{"id":8883,"date":"2024-02-12T20:18:07","date_gmt":"2024-02-12T18:18:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/?page_id=8883"},"modified":"2024-02-27T15:18:43","modified_gmt":"2024-02-27T13:18:43","slug":"blindenschrift-im-digitalen-zeitalter-ein-gespraech-mit-aleksander-pavkovic","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/podcast-videocast-digitale-barrierefreiheit\/blindenschrift-im-digitalen-zeitalter-ein-gespraech-mit-aleksander-pavkovic\/","title":{"rendered":"Blindenschrift im digitalen Zeitalter &#8211; ein Gespr\u00e4ch mit Aleksander Pavkovi\u010d"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/digitale-barrierefreiheit.podigee.io\/184-braille-im-digitalen-zeitalter-ein-gesprach-mit-aleksander-pavcovic\/embed?context=external&#038;theme=default\" style=\"border: 0\" frameBorder=\"0\" height=\"100\" width=\"100%\"><\/iframe><br \/>\nDas ist das Transkript des oben eingebetteten Podcasts. Ich habe den Text ein wenig gegl\u00e4ttet, aber den verbalen Charakter beibehalten. Die eigenwillige Interpunktion geht auf das Konto der automatischen Transkription und meiner Angewohnheit, Interpunktions-Zeichen dort zu setzen, wo ich sie toll finde. Ich habe das Ganze sprachlich ein wenig gegl\u00e4ttet, aber den m\u00fcndlichen Charakter beibehalten. Alle orthografischen Fehler und inhaltlichen Ungenauigkeiten gehen auf mein Konto.<br \/>\nMit Aleksander Pavkovi\u010d spreche ich \u00fcber die Rolle, welche Braille heutzutage spielt. Eine Information habe ich in dem Gespr\u00e4ch vergessen zu erw\u00e4hnen, Aleksander wirkt auch zumindest in Deutschland an der stetigen Weiter-Entwicklung der Brailleschrift mit. Daf\u00fcr gibt es ein eigenes Gremium, in welchem er sich beteiligt. <\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_82_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-white ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalt<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/podcast-videocast-digitale-barrierefreiheit\/blindenschrift-im-digitalen-zeitalter-ein-gespraech-mit-aleksander-pavkovic\/#Einleitung\" >Einleitung<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/podcast-videocast-digitale-barrierefreiheit\/blindenschrift-im-digitalen-zeitalter-ein-gespraech-mit-aleksander-pavkovic\/#Aleksanders_Werdegang\" >Aleksanders Werdegang<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/podcast-videocast-digitale-barrierefreiheit\/blindenschrift-im-digitalen-zeitalter-ein-gespraech-mit-aleksander-pavkovic\/#Technik-Probleme_vieler_Blinder\" >Technik-Probleme vieler Blinder<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-4\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/podcast-videocast-digitale-barrierefreiheit\/blindenschrift-im-digitalen-zeitalter-ein-gespraech-mit-aleksander-pavkovic\/#Braille_im_digitalen_Zeitalter\" >Braille im digitalen Zeitalter<\/a><ul class='ez-toc-list-level-3' ><li class='ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-5\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/podcast-videocast-digitale-barrierefreiheit\/blindenschrift-im-digitalen-zeitalter-ein-gespraech-mit-aleksander-pavkovic\/#Viel_Information_auf_kleiner_Flaeche\" >Viel Information auf kleiner Fl\u00e4che<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-6\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/podcast-videocast-digitale-barrierefreiheit\/blindenschrift-im-digitalen-zeitalter-ein-gespraech-mit-aleksander-pavkovic\/#Kurzschrift_am_Computer_nicht_so_praktisch\" >Kurzschrift am Computer nicht so praktisch<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-7\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/podcast-videocast-digitale-barrierefreiheit\/blindenschrift-im-digitalen-zeitalter-ein-gespraech-mit-aleksander-pavkovic\/#Wie_viele_Blinde_Braille_beherrschen\" >Wie viele Blinde Braille beherrschen<\/a><\/li><\/ul><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-8\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/podcast-videocast-digitale-barrierefreiheit\/blindenschrift-im-digitalen-zeitalter-ein-gespraech-mit-aleksander-pavkovic\/#Die_Verantwortung_der_Screenreader\" >Die Verantwortung der Screenreader<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-9\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/podcast-videocast-digitale-barrierefreiheit\/blindenschrift-im-digitalen-zeitalter-ein-gespraech-mit-aleksander-pavkovic\/#Weitere_Infos\" >Weitere Infos<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Einleitung\"><\/span>Einleitung<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Domingos<br \/>\nHerzlich Willkommen zu einem neuen Podcast zur digitalen Barrierefreiheit. Heute habe ich wieder einen spannenden Gast dabei, n\u00e4mlich den Aleksander Pavkovic. Aleksander erstmal vielen Dank, dass du dir die Zeit f\u00fcr diesen Podcast nimmst. <\/p>\n<p>Aleksander<br \/>\nja herzlichen Dank f\u00fcr die Einladung.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Aleksanders_Werdegang\"><\/span>Aleksanders Werdegang<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Domingos<br \/>\nMit Alexander m\u00f6chte ich \u00fcber das Thema Braille in der digitalen Barrierefreiheit sprechen. Wir reden ja in der Regel sehr viel \u00fcber Sprachausgaben, aber es gibt ja auch einen erheblichen Anteil von Blinden, die Parallel Braille nutzen oder ausschlie\u00dflich nutzen wenn sie zum Beispiel Taubblind sind Oder spezielle Aufgaben haben. Und leider gibt es ein paar Unterschiede zwischen Braille und Sprachausgabe, die wir uns einmal erkl\u00e4ren lassen m\u00fcssen. Aber bevor wir das machen, w\u00fcrde ich dich bitten, Alexander, stell dich doch mal den Zuh\u00f6renden vor.<\/p>\n<p>Aleksander:<br \/>\nJa, sehr gern. Ich bin 46 Jahre alt, geh\u00f6re zu der ganz kleinen Gruppe der geburtsblinden Menschen innerhalb der blinden Community, also da sind wir auch eine Minderheit, denn wie bei den meisten Behinderungen oder eigentlich allen. Ist der Anteil derer, die das irgendwie sp\u00e4ter mal erworben haben im Leben durch eine Erkrankung, durch Unfall oder so wesentlich h\u00f6her als von Geburt, so ist es auch bei der Blindheit. Ich geh\u00f6re also zu den Menschen, die von Geburt an gar nichts sehen. Und ja, ich bin von meiner Ausbildung, meinem Studium her eigentlich Sprachwissenschaftler, Slawist, habe mich mit slawischen Sprachen besch\u00e4ftigt, hab sozusagen meine slawische, n\u00e4mlich slowenische Herkunft. Ja, genutzt gleich mal, um mich da wissenschaftlich damit zu befassen und jetzt momentan auch ziemlich gefragt auch wieder als Slawist, was mich einerseits freut, was andererseits einen sehr tragischen Grund hat. Das ist ganz einfach der Ukraine Kontext. Da komme ich jetzt wirklich wieder in die Situation, dass ich die Sprachkenntnisse nutzen kann. Blinde und sehbehinderte Gefl\u00fcchtete aus der Ukraine zum Beispiel, hier in Bayern. Da hat sich rumgesprochen, ziemlich schnell nach Kriegsbeginn, also, mit dem kannst du entspannt ukrainisch reden, dann sind sie nat\u00fcrlich zu mir gekommen. Die Beratung da Bin ich dann oft auch mit Dolmetschen, mit \u00fcbersetzen und so zugange.<br \/>\nIch bin, wie das ja f\u00fcr behinderte Menschen mit einem akademischen Abschluss ganz oft ist,, irgendwie in der Selbsthilfe gelandet. Ich arbeite In dem ganzen Bereich, so digitale Barrierefreiheit seit Juli 2013 beim bayerischen Blinden und Sehbehindertenbund in M\u00fcnchen. In der Landesgesch\u00e4ftsstelle, da gibt es so eine Art. Ja, vereinsinternes Unternehmen, Abteilung f\u00fcr barrierefreie Medien, nennt sich BIT-Zentrum. Da arbeite ich, davor habe ich 3 Jahre als IT Trainer gearbeitet, in einem beruflichen Schulzentrum f\u00fcr Blinde junge Erwachsene in N\u00fcrnberg. Das war so mein Berufseinstieg. Also eigentlich hatte ich ganz andere Dinge vor. An der Uni bleiben Journalismus, irgend so etwas Nettes, aber so kam es also in Richtung. Ja quasi aus der anwenderperspektive und aus meiner Vertiefung in die Materie so was also auch Stichwort SelfHTML und so was ich da so alles gemacht hab, kam ich also in diesem Bereich der digitalen Barrierefreiheit hinein, bin aber nicht nur geburtsblind und berufsblind, sondern ich mache auch noch andere Sachen. Zum Beispiel bin ich seit September 2020 ,nebenberuflich wie das viele machen, Diakon in der katholischen Kirche.<\/p>\n<p>Domingos<br \/>\nJa, ganz spannend. Wir sind fast das gleiche Alter und haben wahrscheinlich auch fast zur gleichen Zeit studiert, aber du geh\u00f6rst ja zu den wenigen blinden Menschen, die promoviert haben,. Vielleicht kannst du dazu etwas sagen zu der Herausforderung, als blinde Person zu promovieren. <\/p>\n<p>Aleksander<br \/>\nDie Herausforderung, als blinde Person zu promovieren, ist nat\u00fcrlich ganz stark abh\u00e4ngig vom Fach. Bei mir war es eine sprachwissenschaftliche, und zwar nicht nur sprachwissenschaftliche, sondern sogar eine Sprachhistorische, eine sprachgeschichtliche Doktorarbeit.<br \/>\nDas ging von der Magisterarbeit aus. Mein Magisterarbeitsbetreuer hat gesagt, Wow, dieses Thema ist spannend, was sie da bearbeitet haben, Tschechisch und slowenisch im Vergleich, also Slowenisch meine Muttersprache. Und tschechisch, ja ich habe ein halbes Jahr in Prag studiert, da auch ganz viel Material gesammelt und so und einiges da festgestellt an Gemeinsamkeiten, an auch geplanten Gemeinsamkeiten. Die Linguisten im 19. Jahrhundert in Slowenien haben sich so am tschechischen orientiert, so als Vorbild Sprache, weil die schon besser ausgebaut war und solche Sachen. Es war aber auch kaum erforscht und<br \/>\ndann Hat der Betreuer gesagt, w\u00e4re das nicht Ein Promotionsthema. Und das hat nat\u00fcrlich dann bedeutet,, in die Archive hinabsteigen, also Sachen lesen aus dem 18 Jahrhundert, aus dem 19. Jahrhundert. Gedrucktes, aber halt auch vieles, was da handschriftlich vorliegt. Und das hat f\u00fcr mich bedeutet, sobald ich in die Archive gegangen bin. Mit Assistenz arbeiten zu m\u00fcssen, weil da die elektronische Texterfassung versagt, die OCR, die optische Zeichenerkennung, funktioniert heutzutage bedingt bei einer halbwegs leserlichen Handschrift.<br \/>\nAber es war damals vor 20 Jahren, 15 bis 20 Jahren, da hatte ich keine Chance mit sowas zu arbeiten. Und erst recht nicht bei solchen alten Materialien, DH. Bei Handschriften war ich auf Assistenz angewiesen. Alles, was gedruckt war, auch in den Frakturschriften, im 19. Jahrhundert und so. Das lie\u00df sich dann auch mit speziellen OCR Versionen machen.<br \/>\nAber in Archive gehen, in Bibliotheken gehen und so weiter, da habe ich dann meistens nach dem Prinzip Geben und Nehmen gearbeitet also zum Beispiel mit jungen Studierenden, die mir dann Sachen vorgelesen haben, also solche, die sich gut auskennen auch mit \u00e4lteren Schriften und so, die das Lesen k\u00f6nnen. Und ich war dann denen ebenfalls behilflich, zum Beispiel beim Hausarbeiten abtippen. Ich war ziemlich schnell bekannt als ein ziemlich schneller Tipper und so Sachen. Oder auch Typografie, Layout, das war dann recht interessant, dass ein Blinder da auch denen Tipps gibt. Eine Anekdote war zum Beispiel<br \/>\neine Bekannte von mir, hat sich ihre Doktorarbeit so ne literaturwissenschaftliche, Korrektur lesen lassen von mir. Und dann habe ich meinen Abschlussbericht so eingeleitet sinngem\u00e4\u00df mit: Liebe Andrea, herzlichen Dank. Bevor ich zu den inhaltlichen Aspekten deiner Arbeit komme erlaube mir ein paar Anmerkungen zu Typographie und Layout. Und dann kamen so 2 Seiten, so eine Liste mit ganz vielen Eintr\u00e4gen, was ich anders machen w\u00fcrde etwa nicht zu viel auftragen mit Fett und kursiv. Oh, da hat sie sich dann schon gewundert, die Andrea. Ja, also das ist m\u00f6glich, wenn man seinen Screenreader im Griff hat.<br \/>\nHerausforderung bei der Promotion war eben vor allem dieses herankommen an Materialien, die jetzt nicht elektronisch vorliegen, wenn dann was elektronisch vorliegt oder ich es mir dann irgendwie zug\u00e4nglich gemacht habe. abtippen, mitschreiben, abgetippt bekommen oder so, alles andere hat sich ja dann auch gut machen lassen. Ich habe meinem Doktorvater strengstens untersagt, also den Betreuer der Arbeit, irgendwo im Gutachten oder sonst irgendwo hinzuweisen auf meine Blindheit. Ich habe in dem Vorwort irgendwo eine kleine neben Bemerkung fallen lassen,, dass ich diesen und jenen Personen danke. Also f\u00fcr die Unterst\u00fctzung beim \u00dcbertragen in elektronische Fassungen, weil ich da mit meinem Braille-Display und Screenreader damit dann besser klar komme. Also Wer aufmerksam liest, findet die Information. Ich wollte sie aber bewusst nicht irgendwie breit streuen. Die wissenschaftliche Community, die ja zu Recht sehr kritisch mit solchen Materialien umgeht und eine neue Doktorarbeit erstmal sehr kritisch liest, Na was macht denn der junge Wissenschaftler da, die sollte das nicht lesen durch die Mitleids Brille, Ach ja der blinde hat es ja auch geschafft wow Respekt und so. Das alles wollte Ich vermeiden. <\/p>\n<p>Domingos<br \/>\ndas mit der Digitalisierung war ja damals so in den Zweitausendern noch nicht so richtig weit, Wir sind ja heute noch nicht so richtig weit in Deutschland, aber Damals war es tats\u00e4chlich fast alles analog, also auch die Standard Lehrwerke oder Zeitschriften waren im Prinzip noch alles auf Papier. <\/p>\n<p>Aleksander<br \/>\nJa das war damals so und es ist zum Teil heute noch so, dass blinde Studierende sich an mich wenden mit der Frage: Wie mache ich dieses und jenes und wenn es dann schon etwas digital gibt, dann in irgendwelchen uns\u00e4glich Unzug\u00e4nglichen PDFs oder \u00e4hnlichen Formaten. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Technik-Probleme_vieler_Blinder\"><\/span>Technik-Probleme vieler Blinder<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Domingos<br \/>\nJa, vielen Dank f\u00fcr diesen Einblick. Generell noch eine andere Frage. Du hast ja schon erw\u00e4hnt, dass du \u00fcber den  Blindenverein in Bayern sehr viel Kontakt mit Menschen Hast die wahrscheinlich teilweise sp\u00e4t erblindet und teilweise auch wenig Kontakt mit Technologie hatten. Und mich w\u00fcrde interessieren, \u00fcber welche Probleme berichten sie haupts\u00e4chlich oder welche Probleme bekommst du haupts\u00e4chlich mit. <\/p>\n<p>Aleksander<br \/>\nDie haupts\u00e4chlichen Probleme eben gerade \u00e4lterer sp\u00e4t behinderter Menschen aber nicht nur sind wirklich also, wenn es dann schon zur Digitalisierung heutzutage kommt, wenn schon die Technik prinzipiell auch mittlerweile zug\u00e4nglich ist und barrierefrei ist oder jedenfalls recht gut zu nutzen ist, also Stichwort Smartphones, da kann man ja Das iPhone sowieso und sehr viele x beliebige Android Smartphones auch einfach in die Hand nehmen, in Betrieb nehmen, auch selbstst\u00e4ndig blind und nutzen.<br \/>\nDas ist aber doch f\u00fcr viele nicht so niederschwellig, wie man sich das vielleicht als j\u00fcngerer, technikaffiner, blinder Mensch vorstellt, weil. Diese Nutzung des Touchscreens die erfordert erstens motorisch doch so einiges und zweitens auch ja kognitiv auch was von so einer Denk Leistung oder so ja wie wo wie finde ich da die Objekte klar von links nach rechts wischen und zur\u00fcck komme ich irgendwie auch immer vorw\u00e4rts und r\u00fcckw\u00e4rts aber das wird dann schnell ineffizient und so, also das \u00fcberfordert viele und sie tendieren dann doch dazu, sich irgendwie lieber so ein Spezial Handy zu besorgen wie es sie auch noch gibt, entweder mit Tasten oder ohne, mit einer Reduzierteren Benutzeroberfl\u00e4che, die dann nicht so einen vielleicht \u00fcber \u00fcberl\u00e4dt und erschl\u00e4gt. Da ist man dann wieder eingeschr\u00e4nkt in der Wahl der Apps, deswegen bin ich ganz froh, dass ich einfach ein ganz normales mainstreamige Smartphone nutze und das schon seit 12 Jahren, jeweils in einer einigerma\u00dfen aktuellen Form und Fassung. Aber f\u00fcr viele f\u00fchrt nur ein sehr m\u00fchsamer Weg dorthin. Nicht nur bei \u00e4lteren Sp\u00e4t-Erblindeten, sondern das haben zum Beispiel auch Menschen mit Lernschwierigkeiten. Ich bin jetzt regelm\u00e4\u00dfig In einer Werkstatt wohn- und f\u00f6rderst\u00e4tte aktiv und Schule da junge Leute, die gern mehr aus ihrem Smartphone machen w\u00fcrden als Hey Siri Spiele folgenden Song. Die wollen einfach ein bisschen mehr machen. Aber da merkt man schnell, dass man an die Grenzen st\u00f6\u00dft, weil es einfach doch nicht so trivial ist so ein Ding zu nutzen. Und die Sprachassistenten, Die k\u00f6nnen halt leider noch nicht so viel, wie es sch\u00f6n w\u00e4re.<br \/>\nDas ist wirklich so ein Hauptpunkt. Dass die digitale Technik immer noch nicht Barrierefrei genug ist, wenn sie dann schon barrierefrei ist, im Sinne von Screenreader, die M\u00f6glichkeit, dass man mit Screenreader eigentlich an alles ran kommt. Und dann gibt es doch noch Barrieren, die motorisch physisch oder vielleicht auch kognitiv sind. Und im Fall von sp\u00e4t Erblindung, Klar Da wird dann auch gern die L\u00f6sung gesucht,, die manchmal oder auch vermeintlich die Einfachere ist mit Spezialger\u00e4ten zur Fu\u00dfg\u00e4nger Navigation, zum abspielen von Inhalten, also Stichwort Daisy Spieler oder so etwas, was ja auch alles mit Smartphones und Tablets m\u00f6glich w\u00e4re. Da wird dann doch gerne noch auf das klassische Hilfsmittel zur\u00fcckgegriffen, das hat ja auch manchmal den Vorteil, dass man da sich nicht so leicht ablenken lassen kann, weil sich nicht wieder irgendeine kurz Mitteilung von irgendeiner App da in den Vordergrund dr\u00e4ngt. Von daher haben diese Hilfsmittel, die dann auch noch eine sch\u00f6ne Tastatur haben und so durchaus noch ihre Berechtigung.<br \/>\nUnd Digitalisierung wo sie eben noch nicht vorhanden ist ist ein gro\u00dfes Problem. Es wenden sich sehr viele Menschen an uns, Wie man umgeht, f\u00fcr die Kommunikation zum Beispiel mit \u00c4mtern, mit Beh\u00f6rden und so. Vieles muss handschriftlich immer noch gemacht werden, da ist man auf Assistenz angewiesen.<br \/>\nUnd wenn es dann schon digital ist, Dann fehlt es halt leider oft auch immer noch an der Zug\u00e4nglichkeit. Dann hat man irgendein Formular, das kann man dann sogar schon am PC ausf\u00fcllen, weil es ein ausf\u00fcllbares PDF ist, leider \u00fcberhaupt nicht die Regel. Viele muss man immer noch ausdrucken und dann von Hand ausf\u00fcllen. Und dann vielleicht eingescannt zur\u00fcckschicken. Das nennt man dann semi-Digitalisierung oder so \u00e4hnlich. Aber wenn es dann schon mal ausf\u00fcllbar ist am Computer oder Smartphone, dann fehlen oft die korrekten Beschriftungen und so. Also Digitalisierung allein, Wenn sie nur irgendwie gemacht ist, dann hilft dir uns ja auch nicht immer. <\/p>\n<p>Domingos<br \/>\nAlso mein Lieblings Beispiel ist ja immer das Thema Onlinebanking. Mittlerweile gibt es ja kaum noch eine online Bank oder Es gibt wahrscheinlich gar keine mehr, wo du ohne eine extra App f\u00fcr die Verifikation der Transaktionen durchkommst. Und da hab ich schon Schwierigkeiten als jemand der das schon ewig macht. Ich frage mich immer, wie das \u00e4ltere Menschen machen, die damit gar keine Erfahrung haben und auch nicht so schnell sind, weil du hast ja auch immer eine zeitbegrenzung dabei. <\/p>\n<p>Aleksander<br \/>\nAlso Online-Banking ist wirklich zeitkritisch, weil diese 2 Faktor Authentifizierung die da l\u00e4uft,, da musst du schnell sein und Es gibt viele gerade \u00e4ltere Menschen, aber nicht nur die, die lagern das komplett aus. Die Vertrauen diese wertvollen Dienstleistungen dann tats\u00e4chlich Menschen an, Denen sie dann hoffentlich Vertrauen k\u00f6nnen, wo dann nichts schief gehen darf und wo man das gut mit seiner Bank auch absprechen muss, weil das ja normalerweise allgemein gesagt ja jetzt gar nicht erlaubt ist, sondern ich muss ja meine Bankgesch\u00e4fte wirklich gerade online selber erledigen, darf keine Kennw\u00f6rter aush\u00e4ndigen und so. Und deswegen greifen dann auch viele immer noch auf Dienste zur\u00fcck, bei den Banken selbst vor Ort. Die es aber zum Teil gar nicht mehr gibt, manche haben das ja komplett eingestellt, Personaleinsparung und so und da geht es nur noch online. Und Es gibt da verschiedene M\u00f6glichkeiten: Zum einen eben mit diesen Apps, \u00fcber die man sich dann zus\u00e4tzlich autorisieren muss oder mit diesen tan Generatoren, da gibt es auch welche mit Sprachausgabe. Und da muss man so einen QR Code Quasi vom Bildschirm abnehmen. oder man bekommt die tan Vorgelesen von dem Ger\u00e4t und muss sie dann eintippen. Also verschiedene M\u00f6glichkeiten gibt es, aber das Problem eigentlich bei allen Ein bisschen verwandt mit dem Problem der Einwahl in ein video-Meeting, Zoom Meeting zum Beispiel, man muss schnell sein, man muss diese Dinge relativ flott eintippen. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Braille_im_digitalen_Zeitalter\"><\/span>Braille im digitalen Zeitalter<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Domingos<br \/>\nGenau. Dann lass uns mal zu unserem eigentlichen Thema kommen, das Thema Blindenschrift. Die erste provokative Frage warum brauchen wir heutzutage \u00fcberhaupt noch. Elektronische Blindenschrift, fast jedes Ger\u00e4t \u00fcber das wir jetzt ja gerade gesprochen haben bringt ja eine Sprachausgabe mit das ist ja super praktisch, da braucht man kein extra Ger\u00e4t man muss keine extra Schrift sozusagen lernen, warum brauchen wir heutzutage \u00fcberhaupt noch Blindenschrift?<\/p>\n<p>Aleksander<br \/>\nEigentlich l\u00e4sst sich die Frage warum wir Blindenschrift brauchen in einem einzigen Satz beantworten, aber der ist nat\u00fcrlich dann auch schon wieder so kurz dass er auch wieder  erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig ist. Also dieser eine ganz kurze Satz lautet: Vorgelesen kriegen ist halt nicht selber lesen. Aber das muss man nat\u00fcrlich noch bisschen differenziert ausf\u00fchren, weil Es gibt Situationen, da reicht vorgelesen kriegen vollkommen aus.<br \/>\nAlso wenn ich jetzt gerade an die Nutzung des Smartphones denke, wo ich mir vielleicht ab und zu von einer App auch vorlesen lasse,, wie das Wetter wird oder mal in den Nachrichten App schaue, was tut sich momentan im Land und in der Welt und Vielleicht auch die Tageszeitung App nutze. Da sehe ich jetzt auch nicht die Gefahr, dass man dann, wenn man es sich vorlesen l\u00e4sst, da jetzt einem da was entgeht.<br \/>\ndie sprachausgaben sind gut. Und zugleich ist es doch so, wenn man ausschlie\u00dflich auf dem Weg seine Informationen konsumiert. Und man muss aber gleichzeitig doch immer wieder mal auch sich schriftlich verst\u00e4ndlich machen und ausdr\u00fccken. Dann besteht die Gefahr, dass man halt Dinge, die man immer blo\u00df geh\u00f6rt hat dann auch selber so schreibt wie man glaubt, dass man sie schreibt, weil die Sprachausgabe sie auf eine gewisse Weise Vorliest. Sprachausgaben geben sich redlich M\u00fche, die Texte richtig auszusprechen. Aber<br \/>\nGerade bei mobilen Betriebssystemen erleben wir zum Beispiel in den letzten paar Monaten ganz aktuell Na ja sagen wir mal einen Wandel, vielleicht auch eine Verschlechterung. Ein bestimmter Hersteller scheint zurzeit dauernd an diesen sprachausgaben herumzuschrauben sie, zu updaten und dann kommt es so zu ganz seltsamen aussprachen.  Manchmal ist es lustig, manchmal ist es ein bisschen unverst\u00e4ndlich, manchmal ist es eine voll Katastrophe, weil zum Beispiel die Sprachausgabe versucht, Etwas so auszusprechen, wie es wohl wenn es ein Fremdwort ist dann eigentlich ausgesprochen geh\u00f6rt. Und dann kommt es halt zu solchen Patzern, dass die Sprachausgabe zum Beispiel eigentlich sagen will: Zwischen T\u00fcr und Angel sie sagt aber zwischen T\u00fcr und Engel, weil halt Angel nun mal auch ein englisches Wort ist, also gleichgeschrieben und wo die Erkennung einfach immer wieder versagt, kl\u00e4glich scheitert. Also es ist manchmal gar nicht so leicht, sich einfach Dinge vorlesen zu lassen, wo doch die sprachausgaben so sch\u00f6n \u00fcberall vorhanden sind und da hilft es jedem, wenn er die Schrift auch noch dabei hat, wirklich Braille Schrift hat. Es gibt einfach Bereiche, in Ausbildung, Studium, Beruf, aber vielleicht auch Freizeit, wo ich nur mit M\u00fche, wenn ich nur mit Sprachausgabe arbeite Selber einen Text vielleicht pr\u00e4sentieren kann. Es gibt Menschen, die sind da richtig fit und ge\u00fcbt das weltweit wahrscheinlich aufsehenerregendste Beispiel ist eine australische Rundfunksprecherin nachrichtensprecherin im Radio. Sie arbeitet an der Stelle ausschlie\u00dflich mit Sprachausgabe. Sie hat sozusagen Einen Knopf im Ohr, da wird ihr von der in der blinden Community sehr bekannten Stimme von der eloquence, die bei Jaws Standard ist zum Beispiel, Wird ihr der Text vorgelesen. Und was die Dame macht, sie liest eigentlich quasi wie beim Simultandolmetschen, also sie liest dann diese Nachrichten indem sie sie \u00fcber die Sprachausgabe Empf\u00e4ngt und dann vorliest beziehungsweise spricht. Gerade in der englischen Community ist das ja geradezu eine philosophische Frage, ob man diese Art von informations-Aufnahme \u00fcberhaupt als lesen bezeichnen darf. Aber klar, es ist schon irgendwie eine Form des Lesens, weil ich ja auch die Kontrolle habe. Ich kann sagen: N\u00e4chster Satz, voriger Satz, Wort nochmal buchstabieren und alles das geht ja. Das ist schon eine Art des Lesens, ein bisschen indirektere Art vielleicht als bei dem lesen mit den Augen oder Fingern, weil bei der Sprachausgabe halt nicht die einzelnen Buchstaben so an einem vorbeilaufen oder man selber an ihnen vorbeil\u00e4uft, sondern man h\u00f6rt irgendwie die W\u00f6rter oder Wortteile. Man h\u00f6rt sie anders als wenn sie ein Mensch vorliest, weniger interpretierend, wobei wie ich gerade gesagt habe manche sprachausgaben die Sachen auch kaputt interpretieren.<br \/>\nDa ist, Wer Braille beherrscht, das sind ja gar nicht so viele blinde Menschen, die das tun hat, doch noch mal einen direkteren einen unmittelbaren Zugang zur Schrift. Und wenn ich mir vorstelle, ich m\u00fcsste wie, das auch Kollegen von mir tun, in der Kirche zum Beispiel mit einem Kopfh\u00f6rer oder Ohrh\u00f6rer, ich h\u00f6re zum Beispiel eine Bibelstelle im Gottesdienst in meinem Ohr und spreche sie dann nach, damit ich sie auf die Weise der Gemeinde vorlese, also verk\u00fcnde, ist ja einer meiner Dienste im Gottesdiensten, das Evangelium zu verlesen im Gottesdienst. Mein Ding w\u00e4re es nicht, aber man k\u00f6nnte sich ja ein\u00fcben. Ich bin aber doch sehr froh, dass ich in der entsprechenden Geschwindigkeit auch gar nicht, ohne viel vorher \u00fcben zu m\u00fcssen, sondern wenn mir jemand sagt, du ich brauch dich jetzt mal kurz, lies mal diese Stelle nachher,, dann geht es auch aus dem Stand und spontan.<\/p>\n<p>Domingos<br \/>\nMhm genau also das Thema Alphabetisierung beziehungsweise fit bleiben in der Rechtschreibung, in der Grammatik, Rechtschreibpr\u00fcfung, Orthographie, nat\u00fcrlich aber auch Mathematik, programmieren &#8211; das sind ja ganz wichtige Themen, wo Braille einen entscheidenen Vorteil haben kann. <\/p>\n<p>Aleksander<br \/>\nEs gab aus den USA eine Studie, mir ist jetzt nicht ganz bekannt, von wem, wo es dann darum ging, dass Menschen, die Brei beherrschen, viel h\u00e4ufiger. im Beruf Fu\u00df fassen, dass sie viel h\u00e4ufiger wirklich einen Job haben und viel seltener ohne Besch\u00e4ftigung sind.<br \/>\nJetzt kann man nat\u00fcrlich das Henne Ei Problem an der Stelle aufwerfen und die Frage stellen: Finden sie schneller in den Beruf, weil sie sowieso aufgrund der Braille-beherrschung, weil das daf\u00fcr spricht, dass sie auch sonst einiges k\u00f6nnen. Also die Wechselwirkung ist sicher nicht so ganz simpel. Aber wahrscheinlich hat es schon irgendetwas miteinander zu tun. Ich kann sehr vieles auch nur mit Sprachausgabe machen, aber dann muss ich schon wieder ge\u00fcbt sein. Es reicht nicht, die Sprachausgabe einfach zu starten und das geht dann alles irgendwie sondern dann muss ich sie gezielt einsetzen. Ich habe zum Beispiel bei meinem Screenreader  in der Textbearbeitung Microsoft Word ein sogenanntes Soundschema eingestellt, also ein Set von Einstellungen, nennt sich Korrekturlesen. Und da ver\u00e4ndert sich die Stimme so in Tonh\u00f6he, in Klangfarbe quasi in Geschwindigkeit. Schriftart, Schriftgr\u00f6\u00dfe und solchen Dingen. Und auch nach Schrift Farbe, die wird mir einfach angesagt so als Wort gelb oder so Sachen, aber bei kursiv, unterstrichen, Fett und so das habe ich verschiedenen Stimmen zugeordnet, so dass nicht dauernd Dazwischen so beschreibende kommentierende W\u00f6rter gesagt werden wie Fett und unterstrichen und so, sondern das h\u00f6re ich am Klang des vorgelesenen Textes, so wie ein sehender sofort merkt: Ah das ist hier irgendwie dicker oder das ist unterstrichen oder so. Da kann man mit Sprachausgabe sehr viel tun und bin dennoch froh gerade im Hinblick auf die Genauigkeit, auch wenn ich was lerne, nicht blo\u00df mal kurz zur Kenntnis nehmen will, sondern wirklich mir das genauer einpr\u00e4gen will. Dann bin ich eben so eher der der Lerntyp, aber ist wahrscheinlich auch eine Gewohnheitssache, dass ich das besser aufnehme \u00fcber Braille. Das setzt nat\u00fcrlich auch ein gewisses lese tempo voraus, so ein sinnentnehmendes schnelles lesen und dann ist es wahrscheinlich auch wieder So eine stabile flexible Wechselwirkung: Je mehr man damit macht desto schneller wird man so ein bisschen wie im Sport halt auch. Training an sich einfach daf\u00fcr sorgt, dass man dann auch wieder besser wird. <\/p>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Viel_Information_auf_kleiner_Flaeche\"><\/span>Viel Information auf kleiner Fl\u00e4che<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Domingos<br \/>\nJa, definitiv. Generell ist es ja so, dass die Sprachausgabe sehr viele, ich nenne es Meta-Informationen, ausgibt. Also es wird ja nicht nur vorgelesen, was auf dem Bildschirm drauf ist, sondern zum Beispiel Eingabefeld im besten Fall nat\u00fcrlich, welche Beschriftung das Eingabefeld hat, ob da vielleicht schon ein Text drinsteht und so weiter. Und das Problem dabei ist, dass die Braillezeilen relativ beschr\u00e4nkt sind, was die Darstellbarkeit angeht. Da sind 40 bis 80 Zeichen m\u00f6glich, was gar nicht so viel ist. <\/p>\n<p>Aleksander<br \/>\nJa also das muss man sich wirklich vergegenw\u00e4rtigen: Man Stelle sich vor, ein sehender Mensch w\u00fcrde so vorm Computer arbeiten, dass er so ein ganz kleines Fensterchen h\u00e4tte wie so ein Ausschnitt, wie so eine kleine, Schablone wie so ein Lineal, ungef\u00e4hr auch von der L\u00e4nge her, l\u00e4nger vielleicht als ein Lineal, aber so schmal und das, was da zu lesen ist, das was da hin passt, eine Zeile ungef\u00e4hr oder Weniger. Und wenn das zu Ende ist muss er irgendwas machen, das Lineal vielleicht verschieben auf dem Bildschirm, damit das Sicht Fensterchen sich also nach unten bewegt und dann liest man die n\u00e4chste Zeile. Diese Art von in Anf\u00fchrungszeichen \u00dcberblick, da w\u00fcrde jetzt jeder Sehende sagen: Ja das ist ja eine Katastrophe, so kann ich ja nicht arbeiten.<br \/>\nJa, so m\u00fcssen wir arbeiten. Aber das ist f\u00fcr uns der Stand der Technik. Es gibt so Fl\u00e4chen-Displays auch, die mehrzeilig sind, aber das ist alles Ja also eher gedacht, um mal einfache, sehr vereinfachte Grafiken auch wahrzunehmen. Und so f\u00fcr Text, dass man dann auf einmal wie auf dem Blatt ganz viel darstellt, ist es auch nicht besonders praktisch, weil die lesenden H\u00e4nde nat\u00fcrlich auch anders \u00fcber den Text gehen Als das \u00fcberfliegende lesen mit den Augen, ist auch nicht ganz das gleiche und nicht ganz so zu leisten.<br \/>\nAlso insofern ist eine Zeile schon auch in Ordnung so, aber dennoch ja 40 Zeichen Ist so tendenziell wahrscheinlich der Durchschnitt, die meisten haben 40er Zeilen vor sich liegen irgendwo auf den Schreibtischen dieser Welt. Bei mir ist es auch eine 40er, ich arbeite eigentlich nie mit 80er Zeilen, weil mir das auch schon wieder zu lang ist. Da muss ich ja dann auch wieder mit den Fingern, gut wenn ich mit 2 H\u00e4nden lese, dann kann ich so bei 40 bei der H\u00e4lfte ungef\u00e4hr so \u00fcbernehmen mit dem anderen Finger und sowas, aber an sich steigert nicht besonders den Komfort. Daf\u00fcr ist sie aber viel gr\u00f6\u00dfer, abgesehen davon, dass sie fast doppelt so teuer ist. Und von daher gerne eine 40er Zeile .<br \/>\nEs gibt so eine gewisse Untergrenze, wo es dann auch wieder Zu viel weiterscrollen, zu viel weiterschalten ist. Also Ich habe hier so ein mobiles Ger\u00e4t, so ein quasi Braille-Notebook. Da ist die braillezeile so ins Geh\u00e4use, man kann fast sagen eingebaut. Sie ist also hineingeklickt, rastet so ein, wenn man sie so einsetzt. Man kann sie entnehmen und die ist 14-stellig. Und das ist also wirklich eine Untergrenze, so bei 14 Zeichen, da ja eigentlich st\u00e4ndig weiterschalten zu m\u00fcssen. Das geht mal, gerade wenn man unterwegs ist hat man es nat\u00fcrlich sch\u00f6n handlich. Aber das ist nun also wirklich kein Komfort auf Dauer. 40 ist gerade so ein sch\u00f6ner Mittelwert.<br \/>\nUnd da hat man immer das Problem: Ja Formular Beschriftungen zum Beispiel, die passen da nat\u00fcrlich schon mal nie hin. Ich hab also auf der Braillezeile eine Abk\u00fcrzung. Wenn ich zum Beispiel in so einem Formularfeld stehe, im Web oder einem PDF, also meinetwegen Name Komma Vorname. Dann steht da dahinter bzw. ist da der Cursor zu f\u00fchlen anhand einer eindeutigen Darstellung vor dem Cursor, Der da so auf und ab blinkt, also ist einne Abk\u00fcrzung, meistens dann EF, da wei\u00df ich, es ist ein Eingabefeld und davor steht Name Vorname, das passt dann noch so sch\u00f6n hin. Wenn es etwas l\u00e4ngeres ist, kriege ich normalerweise den Cursor eben ins Eingabefeld platziert und die Braillezeile zeigt in mir an, damit ich wei\u00df ich muss jetzt hier Text eingeben und davor die letzten paar W\u00f6rter oder Zeichen der Formular-Beschriftung. Wenn es da also zum Beispiel vielleicht hei\u00dft: &#8222;Haben sie in den letzten Monaten Mittel der EU beantragt&#8220;, so und dann Irgendwas &#8222;Teil der EU beantragt Fragezeichen&#8220; Eingabefeld. OK, und dann muss ich ein bisschen zur\u00fcckscrollen, meistens haben Braille-Zeilen dann so daumentasten oder irgendein Verfahren, wo man mit den lesenden Fingern meistens Zeigefinger Mittelfinger vor allem auf dem Display bleiben kann und mit dem Daumen kann man dann scrollen, kann sich rauf runter links rechts bewegen, so dass das alles sehr sch\u00f6n ergonomisch ist. Und wenn die Braillezeile vielleicht sogar eine Eingabe Tastatur hat, dann kann man da ohne dauernd irgendwie st\u00e4ndig so in Bewegung bleiben zu m\u00fcssen und mit den H\u00e4nden da rumfuchteln zu m\u00fcssen eigentlich auch wirklich sehr sch\u00f6n arbeiten.<br \/>\nUnd diese Formular Objekte und vieles andere mehr wird eben auf der Braillezeile normalerweise abgek\u00fcrzt EF f\u00fcr Eingabefeld, dann so ein x in eckigen klammern wenn es drinsteht, dann wei\u00df ich, ah da ist ein H\u00e4kchen gesetzt, da ist also eine Checkbox ausgef\u00fcllt mit ja oder mit zutreffenden oder so wenn da nur eckige Klammer auf leer eckige zu ist, dann wei\u00df ich, okay das H\u00e4kchen ist nicht gesetzt, solche Dinge sind es. Und auch so Sachen wie \u00dcberschrifts-Ebene 3 wird verk\u00fcrzt meistens \u00fc 3 oder H 3, so je nach Sprache und so dargestellt. Und wie gesagt, mit Sprachausgabe mag ich das auch sehr, dass Meta-Informationen wo es geht irgendwie sich Weg konfigurieren lassen. Ich mach das sehr gern. Ich arbeite da oft bei dem Screenreader, den ich verwende so, dass M\u00f6glichst viele solcher Informationen mir nicht ausgesprochen angesagt werden, sondern durch einen Sound. Ein bestimmter klickender Sound in Word ist f\u00fcr mich das Zeichen: Hier endet ein Absatz, also da ist eine Absatz Markierung, da sagt der Screenreader nicht absatzmarke, das hab ich ihm abgew\u00f6hnt, sondern der macht da Klick. Es gibt eine bestimmte soundfolge, wenn da eine \u00dcberschrift ist und so weiter. <\/p>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Kurzschrift_am_Computer_nicht_so_praktisch\"><\/span>Kurzschrift am Computer nicht so praktisch<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Domingos: Es gibt ja Die zusammengefasste Variante von der Blindenschrift die das ganze auch noch erleichtern kann also die sogenannte Kurzschrift im Gegensatz zur voll Schrift vielleicht kannst du dazu noch ein 2 S\u00e4tze sagen. <\/p>\n<p>Aleksander<br \/>\nJa die Schrift nimmt ja sehr viel Platz in Anspruch. Also besonders in der gedruckten Form hat es nat\u00fcrlich dann auch die Bedeutung,, dass die Braille Schrift-Ver\u00f6ffentlichungen, die B\u00fccher, die Ordner die Hefte &#8211; je nachdem, wie das dann gebunden ist oder abgeheftet ist &#8211;  sehr viel Platz wegnehmen. Das, was sonst vielleicht ein kompaktes Taschenbuch ist f\u00fcr sehende, das sind f\u00fcr uns dann schnell mal 3 oder 4 dicke B\u00e4nde. Und um das ganze ein bisschen jedenfalls zu b\u00e4ndigen, hat man schon sehr fr\u00fch die Kurzschrift erfunden, die Braille Schrift wird ja demn\u00e4chst 200 Jahre alt, achtzehnhundertf\u00fcnfundzwanzig erfunden vom genialen Louis Braille mit 16 Jahren damals selber erblindet, hat sich nicht damit zufrieden gegeben, dass man irgendwie die normalen Buchstaben tastbar macht. Damit kann man zwar mal ein Wort entziffern, aber unm\u00f6glich ganz lange Texte lesen. Und er kam einfach darauf, des R\u00e4tsels L\u00f6sung ist, wenn ein Buchstabe unter die Fingerkuppe passt, dann kann man schnell lesen, hat dann so lange rumgeforscht, bis er auf den Trick gekommen ist mit den 6 Punkten. Jetzt im computerzeitalter sind es 8 f\u00fcr Zusatz Infos, das ist gerade noch okay mit 8 oder 6 ist schon wirklich ideal. Aber Buchstabe f\u00fcr Buchstabe, das nimmt eben sehr schnell sehr viel Platz Weg. Uund dann kann man schon paar Jahrzehnte nach Louis Braille auf die Idee mit verschiedenen k\u00fcrzungsvarianten die deutsche Kurzschrift so die erste die diesen Namen verdient hat. Hat die kam dann 1904 und hat sich ja durch mehrere Reformen jetzt so also in einigen Grundz\u00fcgen gehalten Es gibt ein paar Zeichen, die gelten seit 1904 aber Es sind nat\u00fcrlich immer weniger doch immer wieder mal etwas ge\u00e4ndert worden ist letztes Ref\u00f6rmchen 2018 in Kraft getreten. Und ja die Kurzschrift k\u00fcrzt also ganz sch\u00f6n je nach Text Gattung mal mehr mal weniger weil viele dieser K\u00fcrzungen schon irgendwie auch so W\u00f6rter betreffen wie Politik und Gesellschaft und Demokrat und solche Sachen werden da ganze Wortteile ganz stark gek\u00fcrzt dann gibt es. Silbenk\u00fcrzungen so f\u00fcr ER und EM und alle diese Silben, die im deutschen oft vorkommen und diese Kombination aus Silben K\u00fcrzungen wortteil und wortk\u00fcrzungen sorgt nat\u00fcrlich daf\u00fcr wenn man die doch etwas komplizierten Regeln der Kurzschrift dann auch gelernt hat dass man schneller wird mit dem lesen unter Umst\u00e4nden auch und dass eben auch die. Mehr Platz hat auf so einer Braillezeile oder \u00fcberhaupt in einer Zeile auf einem Blatt Papier und so also so ein Wort Demokratie zum Beispiel besteht dann wirklich in Kurzschrift aus 3 Zeichen, das ist schon. Das und am Computer kann man auch auf Kurzschrift Darstellung umschalten ich mache das nicht so oft, weil gerade dann wenn. Ich irgendwie so. Mit also im Datei Explorer mit Dateinamen und dateiendungen zu tun hab und mit Website mit URLs mit links und mit irgendwelchen Mail Adressen und so dann wird ja sowieso auch in Kurzschrift umgeschaltet auf eine computerpralldarstellung und dann ist es sch\u00f6ner ich lese es direkt in der vollen Form ohne diese an und abk\u00fcndigungszeichen und so nur wenn ich wei\u00df jetzt werde ich mal l\u00e4nger am Computer einen normalen Flie\u00dftext lesen Zeitungsartikel oder so eine halbe Stunde oder mehr. Dann schalte ich schon auch mal an der Braillezeile um auf die Kurzschrift Darstellung. <\/p>\n<h3><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Wie_viele_Blinde_Braille_beherrschen\"><\/span>Wie viele Blinde Braille beherrschen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n<p>Domingos<br \/>\nWas ja vielleicht noch spannend w\u00e4re: Wir haben glaube ich keine exakten zahlen, aber wei\u00dft du ungef\u00e4hr wie viele Menschen \u00fcberhaupt die Blindenschrift so beherrschen, dass sinn-entnehmend lesen k\u00f6nnen, also ein bisschen mehr als Medikamenten Verpackungen sage ich mal und wei\u00dft du auch, wie viele Menschen und davon ungef\u00e4hr die Kurzschrift beherrschen? <\/p>\n<p>Aleksander<br \/>\nEs gibt ganz wenig wirklich belastbare zahlen dr\u00fcber, wie viele Menschen die blind sind die Brailleschrift so beherrschen, dass sie also wirklich auch mal lesen auch mal vielleicht eine Zeitschrift in die Hand nehmen k\u00f6nnen oder so. Es gibt so zahlen die bewegen sich immer irgendwie um die 15%, das ist erschreckend gering m\u00f6chte man sagen also umgekehrt: 85% blinder Menschen haben. In Anf\u00fchrungszeichen gar keine Schrift. Also sie k\u00f6nnen sich nat\u00fcrlich Sachen vorlesen lassen, wie schon gesagt problemlos und k\u00f6nnen ja vielleicht auch, soll man ja sowieso, blind auf der Tastatur schreiben. Das geht alles, aber k\u00f6nnen selber nicht wirklich Die Braille-Schrift lesen. Also 15% Brei Beherrschung, wird so ungef\u00e4hr angenommen. Manche sagen 20%, manche sagen 12. Vielleicht ist es auch ein bisschen eine definitionsfrage: Was hei\u00dft lesen k\u00f6nnen. Aber wenn wir sagen, also schon so, Dass es nicht gerade so klingt wie in der ersten Klasse Grundschule, in den ersten Wochen, sondern so bisschen flotteres lesen auch vorlesen k\u00f6nnen mal ein bisschen was, dann sind wir vielleicht bei diesen 15% irgendwo. Und Von denen sind wahrscheinlich dann die meisten doch recht ge\u00fcbte und recht gewillte und recht Flotte lesende, die also sagen ja das interessiert mich dann auch und das Nutz ich dann auch vielleicht auch im Beruf. Da werden dann doch sehr viele auch auf die Kurzschrift setzen wobei der Trend zur Kurzschrift nicht mehr so stark ist im deutschen Sprachraum wie vor 30 &#8211; 40 Jahren noch die Braille-Schrift hat ja m\u00e4chtig Konkurrenz bekommen durch alles, was man H\u00f6ren kann. Und da ist vielleicht der Anreiz, dass man ja gr\u00f6\u00dfere Mengen Literatur oder \u00fcberhaupt Text zur Kenntnis nehmen kann mit kurzschrift Vielleicht auch in den Bibliotheken noch so in Form von gedruckten Ausgaben gibt es ja noch vieles in Kurzschrift da ist der Anreiz jetzt nicht mehr so gro\u00df deswegen jetzt die Kurzschrift zu lernen oder damit man ein bisschen flotter liest. Da bleibt man dann vielleicht einfach bei den vollen Schriften bei der Computer Brei Ausgabe, also einer Variante der ungek\u00fcrzten Blindenschrift. Und das reicht dann schon auch f\u00fcr den Alltag. Das hei\u00dft Kurzschrift hat nicht mehr ganz den Stellenwert. Ich hab schon vor \u00fcber 50 Jahren von einer M\u00fcnchner blinden Lehrerin geh\u00f6rt: Ja die Kurzschrift ist schon so ein bisschen nicht jedermann Schrift, ist schon ein bisschen eine Eliten Schrift. Wobei man aber sagen muss, damals vor 50 Jahren haben auch Menschen mit Lernschwierigkeiten zum Teil ein staunenerregendes blitzsauberes Schriftbild hinbekommen in Kurzschrift, also beim Schreiben, sogar auf der Blindenschrift Schreibmaschine auf Papier. Ich kriege heute noch manchmal Briefe von Menschen, die jetzt heute vielleicht 60 &#8211; 70 Jahre alt sind, die das damals Gelernt haben, die vielleicht so gerade irgendwie einen Hauptschulabschluss hinbekommen haben, aber super schreiben, oft besser und weniger in Anf\u00fchrungszeichen nachl\u00e4ssig oder schludrig, als das heute manche Abiturienten hinkriegen. Da ist aber nat\u00fcrlich einfach heute ne andere Art von schnell-Schriftlichkeit. Heute kann ich halt in die Tasten hauen und nachher noch korrigieren, bin manchmal vielleicht zu faul dazu, aber kann es tun. Und da \u00e4ndert sich schon etwas. Und die Kurzschrift ist in manchen L\u00e4ndern inzwischen nicht mehr in Gebrauch. Ich habe viel Kontakte in die slawischen L\u00e4nder. In Polen gibt es noch ein paar Leute, die kennen das noch, die haben sowas mal gelernt und nutzen das einfach, weil sie begeistert sind so als Hobby. Aber sie ist \u00fcberhaupt nicht mehr im Lehrplan, sie ist nicht mehr in Gebrauch und so ist das in vielen L\u00e4ndern. <\/p>\n<p>Domingos<br \/>\nWird die Kurzschrift in Deutschland noch gelehrt?<\/p>\n<p>Aleksander<br \/>\nJa in Deutschland wird Kurzschrift gelehrt, Sowohl in den Einrichtungen also die sozusagen f\u00f6rdernde Einrichtungen blinden und sehbehindertenschulen,, soweit es sie gibt soweit sie sage ich jetzt mal provokativ noch nicht der Inklusions-Ideologie zum Opfer gefallen sind. Dazu vielleicht auch gerne noch mehr dann.<br \/>\nMeistens geht das mit der Kurzschrift so im f\u00fcnften Schuljahr los. Sonst so im inklusiven sonderp\u00e4dagogischen Setting wenn also mobile Lehrkr\u00e4fte kommen und mit den Kindern und Jugendlichen in den regul\u00e4ren Schulen in der allgemeinen Schule brailleschrift erarbeiten, dann f\u00e4llt die kurzschrift oft runter, wird sie nicht mehr gelehrt. Nur mal so am Rande vielleicht. Je nachdem, Wer da auch kommt, dann als Lehrkraft, Wer selber sehr engagiert ist, vielleicht selber betroffen ist, die haben noch mal eine ganz andere vielleicht doch ja emotionalen Zugang. Die sagen: Mir hat die kurzschrift so wahnsinnig viel geholfen, ich zeige es dir auf jeden Fall, ob du es dann nutzt ist ja eine andere Frage, aber ich will es dir nicht vorenthalten. Insgesamt nimmt das daher nat\u00fcrlich jetzt schon ein bisschen ab zus\u00e4tzlich zu dem dass eben Braille mittlerweile halt nicht mehr der einzige Weg ist, um an Informationen zu kommen, wenn man blind ist. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Die_Verantwortung_der_Screenreader\"><\/span>Die Verantwortung der Screenreader<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Domingos<br \/>\nVielen Dank f\u00fcr den Einblick. Abschlie\u00dfende Frage: Gibt es Dinge, die jemand der Webseiten oder PDFs oder was auch immer verantwortet, Tun kann, um die Darstellung in blindenschrift zu verbessern oder sollte man sich auf die Sprachausgabe konzentrieren oder gibt es \u00fcberhaupt einflussm\u00f6glichkeiten oder siehst du das eher beim screenreader?<\/p>\n<p>Aleksander<br \/>\nDie einstellungsm\u00f6glichkeiten sehe ich bei den screenreadern. Da gibt es auch viel optimierungsbedarf wirklich dringend. Das gilt jetzt insbesondere f\u00fcr das mobile Betriebssystem iOS. Von Android kann ich es gar nicht so im einzelnen sagen, wie gut da dieses brailback inzwischen ist, schon l\u00e4nger nicht mehr unter den Fingern gehabt. Bei I OS ist das Problem, dass die brailledarstellung im Wesentlichen also st\u00e4rker als unter Windows einfach ein sprachausgabeverlauf ist.<br \/>\nAlso ich kriege auf der braillezeile im Wesentlichen einfach das wortw\u00f6rtlich was eigentlich \u00fcber die Sprachausgabe kommt. Einmal hatte ich ein sehr kurioses Erlebnis. Da hat ein App Entwickler anscheinend daf\u00fcr sorgen wollen, dass die Sprachausgabe etwas richtig ausspricht, in dem Fall war es das Wort Livestream. Er wollte daf\u00fcr sorgen. Dass Voice over so hei\u00dft der screenreader unter iOS nicht etwa vielleicht Liebe Stream sagt so wie man schreibt. H\u00e4tte er wahrscheinlich gar nicht getan, aber das wollte der App Entwickler also jedenfalls verhindern und hat irgendwie daf\u00fcr gesorgt, dass an der Stelle Voice Over den Text bekommt. Livestream. Das war dann irgendwie geschrieben LAIF. Scharfes STRI. M ich glaub sowas. Livestream wurde perfekt gesagt der Haken an der Sache genau so wurde das Wort dann auf der braillezeile dargestellt also das sind Kinderkrankheiten die sind wahrscheinlich in der Form jetzt \u00fcberwunden aber man kriegt bei I OS zum Teil wirklich so Einfach ziemlich ausf\u00fchrlich alle diese Hinweise auch &#8222;zum \u00d6ffnen doppeltippen&#8220; und so weiter diese ganzen Dinge tauchen kurz auf, je nachdem wie lange die hinweismeldung dann auf der braillezeile verbleibt, entweder bis man sie wegklickt oder eine bestimmte Anzahl Sekunden und das ist ein bisschen l\u00e4stig.<br \/>\nAn der Barrierefreiheit von Dokumenten, Apps und Webangeboten gibt es an sich keinen Unterschied zu machen, Dass man es jetzt irgendwie f\u00fcr breidarstellung anders machen m\u00fcsste. Da gelten die Grunds\u00e4tze also zum Beispiel wirklich sinnvolles arbeiten mit \u00dcberschriften oder in der Textverarbeitung mit Formatvorlagen bei aufz\u00e4hlungen und nummerierungen,, das korrekte auszeichnen von Tabellen, Bilder brauchen alternativtext, eben all diese Dinge, die Da notwendig sind die sorgen daf\u00fcr dass das auch im Brei richtig dargestellt wird.<\/p>\n<p>Domingos<br \/>\nVielen Dank f\u00fcr deine Zeit und weiterhin viel Erfolg f\u00fcr deine Arbeit. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Weitere_Infos\"><\/span>Weitere Infos<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/pavkovicblog.wordpress.com\/author\/apavkovic\/\">Aleksanders private Website<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/in\/aleksander-pavkovic-2302658b\">Aleksander auf LinkedIn<\/a><\/li>\n<li>Kontakt beim BBSB<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist das Transkript des oben eingebetteten Podcasts. Ich habe den Text ein wenig gegl\u00e4ttet, aber den verbalen Charakter beibehalten. Die eigenwillige Interpunktion geht auf&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/newsletter-digitale-barrierefreiheit\/podcast-videocast-digitale-barrierefreiheit\/blindenschrift-im-digitalen-zeitalter-ein-gespraech-mit-aleksander-pavkovic\/\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">Blindenschrift im digitalen Zeitalter &#8211; ein Gespr\u00e4ch mit Aleksander Pavkovi\u010d<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":5091,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-8883","page","type-page","status-publish","hentry","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/8883","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8883"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/8883\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10641,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/8883\/revisions\/10641"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5091"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8883"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}