{"id":931,"date":"2018-04-18T18:37:48","date_gmt":"2018-04-18T16:37:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/?page_id=931"},"modified":"2023-07-21T15:33:15","modified_gmt":"2023-07-21T13:33:15","slug":"crowdsourcing-und-barrierefreiheit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wirtschaft-gesellschaft\/crowdsourcing-und-barrierefreiheit\/","title":{"rendered":"Crowdsourcing und Barrierefreiheit"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" style=\"border: 0;\" src=\"https:\/\/digitale-barrierefreiheit.podigee.io\/86-crowdsourcing-kann-zur-barrierefreiheit-beitragen\/embed?context=external&amp;theme=default\" width=\"100%\" height=\"100\" frameborder=\"0\"><\/iframe><br \/>\nKann die Masse &#8211; die Crowd &#8211; zur Barrierefreiheit beitragen?<br \/>\nDie Crowd erscheint vor allem dort hilfreich, wo es um einfache, aber zeitaufwendige Aufgaben geht. Das sieht man zum Beispiel an <a href=\"https:\/\/wheelmap.org\/\">Wheelmap<\/a>.<br \/>\nAuf Wheelmap k\u00f6nnen Menschen schnell und einfach bewerten, wie rollstuhlgerecht eine bestimmte \u00d6rtlichkeit ist. Man h\u00e4tte die Menschen auch mit einer seitenlangen Checkliste, einem anst\u00e4ndigen Training in der <span class=\"removed_link\" title=\"http:\/\/www.din18040.de\/\">DIN 18040<\/span> und einem Ma\u00dfband losschicken k\u00f6nnen. Nur w\u00e4re dann aus der Crowd ein H\u00e4uflein geworden. F\u00fcr eine Stadt wie Bonn w\u00fcrde es wahrscheinlich zehn Jahre dauern, bis eine kritische Zahl von Geb\u00e4uden bewertet worden w\u00e4re. <span class=\"removed_link\" title=\"http:\/\/www.derwesten.de\/staedte\/muelheim\/muelheimer-verein-kritisiert-web-projekt-wheelmap-zur-barrierefreiheit-id6181497.html\">Nichts gegen valide Daten<\/span>, es w\u00e4re phantastisch, wenn wir von allen \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Einrichtungen exakt w\u00fcssten, wie barrierefrei sie sind. Das Problem ist nur, dass in der Zeit, die man daf\u00fcr br\u00e4uchte ein Gro\u00dfteil der Geb\u00e4ude umgebaut w\u00fcrde, Caf\u00e9s w\u00fcrden schlie\u00dfen, Gesch\u00e4fte zu machen und neue aufmachen. Auch f\u00fcr \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude w\u00e4re interessant zu wissen, wie barrierefrei sie sind. Nur: wie oft geht man ins B\u00fcrgerb\u00fcro oder ins Rathaus?<br \/>\nDeshalb sind schlechte Daten besser als gar keine. Wer die Anwendung benutzt hat, um einen angeblich barrierefreien Ort zu finden und vor Ort feststellt, dass die Bewertung falsch ist kann die Angaben korrigieren, auch das ist Crowdsourcing.<br \/>\nDer Dienst Amara erlaubt es, Untertitel f\u00fcr Videos auf YouTube per Crowdsourcing zu erstellen. Ein \u00e4hnlicher Service ist <a href=\"https:\/\/www.opensubtitles.org\/de\">Opensubtitles.org<\/a>.<br \/>\nDer Dienst <a href=\"https:\/\/youdescribe.org\/\">YouDescribe<\/a> erlaubt die Erstellung von Audiodeskriptionen f\u00fcr YouTube-Clips.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/bildbeschreibungen.com\/\">Bilder f\u00fcr die blinden<\/a> erstellt Bildbeschreibungen f\u00fcr blinde und sehbehinderte Menschen.<br \/>\nDie Crowd kann aber auch eingesetzt werden, um die Barrierefreiheit von Webseiten zu verbessern. Die Firefox-Erweiterung WebVisum erlaubt es zum Beispiel, Webseiten mit Informationen wie Bild- oder Formularbeschreibungen auszustatten, damit sie von Blinden besser genutzt werden k\u00f6nnen. Viele werden hier einwenden, dass solche Beschreibungen nicht die Qualit\u00e4t professioneller Dienste haben k\u00f6nnen. Dagegen l\u00e4sst sich anf\u00fchren, dass eine mittelm\u00e4\u00dfige Beschreibung immer noch besser ist als gar keine. Immerhin gibt es hier die M\u00f6glichkeit, dass Menschen mit und ohne Behinderung sich dar\u00fcber austauschen, um gemeinsam die Qualit\u00e4t der Beschreibungen zu verbessern. Die Nicht-Behinderten werden dadurch ganz nebenbei f\u00fcr m\u00f6gliche Barrieren und die Auswirkungen von Behinderungen sensibilisiert. Leider gibt es den Dienst nicht mehr, aber technisch w\u00e4re so etwas gut umsetzbar.<br \/>\nDie App BeMyEyes erlaubt es Blinden \u00fcber ihre Smartphone-Kamera, sich freiwillige sehende Hilfe zu organisieren, zum Beispiel beim Einkaufen oder bei der Orientierung.<br \/>\nEs ist praktisch unm\u00f6glich, eine gro\u00dfe Gruppe von Menschen mit Behinderung f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/hilfstechnik-und-mensch-maschine-interaktion\/usability-2\/usability-mit-behinderten-testen\/\">den Test einer Webseite<\/a> auf Barrierefreiheit zu gewinnen. Das Problem besteht darin, dass es eine gro\u00dfe Bandbreite an Behinderungen gibt und innerhalb dieser Gruppen die Auswirkungen der Behinderung und die technischen F\u00e4higkeiten stark variieren. Allein bei den Sehst\u00f6rungen gibt es unz\u00e4hlige Varianten. Mit normalen Ressourcen ist es praktisch nicht m\u00f6glich, diese Bandbreite in Usability- oder Barrierefreiheitstests abzubilden.<br \/>\nWarum also nicht die Crowd f\u00fcr den Test auf Barrierefreiheit gewinnen? Das hat gleich zwei Vorteile: Tendentiell werden eher Menschen erreicht, die<br \/>\ndas Angebot sowieso nutzen und deshalb daran interessiert sind, dass es barrierefrei ist. Au\u00dferdem sitzen die Menschen in ihrer gewohnten Umgebung, setzen die Technologien ein, die sie sowieso nutzen und gehen damit sehr viel entspannter an die Aufgabe als sie das in einem Usability-Labor tun w\u00fcrden. Bei einer kleinen Testgruppe ist es h\u00e4ufig schwierig zu sagen, ob an einer bestimmten Stelle tats\u00e4chlich ein Problem vorliegt oder ob nur die jeweilige Person nicht damit zurecht kommt. Wenn hingegen eine gr\u00f6\u00dfere Zahl von Menschen unabh\u00e4ngig voneinander an einer bestimmten Stelle ein Problem findet, ist es auch ein Problem. Es geht nat\u00fcrlich nicht darum, ein v\u00f6llig barriereunfreies Angebot barrierefrei zu machen, da kann die Crowd auch nicht weiterhelfen. Vielmehr soll die Crowd eine Webseite pr\u00fcfen, die nach den Regeln der WCAG 2.0 gestaltet wurde. Die Crowd soll m\u00f6gliche Probleme aufsp\u00fcren, nicht die Unf\u00e4higkeit der Webentwickler kompensieren.<br \/>\nDas war jetzt nur ein kurzer \u00dcberblick \u00fcber Services, die mir bekannt sind. Das Potential ist riesengro\u00df, es fehlt nur noch jemand, der dieses Potenntial erschlie\u00dft. Bei einigen Screenreadern kommt es z.B. vor, dass sie W\u00f6rter falsch aussprechen. Hier w\u00e4re es von Vorteil, wenn die Nutzer die Aussprache korrigieren und diese Korrekturen \u00fcber einen Server direkt teilen k\u00f6nnten. Um bl\u00f6dsinnige Korrekturen zu verhindern &#8211; manche Menschen langweilen sich halt &#8211; k\u00f6nnen statistische Methoden eingesetzt werden, so dass eine \u00c4nderung erst g\u00fcltig wird, wenn sie von gen\u00fcgend Leuten umgesetzt wurde.<br \/>\nDas Sch\u00f6ne an der Crowd ist die intrinsische Motivation. Es geht darum, dass Menschen gerne bereit sind, anderen Menschen zu helfen, ohne daf\u00fcr eine direkte Gegenleistung zu erwarten. Die Angebote sind relativ niedrigschwellig, niemand muss sich in WCAG oder andere komplexe Regularien einlesen, sondern er oder sie kann sofort einsteigen und loslegen.<br \/>\nDas Spannende am Crowdsourcing ist meiner Ansicht nach der proaktive Ansatz. Die Behindertenszene in Deutschland ist f\u00fcr meinen Geschmack zu passiv. Crowdsourcing verschafft ihnen die Instrumente, um selbst etwas zu verbessern &#8211; eben wie bei Wheelmap.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/netz-barrierefrei.de\/en\/crowd.html\">Crowdsourcing and Accessibility<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kann die Masse &#8211; die Crowd &#8211; zur Barrierefreiheit beitragen? 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