{"id":874,"date":"2018-04-07T17:21:38","date_gmt":"2018-04-07T15:21:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/?page_id=874"},"modified":"2023-10-07T13:56:37","modified_gmt":"2023-10-07T11:56:37","slug":"kognitive-einschraenkungen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/formen-von-einschraenkungen\/kognitive-einschraenkungen\/","title":{"rendered":"Barrierefreiheit f\u00fcr kognitiv behinderte Menschen"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/digitale-barrierefreiheit.podigee.io\/69-kognitive-behinderungen\/embed?context=external&#038;theme=default\" style=\"border: 0\" frameBorder=\"0\" height=\"100\" width=\"100%\"><\/iframe><br \/>\nIm Bereich  Barrierefreiheit f\u00fcr digitale Systeme wird nach wie vor in erster Linie an K\u00f6rperbehinderte gedacht. F\u00fcr diese sehr gro\u00dfe Gruppe besteht gro\u00dfer Handlungs- und Forschungsbedarf. Wir wissen, dass Geh\u00f6rlose in der Regel besser klar kommen, wenn Videos mit Geb\u00e4rdensprache eingesetzt werden. Wir wissen auch, dass Menschen mit geistiger Behinderung von Inhalten in Leichter Sprache profitieren. Dass beides heute nur eingeschr\u00e4nkt zur Verf\u00fcgung gestellt wird, steht auf einem anderen Blatt. Wir wissen aber noch nicht genau genug, wie wir Menschen mit kognitiven Behinderungen unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. <\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_82_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-white ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalt<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/formen-von-einschraenkungen\/kognitive-einschraenkungen\/#Was_sind_kognitive_Behinderungen\" >Was sind kognitive Behinderungen?<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/formen-von-einschraenkungen\/kognitive-einschraenkungen\/#Einige_Loesungsansaetze\" >Einige L\u00f6sungsans\u00e4tze<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/formen-von-einschraenkungen\/kognitive-einschraenkungen\/#Fazit\" >Fazit<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Was_sind_kognitive_Behinderungen\"><\/span>Was sind kognitive Behinderungen? <span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Die Definition kognitiver Behinderungen ist aus vielen Gr\u00fcnden schwierig. Das liegt nicht nur daran, dass sich viele Betroffene selbst nicht als Behinderte bezeichnen w\u00fcrden. Andere Begriffe wie St\u00f6rung, Einschr\u00e4nkung oder Erkrankung sind noch unsch\u00e4rfer, also schauen wir uns einfach einmal an, was eine kognitive Einschr\u00e4nkung ausmacht.<br \/>\nMan kann sehr grob zwei Formen von Einschr\u00e4nkung unterscheiden: Die k\u00f6rperliche oder sinnliche Behinderung schr\u00e4nkt die Sinneswahrnehmung oder Bewegungsf\u00e4higkeit des Betroffenen ein. Die kognitive Behinderung schr\u00e4nkt die F\u00e4higkeit des Betroffenen ein, Informationen im Gehirn zu verarbeiten. In unserem Zusammenhang spielt es keine Rolle, ob diese Einschr\u00e4nkung angeboren oder erworben wurde.<br \/>\nDieser Bereich kann eine ganze Reihe von Erkrankungen einschlie\u00dfen. Genannt seien zum Beispiel bestimmte Formen von Autismus, dementielle Erkrankungen, Aufmerksamkeitsst\u00f6rungen (ADHS), Lernst\u00f6rungen oder auch bestimmte Formen psychischer Erkrankungen wie Angstst\u00f6rungen. Gerade alters-typische Erkrankungen wie die Demenz nehmen immer mehr zu.<br \/>\nNat\u00fcrlich handelt es sich um sehr unterschiedliche Ausformungen von Behinderungen, Krankheiten, St\u00f6rungen oder wie auch immer man das nennen m\u00f6chte. Die Ergebnisse bei der Mensch-Computer-Interaktion sind aber recht \u00e4hnlich. Hier einige wichtige Aspekte:<\/p>\n<ul>\n<li>schlechtes Kurz- und Langzeitged\u00e4chtnis<\/li>\n<li>geringes Abstraktionsverm\u00f6gen<\/li>\n<li>eingeschr\u00e4nktes sprachlich-verbales oder visuelles Verst\u00e4ndnis<\/li>\n<li>eingeschr\u00e4nkte F\u00e4higkeit, mit unvorhergesehen Ereignissen wie Fehlermeldungen umzugehen<\/li>\n<li>damit verbunden Schwierigkeiten bei der Entwicklung komplexer Probleml\u00f6se-Strategien<\/li>\n<\/ul>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Einige_Loesungsansaetze\"><\/span>Einige L\u00f6sungsans\u00e4tze<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Abgeleitet aus diesen Problemlagen lassen sich ein paar L\u00f6sungsans\u00e4tze beschreiben.<br \/>\nEine Website muss aus der Sicht eines Au\u00dfenstehenden gedacht werden, wenn sie tats\u00e4chlich benutzerfreundlich sein soll. Ein Au\u00dfenstehender ist thematisch orientiert und ihn interessiert nicht, wie das Unternehmen strukturiert ist, wenn er sich nicht gerade dort bewerben oder es ausspionieren will.<br \/>\nEine Website muss logisch und konsistent aufgebaut sein. Der Besucher muss immer wissen, wo er gerade ist, wie er wieder zur\u00fcckkommt und wo er am besten als n\u00e4chstes hingehen sollte. Untersuchungen zeigen, dass erfahrene Nutzer Websites und ihre Suchmaschinen gar nicht mehr benutzen, sondern immer zu Google zur\u00fcckkehren, um etwas auf einer bestimmten Website zu finden. Es spricht f\u00fcr sich, dass das wesentlich schneller geht als etwas auf der Website selbst zu finden.<br \/>\nEs muss verschiedene Wege zur Erschlie\u00dfung des Inhalts geben. M\u00f6chte man wissen, wie gut eine Website ist, probiert man ihre Suchmaschine aus. Wie hochwertig sind die Ergebnisse, die sie auswirft? Sind die Ergebnisse nach Relevanz gewichtet oder einfach nur sinnfrei aufgelistet. Reicht der angezeigte Schnipsel aus, um festzustellen, ob ein Ergebnis relevant ist oder nicht? Auch eine Sitemap bietet oft mehr \u00dcbersichtlichkeit als eine Navigation.<br \/>\nDie Texte m\u00fcssen k\u00fcrzer und verst\u00e4ndlicher werden. Es gibt gelegentlich Versuche f\u00fcr eine b\u00fcrgernahe Verwaltungssprache, die aber meistens \u00fcber Pilotprojekte nicht hinausgehen. Banken sind gar keine Beh\u00f6rden, scheinen aber die Beh\u00f6rdensprache mit Finanzjargon angereichert f\u00fcr sich entdeckt zu haben.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/verstaendlichkeit-von-informations-grafiken\/\">Visualisierung ist ein weiterer Mosaikstein<\/a>, um mehr Verst\u00e4ndlichkeit in Texte zu zaubern. Sie sind ein Bestandteil der Leichten Sprache und der Unterst\u00fctzten Kommunikation. Menschen, die Probleme beim Textverst\u00e4ndnis haben profitieren h\u00e4ufig von visuellen Illustrationen. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Fazit\"><\/span>Fazit<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Von diesen Ma\u00dfnahmen profitieren alle Nutzer mit und ohne Behinderung. So ist die Aufmerksamkeit eines mobilen Website-Nutzers geringer als bei einem station\u00e4ren Ger\u00e4t, er hat weniger \u00dcberblick und profitiert daher von einem einfachen Seitenaufbau. Gut gemachte Visualisierungen helfen visuell orientierten Nutzern.<br \/>\nSehbehinderte und Blinde m\u00fcssen sich den Seitenaufbau einpr\u00e4gen, weil sie zu keinem Zeitpunkt eine Webseite komplett \u00fcberblicken k\u00f6nnen. Mit anderen Worten, wir alle sind von Zeit zu Zeit von kognitiven Einschr\u00e4nkungen betroffen. Alle Nutzer profitieren von Ma\u00dfnahmen, die kognitiv Behinderten zugute kommen.<br \/>\nNach wie vor besteht hoher Forschungsbedarf. So hat die Initiative des W3C f\u00fcr Barrierefreiheit eine <a href=\"https:\/\/www.w3.org\/WAI\/about\/groups\/task-forces\/coga\/\">Taskforce zu diesem Thema gestartet<\/a>. Vor allem dementielle Erkrankungen werden voraussichtlich aufgrund des demographischen wandelst zunehmen. Daher ist es w\u00fcnschenswert, dass wir klarere Erkenntnisse zu dem Thema gewinnen.<br \/>\nInzwischen gibt es <a href=\"https:\/\/www.w3.org\/TR\/coga-usable\/\">Empfehlungen des W3Cs f\u00fcr kognitiv Behinderte<\/a>, es handelt sich noch um einen Arbeitsentwurf, der aber im Wesentlichen unver\u00e4ndert verabschiedet werden d\u00fcrfte. Viele der Empfehlungen entsprechen den Anforderungen an Usability und nutzer-orientierte Gestaltung, so dass wir uns kaum neue Anforderungen merken m\u00fcssen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/en\/cognitive.html\">Digital Accessibility for Cognitive disabled people<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Bereich Barrierefreiheit f\u00fcr digitale Systeme wird nach wie vor in erster Linie an K\u00f6rperbehinderte gedacht. 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