{"id":9565,"date":"2024-11-01T19:37:25","date_gmt":"2024-11-01T17:37:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/?page_id=9565"},"modified":"2025-07-12T16:42:50","modified_gmt":"2025-07-12T14:42:50","slug":"das-kognitive-blinder-bei-grafischen-benutzer-oberflaechen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/formen-von-einschraenkungen\/sehen-und-blindheit\/das-kognitive-blinder-bei-grafischen-benutzer-oberflaechen\/","title":{"rendered":"Wie Blinde digitale Benutzeroberfl\u00e4chen wahrnehmen"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/digitale-barrierefreiheit.podigee.io\/275-das-kognitive-modell-blinder-menschen\/embed?context=external&#038;theme=default\" style=\"border: 0\" frameBorder=\"0\" height=\"100\" width=\"100%\"><\/iframe><\/p>\n<p>Ein kognitives  Modell beschreibt, wie etwas wahrgenommen wird. Um komplexe Objekte verabeiten zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigen wir eine Repr\u00e4sentation davon, wie es aufgebaut ist und wie es sich insbesondere bei Interaktion verh\u00e4lt.<\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_82_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-white ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalt<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/formen-von-einschraenkungen\/sehen-und-blindheit\/das-kognitive-blinder-bei-grafischen-benutzer-oberflaechen\/#Das_kognitive_Modell_Sehender\" >Das kognitive Modell Sehender<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/formen-von-einschraenkungen\/sehen-und-blindheit\/das-kognitive-blinder-bei-grafischen-benutzer-oberflaechen\/#Das_kognitive_Modell_Blinder\" >Das kognitive Modell Blinder<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/formen-von-einschraenkungen\/sehen-und-blindheit\/das-kognitive-blinder-bei-grafischen-benutzer-oberflaechen\/#Taktile_Informationsverarbeitung_Braille\" >Taktile Informationsverarbeitung (Braille)<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-4\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/formen-von-einschraenkungen\/sehen-und-blindheit\/das-kognitive-blinder-bei-grafischen-benutzer-oberflaechen\/#Interaktionsparadigmen\" >Interaktionsparadigmen<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-5\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/formen-von-einschraenkungen\/sehen-und-blindheit\/das-kognitive-blinder-bei-grafischen-benutzer-oberflaechen\/#Wichtige_Prinzipien_der_digitalen_Barrierefreiheit_fuer_Blinde\" >Wichtige Prinzipien der digitalen Barrierefreiheit f\u00fcr Blinde<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-6\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/formen-von-einschraenkungen\/sehen-und-blindheit\/das-kognitive-blinder-bei-grafischen-benutzer-oberflaechen\/#Zum_weiterlesen\" >Zum weiterlesen<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Das_kognitive_Modell_Sehender\"><\/span>Das kognitive Modell Sehender<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Sehende nehmen die GUI \u00fcber ihre visuellen Sinne auf. Visuelle Elemente wie Farben, Formen, Symbole und Texte werden erkannt und interpretiert.<\/p>\n<p>Menschen erkennen und kategorisieren visuelle Elemente durch Gestaltprinzipien (z. B. N\u00e4he, \u00c4hnlichkeit, Kontinuit\u00e4t), die helfen, verwandte Informationen als zusammengeh\u00f6rig wahrzunehmen.<\/p>\n<p>Farben und Kontraste spielen eine entscheidende Rolle. Hohe Kontraste erleichtern die Unterscheidung von Elementen und lenken die Aufmerksamkeit auf wichtige Bereiche.<\/p>\n<p>GUIs sind oft komplex, mit vielen m\u00f6glichen Interaktionspunkten. Die Nutzer lenken ihre Aufmerksamkeit auf relevante Bereiche, oft basierend auf visuellen Hinweisen und pers\u00f6nlicher Relevanz.<\/p>\n<p>Selektive Aufmerksamkeit hilft, irrelevante Elemente auszublenden und sich auf wichtige Interaktionspunkte zu konzentrieren. Die Platzierung und Gr\u00f6\u00dfe von Schaltfl\u00e4chen und Symbolen k\u00f6nnen die Aufmerksamkeit gezielt lenken.<\/p>\n<p>Das Arbeitsged\u00e4chtnis ist entscheidend: Benutzer behalten eine begrenzte Menge an Informationen im Kopf, um die n\u00e4chsten Schritte in einer GUI auszuf\u00fchren. GUIs, die zu viele Informationen auf einmal pr\u00e4sentieren, k\u00f6nnen das Arbeitsged\u00e4chtnis \u00fcberlasten.<\/p>\n<p>Das Langzeitged\u00e4chtnis wird angesprochen, wenn Benutzer bekannte Symbole und Interaktionen wiedererkennen. Icons wie das \u201eHaus\u201c f\u00fcr die Startseite oder der \u201ePapierkorb\u201c f\u00fcr l\u00f6schen sind Beispiele f\u00fcr Symbole, die im Langzeitged\u00e4chtnis verankert sind und sofort verstanden werden.<\/p>\n<p>Konsistenz in der Gestaltung hilft, das Langzeitged\u00e4chtnis zu nutzen und wiederkehrende Benutzerfreundlichkeit sicherzustellen.<\/p>\n<p>Benutzerinnen w\u00e4gen Optionen in einer GUI ab und w\u00e4hlen Pfade, die am besten zu ihren Zielen passen. Entscheidungen h\u00e4ngen oft von Faktoren wie Effizienz, Vorerfahrung und Vertrauen in die Navigation ab.<\/p>\n<p>Die Erwartungskonformit\u00e4t ist ein wichtiger Faktor: GUIs, die den Erwartungen der Benutzer entsprechen, reduzieren die kognitive Belastung und machen Entscheidungen intuitiver.<\/p>\n<p>Nach der Entscheidung f\u00fchrt der Benutzer eine Handlung aus (z. B. Klicken, Scrollen). Diese Aktionen h\u00e4ngen von der Zielrichtung ab, die eine klare visuelle Verbindung zwischen den Absichten des Benutzers und den GUI-Elementen herstellt.<\/p>\n<p>Motorische Steuerung, wie die Platzierung der Maus und das Dr\u00fccken von Tasten, sind Teil der Umsetzung des kognitiven Modells in physische Aktionen.<\/p>\n<p>Hier spielt das Fitts&#8217;sche Gesetz ebenfalls eine Rolle: Benutzer bevorzugen Schaltfl\u00e4chen und Interaktionen, die leichter zu erreichen sind.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Das_kognitive_Modell_Blinder\"><\/span>Das kognitive Modell Blinder<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Das kognitive Modell blinder Personen bei der Nutzung digitaler Benutzeroberfl\u00e4chen (User Interfaces, UI) unterscheidet sich grundlegend von dem sehender Personen, da sie auf andere Wahrnehmungs-Formen zur\u00fcckgreifen m\u00fcssen. F\u00fcr Blinde funktionnieren die meisten Gestalt-Gesetze wie N\u00e4he, Gr\u00f6\u00dfe, Wei\u00dfraum oder grafische Hervorhebung nicht. Die meisten Gestalt-Patterns sind vollst\u00e4ndig auf das Sehen ausgerichtet.<\/p>\n<p>Auditive Informationsverarbeitung<\/p>\n<p>Blinde Nutzer verwenden Screenreader-Software, die den Text auf dem Bildschirm in Sprache oder Braille umwandelt. Dadurch erfolgt die Informationsverarbeitung prim\u00e4r auditiv (oder haptisch im Falle von Braille). Einige kognitive Prozesse, die dabei eine Rolle spielen:<\/p>\n<p>Sequenzielle Navigation: Im Gegensatz zu sehenden Nutzern, die eine Seite visuell scannen und Informationen parallel aufnehmen, nehmen blinde Nutzer Informationen nacheinander auf. Sie h\u00f6ren sich durch Men\u00fcs, Abs\u00e4tze und Listen und m\u00fcssen dabei gedanklich die Struktur der Seite konstruieren.<\/p>\n<p>  Mentale Kartenbildung: Blinde Personen erstellen eine mentale Repr\u00e4sentation der Website-Struktur, \u00e4hnlich wie sehende Personen visuelle Karten erstellen. Diese mentale Karte hilft ihnen, sich auf der Seite zu orientieren, obwohl sie die Seite nicht auf einen Blick erfassen k\u00f6nnen. Navigationselemente wie \u00dcberschriften, Listen oder Links werden oft als Orientierungspunkte genutzt.<\/p>\n<p>Fokus auf Hierarchie und Semantik: Semantische Markierungen (z. B. \u00dcberschriftenebenen oder Listen) sind f\u00fcr blinde Nutzer besonders wichtig, um die Struktur einer Webseite zu verstehen. Sie nutzen diese Hinweise, um Priorit\u00e4ten zu setzen und sich durch Inhalte zu navigieren.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Taktile_Informationsverarbeitung_Braille\"><\/span>Taktile Informationsverarbeitung (Braille)<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Einige blinde Nutzer verwenden Braille-Displays, die den Text der Benutzeroberfl\u00e4che in f\u00fchlbare Braille-Zeichen umsetzen. Die taktile Informationsverarbeitung fordert andere kognitive Strategien als die auditive.<\/p>\n<p>Langsamere Informationsaufnahme: Braille-Displays bieten oft nur eine kleine Menge Text gleichzeitig an, was die Geschwindigkeit der Informationsaufnahme reduziert. Nutzer m\u00fcssen sich an den begrenzten Raum und die sequenzielle Natur des Lesens anpassen.<\/p>\n<p>H\u00f6here Arbeitsged\u00e4chtnisbelastung: Da nur wenige Zeichen auf einmal wahrgenommen werden k\u00f6nnen, m\u00fcssen blinde Nutzer mehr Informationen im Arbeitsged\u00e4chtnis halten, w\u00e4hrend sie sich durch die Inhalte bewegen.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Interaktionsparadigmen\"><\/span>Interaktionsparadigmen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Blinde Nutzer verwenden unterschiedliche Eingabemethoden, darunter Tastaturk\u00fcrzel, Sprachsteuerung oder haptische Eingabeger\u00e4te. Diese Eingabemethoden erfordern spezielle kognitive Anpassungen.<\/p>\n<p>Tastatur- und Shortcut-basierte Navigation: Da visuelle Orientierung entf\u00e4llt, navigieren blinde Personen durch Tastaturk\u00fcrzel oder Gesten durch die Benutzeroberfl\u00e4che. Sie m\u00fcssen sich eine gro\u00dfe Anzahl von Tastenkombinationen und Interaktionsmustern merken, um effizient arbeiten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kognitive Belastung durch Kontextumschaltung: Der Wechsel zwischen verschiedenen Aufgaben (z. B. Text lesen, zu einem Formular navigieren, Befehle eingeben) kann kognitiv fordernd sein, da die Orientierung und das Behalten von Kontexten besonders wichtig sind.<\/p>\n<p>Aufmerksamkeitsmanagement: Blinde Nutzer m\u00fcssen gezielt Informationen suchen und verarbeiten, was ein effektives Aufmerksamkeitsmanagement erfordert:<\/p>\n<p>Relevanzfilterung: Blinde Personen m\u00fcssen in der Lage sein, irrelevante oder redundante Informationen zu filtern, da sie oft lange Passagen anh\u00f6ren m\u00fcssen, um relevante Details zu finden. Dabei hilft es, wenn Webseiten semantisch gut strukturiert und barrierefrei sind.<\/p>\n<p>Kognitive Flexibilit\u00e4t: Da viele digitale Inhalte und Webseiten nicht vollst\u00e4ndig barrierefrei sind, ben\u00f6tigen blinde Nutzer eine hohe kognitive Flexibilit\u00e4t, um alternative Wege zu finden, Informationen zu extrahieren, z. B. durch die Umgehung schlecht markierter Navigationselemente.<\/p>\n<p>Erh\u00f6hte Abh\u00e4ngigkeit von Ged\u00e4chtnis: Ohne visuelle Hinweise verlassen sich blinde Nutzer stark auf ihr Ged\u00e4chtnis, um sich auf digitalen Oberfl\u00e4chen zurechtzufinden. <\/p>\n<p>Langzeitged\u00e4chtnis f\u00fcr Layouts und Strukturen: H\u00e4ufige Nutzung bestimmter Webseiten oder Anwendungen f\u00fchrt zur Speicherung der strukturellen Informationen im Langzeitged\u00e4chtnis. Blinde Nutzer k\u00f6nnen sich durch diese gespeicherten mentalen Modelle schneller zurechtfinden, wenn sie bekannte Seiten erneut besuchen.<\/p>\n<p>Arbeitsged\u00e4chtnis: Die gleichzeitige Verarbeitung von Informationen ist oft schwieriger, da Informationen linear und auditiv aufgenommen werden. Dies f\u00fchrt zu einer erh\u00f6hten Belastung des Arbeitsged\u00e4chtnisses, da relevante Informationen zwischengespeichert werden m\u00fcssen, w\u00e4hrend der Nutzer durch die Seite navigiert.<\/p>\n<p>Probleml\u00f6sestrategien und Fehlerbew\u00e4ltigung<\/h2>\n<p>Blinde Nutzer entwickeln eigene Strategien, um mit Fehlfunktionen, unzureichend barrierefreien Websites oder mangelnden Informationen umzugehen. Dazu geh\u00f6ren:<\/p>\n<p>Trial-and-Error-Ansatz: Wenn Navigationselemente nicht gut beschrieben oder zug\u00e4nglich sind, verlassen sich blinde Nutzer oft auf Versuch-und-Irrtum-Strategien, um herauszufinden, wie sie mit der Seite interagieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Spezifisches Feedback suchen: Blinde Nutzer ben\u00f6tigen genaues, sofortiges Feedback \u00fcber ihre Aktionen, da sie keine visuellen Indikatoren wahrnehmen k\u00f6nnen, die eine Interaktion best\u00e4tigen (z. B. Farbumschl\u00e4ge, Pop-ups).<\/p>\n<p>F\u00fcr Blinde ist es besonders wichtig, dass sie relevante Informationen selektieren und nicht-relevante Informationen herausfiltern k\u00f6nnen. Das gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr Sehende, bei Blinden dauert dieser Prozess allerdings deutlich l\u00e4nger, da sie deutlich mehr Informationen bekommen. Sie k\u00f6nnen einen Informationsblock nicht einfach visuell \u00fcberspringen. Gleichzeitig m\u00fcssen sie gzeilt bestimmte Informationen finden k\u00f6nnen. Nehmen wir an, ich t\u00e4tige einen Online-Einkauf. Dann muss ich gezielt auf der letzten Seite nachschauen, ob der Einkauf abgeschlossen wurde oder ob ein Fehler aufgetreten ist. Sehende fokussieren einfach die relevante Stelle, Blinde m\u00fcssen sie gezielt aufsuchen. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Wichtige_Prinzipien_der_digitalen_Barrierefreiheit_fuer_Blinde\"><\/span>Wichtige Prinzipien der digitalen Barrierefreiheit f\u00fcr Blinde<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Um die Herausforderungen f\u00fcr Blinde zu reduzieren, gibt es mehrere Prinzipien:<\/p>\n<p>Relevanz und Zusammenh\u00e4nge: AUF GUIS werden Hierarchien und Beziehungen durch Gr\u00f6\u00dfen-Unterschiede von Elementen und N\u00e4he\/Abst\u00e4nde deutlich. Im Code basiert das Ganze auf Container-Strukturen. Zusammengeh\u00f6rige Elemente sind in Containern strukturiert, die deren Funktion beschreiben. Eine andere M\u00f6glichkeit sind Fieldsets bei Formularen.<\/p>\n<p>Beschriftungen: Die Aufgabe von Elementen wird \u00fcber den code kommuniziert. Da Elemente in der Regel durch ihre Position oder ihr Aussehen ihre Aufgabe kommunizieren, ist diese Information f\u00fcr Blinde ansonsten nicht zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Kommunikation von \u00c4nderungen: \u00c4nderungen, die in der GUI stattfinden werden an die assistive Technologie kommuniziert. Da sie visuell statttfinden, w\u00fcrde der Blinde sie sonst nicht mitbekommen.<\/p>\n<p>Reihenfolge: Da Blinde ohne Touchscreen die visuelle Anordnung nicht wahrnehmen, ist die korrekte Implementierung der Reihenfolge wichtig. Das betrifft die Ausgabe des Screenreaders, aber auch die Reihenfolge der Tastatur-Bedienung. Es kann etwa sein, dass Elemente ihre Bedeutung durch ihre Reihenfolge bekommen. Stellen Sie sich ein zwei-spaltiges Formular vor, in welchem links der Vorname und rechts der Nachname in der rechten Spalte steht. Der Screenreader w\u00fcrde vermutlich erst die linke, dann die rechte Spalte vorlesen und damit f\u00fcr Konfusion sorgen.<\/p>\n<p>Tastatur-Bedienbarkeit wird in erster Linie direkt durch die assistive Technologie erm\u00f6glicht. Sie bietet Shortcuts oder Touchgesten, um Elemente direkt anzusteuern oder zu \u00fcberspringen.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Zum_weiterlesen\"><\/span>Zum weiterlesen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/netz-barrierefrei.de\/en\/cognitive-model.html\">The cognitive Model of blind Persons for GUI perception<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/user-experience-probleme-fuer-blinde\/\">User Experience \u2013 Probleme f\u00fcr Blinde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wie-blinde-das-internet-erkunden-die-haus-metapher\/\">Wie Blinde das Internet erkunden \u2013 die Haus-Metapher<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein kognitives Modell beschreibt, wie etwas wahrgenommen wird. Um komplexe Objekte verabeiten zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigen wir eine Repr\u00e4sentation davon, wie es aufgebaut ist und wie&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/formen-von-einschraenkungen\/sehen-und-blindheit\/das-kognitive-blinder-bei-grafischen-benutzer-oberflaechen\/\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">Wie Blinde digitale Benutzeroberfl\u00e4chen wahrnehmen<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":571,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-9565","page","type-page","status-publish","hentry","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/9565","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9565"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/9565\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10127,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/9565\/revisions\/10127"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/571"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9565"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}