommen nat\u00fcrlich weitere Ebenen dazu, der Prozess verl\u00e4ngert sich also. Das ist ein generelles Problem f\u00fcr Tastaturnutzer, denn sie k\u00f6nnen die Navigationspunkte nicht mit dem Mauscursor direkt anspringen, sondern m\u00fcssen mit der Tastatur durchtabben.<br \/>\nmenscheln mit kognitiven Einschr\u00e4nkungen haben oft Schwierigkeiten, sich in komplexen Strukturen zu orientieren. Versch\u00e4rfend kommt aber hinzu, dass die Konzepter m\u00f6glichst originell sein wollen oder jargonlastig sind (zum Beispiel die Websites von Banken). Nicht nur sie wissen meist nicht, was der Webworker mit Brokerage oder Investorrelations meint. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Die_Polyhierarchie_%E2%80%93_Web_20\"><\/span>Die Polyhierarchie \u2013 Web 2.0<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Die Polyhierarchie ist die Zuordnung von Objekten zu mehreren Rubriken. Bekanntestes Beispiel ist die Kategorisierung in Weblogs. Die Kategorie legt die generelle Einordnung eines Beitrags fest, w\u00e4hrend die Tags oder Labels eine pr\u00e4zisere Einordnung des Beitrags zulassen. Eine Tagcloud erlaubt durch die unterschiedliche Gr\u00f6\u00dfe der Worte eine schnelle Orientierung dar\u00fcber, wor\u00fcber der Autor haupts\u00e4chlich schreibt und gibt nebenbei auch die M\u00f6glichkeit, gezielter nach Beitr\u00e4gen zu einem bestimmten Thema zu suchen, ohne sich den Kopf \u00fcber den korrekten Suchbegriff zu zerbrechen. Das nennt man schwache Hierarchie, weil die Zuordnung nicht eindeutig ist.<br \/>\nGenerell ist das Prinzip schwacher Hierarchien eine gute L\u00f6sung f\u00fcr Websites mit vielen Beitr\u00e4gen. Leider \u00fcbertreiben es viele Blogger mit den Kategorien und Tags. Ich wundere mich oft dar\u00fcber, wie viele auch ungenaue Tags die Leute ihren Beitr\u00e4gen einordnen und wie verschwenderisch sie mit Kategorien arbeiten. Letzten Endes muss man hier die gleichen Regeln wie beim Aufbau einer Navigation beachten: die Zahl der Elemente spielt erst dann eine Rolle, wenn das gesamte Ordnungssystem un\u00fcbersichtlich, unverst\u00e4ndlich oder ungenau wird. Menschen mit Behinderungen haben dann generell die gleichen Probleme mit Polyhierarchien, wie ich sie oben mit Navigationen beschrieben habe. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Weiterfuehrendes\"><\/span>Weiterf\u00fchrendes<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Guide to Website Navigation Design  Patterns von Six Revisions<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem \u00e4lteren Beitrag hatte ich viel Verwirrendes \u00fcber Redundanz geschrieben. 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