{"id":9862,"date":"2025-02-15T17:02:23","date_gmt":"2025-02-15T15:02:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/?page_id=9862"},"modified":"2025-02-15T17:02:23","modified_gmt":"2025-02-15T15:02:23","slug":"die-fuenf-schichten-der-digitalen-barrierefreiheit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreies-internet\/konzeption\/die-fuenf-schichten-der-digitalen-barrierefreiheit\/","title":{"rendered":"Die f\u00fcnf Schichten der digitalen barrierefreiheit"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Praxis lassen sich f\u00fcnf ineinandergreifende Faktoren der Barrierefreiheit unterscheiden.<br \/>\nDer erste Faktor ist das Betriebssystem oder die Plattform, auf der gearbeitet wird. Jedes g\u00e4ngige Betriebssystem bietet eine Schnittstelle, um mit assistiven Technologien zusammen arbeiten zu k\u00f6nnen. Die Schnittstelle kann man sich wie einen Standard vorstellen, nach welchem Informationen zur Barrierefreiheit bereitgestellt werden.<br \/>\nAufbauend auf dieser Schnittstelle wird ein Programm verwendet, um bestimmte Aufgaben zu erledigen. Dieses Programm wird auch Client genannt. Ein solches Programm ist etwa ein Browser f\u00fcr den Zugang zum Internet. Verwendet der Nutzer einen Browser, der nicht entsprechend der Barrierefreiheits-Schnittstelle programmiert wurde, kann er diesen Browser nicht oder nur eingeschr\u00e4nkt verwenden, um auf das Internet zuzugreifen.<br \/>\nAls weiterer Problem-Bereich kommt die Programmierung der Website hinzu: HTML, CSS und JavaScript entwickeln sich schnell weiter. Die meisten Probleme der Barrierefreiheit mit assistiven Technologien lassen sich auf nicht barrierefreies JavaScript zur\u00fcckf\u00fchren.<br \/>\nAls vierter Faktor kommen bei einigen \u2013 nicht allen \u2013 behinderten Menschen die assistiven Technologien hinzu. Sie sind quasi die Schnittstelle zwischen dem Nutzer und dem  Client. Sie dienen entweder der Bedienung des Ger\u00e4tes oder der Ausgabe von Informationen in einer Form, mit der der Nutzer arbeiten kann oder beides.<br \/>\nAls f\u00fcnfter Faktor kommt der Nutzer selbst ins Spiel. Leider beherrschen nicht alle Nutzer ihre Technologie in einem Ma\u00dfe, wie wir es uns w\u00fcnschen w\u00fcrden. Und nat\u00fcrlich k\u00f6nnen die gleichen Fehl-Bedienungen erfolgen wie bei Nicht-Behinderten auch.<br \/>\nAuf allen genannten Ebenen k\u00f6nnen Probleme der Barrierefreiheit eintreten. Als Haupt-Probleme k\u00f6nnen folgende Faktoren ausgemacht werden:<br \/>\n1. Das Zusammenspiel zwischen Plattform, Client und AT funktioniert nicht, zum Beispiel, weil eine der Komponenten veraltet ist.<br \/>\n2. Jede der vier technischen Ebenen kann tempor\u00e4re Probleme \u2013 gemeinhin Bugs genannt \u2013 enthalten.<br \/>\n3. Der Nutzer selbst hat einen Bedienungs-Fehler gemacht oder er kennt die Technik nicht gut genug, um zurechtzukommen.<\/p>\n<p>Beispiele gibt es viele: So hat das letzte gro\u00dfe iOS-Update auf iOS 13 bei vielen Blinden und Sehbehinderten schwerwiegende Probleme mit den AT geschaffen, die erst nach Monaten gel\u00f6st wurden. Der Edge-Browser war bei seiner Ver\u00f6ffentlichung nicht barrierefrei. Der in Deutschland beliebte Screenreader Kobra wurde nach der Insolvenz des Anbieters eingestellt. Er wird nach wie vor von vielen Blinden genutzt, doch ist absehbar, dass Windows sowie viele Browser und Webseiten nach und nach nicht mehr mit Kobra funktionieren werden. Ein Update des Screenreaders kann teuer werden, deshalb verwenden viele Blinde nicht die aktuelle Version.<br \/>\nEine Problem-Analyse erfordert daher, dass Sie m\u00f6glichst genaue Informationen vom Nutzer einsammeln: Minimum ist Betriebssystem sowie verwendeter Browser, verwendete AT und deren Version sowie nat\u00fcrlich eine m\u00f6glichst konkrete Beschreibung, auf welcher Seite welches Problem bei welcher Aktion eintritt.<br \/>\nDie Mainstream-Systeme und Browser sind \u00fcberwiegend barrierefrei. In der Regel k\u00f6nnen die meisten Probleme auf HTML, JavaScript, die AT oder eine Fehlbedienung durch den Nutzer zur\u00fcckgef\u00fchrt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Praxis lassen sich f\u00fcnf ineinandergreifende Faktoren der Barrierefreiheit unterscheiden. Der erste Faktor ist das Betriebssystem oder die Plattform, auf der gearbeitet wird. 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