{"id":10689,"date":"2026-03-21T16:03:51","date_gmt":"2026-03-21T14:03:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/?p=10689"},"modified":"2026-03-23T18:30:00","modified_gmt":"2026-03-23T16:30:00","slug":"agaismus-in-der-digitalen-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/agaismus-in-der-digitalen-welt\/","title":{"rendered":"Wie wir \u00e4ltere Menschen von der digitalen Welt ausschlie\u00dfen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/aeltere-person.jpg\" alt=\"\u00c4ltere Person vor Computer\" width=\"1408\" height=\"768\" class=\"alignleft size-full wp-image-10695\" srcset=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/aeltere-person.jpg 1408w, https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/aeltere-person-300x164.jpg 300w, https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/aeltere-person-1024x559.jpg 1024w, https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/aeltere-person-768x419.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1408px) 100vw, 1408px\" \/><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/digitale-barrierefreiheit.podigee.io\/351-wie-altere-menschen-im-web-diskriminiert-werden\/embed?context=external&#038;theme=default\" style=\"border: 0\" frameBorder=\"0\" height=\"100\" width=\"100%\"><\/iframe><br \/>\nHeute sprechen wir \u00fcber \u00e4ltere Menschen und die besonderen Herausforderungen, die sie im digitalen Raum erleben. \u00c4ltere Menschen sind vermutlich die gr\u00f6\u00dfte Gruppe, die systematisch bei der Nutzung moderner Technologie diskriminiert werden. <\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_82_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-white ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalt<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/agaismus-in-der-digitalen-welt\/#Zusammenfassung\" >Zusammenfassung<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/agaismus-in-der-digitalen-welt\/#Aeltere_werden_ignoriert\" >\u00c4ltere werden ignoriert<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/agaismus-in-der-digitalen-welt\/#Barrierefreiheits-Richtlinien_ohne_Bedarf_Aelterer\" >Barrierefreiheits-Richtlinien ohne Bedarf \u00c4lterer<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-4\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/agaismus-in-der-digitalen-welt\/#Diskriminierendes_design\" >Diskriminierendes design<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-5\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/agaismus-in-der-digitalen-welt\/#Herausforderungen_aelterer_Menschen\" >Herausforderungen \u00e4lterer Menschen<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-6\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/agaismus-in-der-digitalen-welt\/#Loesungs_Moeglichkeiten\" >L\u00f6sungs_M\u00f6glichkeiten<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Zusammenfassung\"><\/span>Zusammenfassung<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>\u00c4ltere Menschen sind eine der gr\u00f6\u00dften, aber am wenigsten ber\u00fccksichtigten Gruppen in der digitalen Barrierefreiheit. Sie werden oft durch komplexes Design, fehlende Erfahrung und nicht barrierearme Interfaces ausgeschlossen \u2013 obwohl digitale Angebote zunehmend Voraussetzung f\u00fcr gesellschaftliche Teilhabe sind.<\/p>\n<p>Hauptprobleme:<\/p>\n<p>&#8211; Kaum Fokus auf \u00e4ltere Menschen im Barrierefreiheits-Diskurs<br \/>\n&#8211; Komplexe, schlecht gestaltete Interfaces (z. B. Formulare, Fehlermeldungen)<br \/>\n&#8211; Kleine, kontrastarme Darstellung und schlechte Audioqualit\u00e4t<br \/>\n&#8211; Hohe Sicherheitsanforderungen machen Nutzung zus\u00e4tzlich kompliziert<br \/>\n&#8211; Wenig digitale Erfahrung \u2192 gr\u00f6\u00dfere H\u00fcrden bei Standardprozessen<br \/>\n&#8211; Wachsende Abh\u00e4ngigkeit von Hilfe oder kompletter Ausschluss<br \/>\n&#8211; Gef\u00fchl, gesellschaftlich \u201eabgeh\u00e4ngt\u201c zu sein<br \/>\n&#8211; Kaum Schulungsangebote und sinkende analoge Alternativen<\/p>\n<p>Zentrale Ursachen:<\/p>\n<p>&#8211; \u201eLatente\u201c Einschr\u00e4nkungen (Sehen, H\u00f6ren, Motorik, Kognition)<br \/>\n&#8211; Fehlende UX-Fokussierung auf diese Zielgruppe<br \/>\n&#8211; Testing mit falschen (zu technikaffinen) Nutzergruppen<br \/>\n&#8211; zu wenig Training f\u00fcr diese Gruppen<\/p>\n<p>L\u00f6sungsans\u00e4tze:<\/p>\n<p>&#8211; Co-Design: \u00c4ltere Menschen aktiv einbeziehen<br \/>\n&#8211; Interfaces radikal vereinfachen und verst\u00e4ndlicher machen<br \/>\n&#8211; Besseres Fehlermanagement und klare R\u00fcckmeldungen<br \/>\n&#8211; Schulung und kontinuierliche Unterst\u00fctzung ausbauen<br \/>\n&#8211; Analoge Alternativen erhalten<br \/>\n&#8211; Bew\u00e4hrte, intuitive Design-Patterns nutzen<\/p>\n<p>Kernthese:<br \/>\nDigitale Systeme, die f\u00fcr \u00e4ltere Menschen funktionieren, sind in der Regel f\u00fcr alle besser nutzbar.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Aeltere_werden_ignoriert\"><\/span>\u00c4ltere werden ignoriert<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Interessanterweise werden \u00e4ltere Menschen im Kontext der digitalen Barrierefreiheit vergleichsweise wenig thematisiert \u2013 obwohl sie vermutlich die gr\u00f6\u00dfte ausgeschlossene Gruppe bei der Webnutzung darstellen. Rein quantitativ gibt es deutlich mehr \u00e4ltere Menschen als beispielsweise Personen mit Sehbehinderungen oder k\u00f6rperlichen Einschr\u00e4nkungen wie Rollstuhlnutzung. Gerade im Bereich k\u00f6rperlicher Beeintr\u00e4chtigungen sind sie wahrscheinlich die gr\u00f6\u00dfte betroffene Gruppe \u2013 und gleichzeitig eine, \u00fcber die erstaunlich wenig gesprochen wird.<br \/>\nEin Grund daf\u00fcr ist sicher, dass \u201e\u00e4ltere Menschen\u201c keine klar definierte Kategorie sind. Wo beginnt dieses Alter \u2013 bei 70, 75 oder 80 Jahren? Diese Unsch\u00e4rfe macht es schwieriger, die Zielgruppe eindeutig zu fassen. Au\u00dferdem handelt es sich keineswegs um eine homogene Gruppe. Es gibt viele \u00e4ltere Menschen, die digital sehr fit sind und teilweise komplexere Dinge umsetzen als j\u00fcngere Nutzerinnen. Das \u00e4ndert jedoch nichts daran, dass ein gro\u00dfer Teil dieser Gruppe beim Thema digitaler Zugang kaum ber\u00fccksichtigt wird.<br \/>\nLange Zeit war das vielleicht weniger problematisch. Digitale Angebote bedeuteten vor allem Komfort \u2013 etwa Online-Shopping, soziale Netzwerke oder Streaming-Dienste. Inzwischen bewegen wir uns jedoch in eine Welt, in der immer mehr Prozesse ausschlie\u00dflich digital stattfinden. Analoge Alternativen werden reduziert oder ganz abgeschafft. Dadurch wird digitale Teilhabe zur Voraussetzung f\u00fcr gesellschaftliche Teilnahme \u2013 und \u00e4ltere Menschen werden damit zu einer zentralen Zielgruppe.<br \/>\nHinzu kommen verbreitete Stereotype: \u00c4ltere Menschen gelten oft als technikfern oder wenig kompetent im Umgang mit digitalen Anwendungen. Dahinter steckt auch die Annahme, sie h\u00e4tten grunds\u00e4tzlich kein Interesse an Technologie. Nat\u00fcrlich gibt es Menschen, die sagen: \u201eDas ist nichts f\u00fcr mich.\u201c Aber die Vorstellung, dass dies f\u00fcr die Mehrheit gilt, ist kaum haltbar.<br \/>\nIm Gegenteil: Viele \u00e4ltere Menschen w\u00fcrden digitale Angebote gerne nutzen \u2013 etwa um mit ihren Kindern oder Enkeln in Kontakt zu bleiben, beispielsweise \u00fcber Messenger-Dienste oder Videotelefonie. Auch beim Einkaufen bieten digitale L\u00f6sungen Vorteile, etwa wenn k\u00f6rperliche Belastungen zum Problem werden. Und nicht zuletzt betrifft es zunehmend beh\u00f6rdliche Abl\u00e4ufe, die heute oft nur noch digital zug\u00e4nglich sind.<br \/>\nEin konkretes Beispiel: In Bonn ist es meines Wissens nach kaum m\u00f6glich, einen Termin im B\u00fcrgerb\u00fcro ohne digitale Mittel zu vereinbaren. Entweder erfolgt die Buchung \u00fcber ein Webformular oder \u00fcber Terminals vor Ort. Klassische Wege wie Telefon oder spontanes Erscheinen ohne Termin sind \u2013 soweit bekannt \u2013 nicht vorgesehen. Digitale Nutzung ist hier also keine Option mehr, sondern Voraussetzung.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Barrierefreiheits-Richtlinien_ohne_Bedarf_Aelterer\"><\/span>Barrierefreiheits-Richtlinien ohne Bedarf \u00c4lterer<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Ein weiteres zentrales Problem ist, dass bestehende Richtlinien zur digitalen Barrierefreiheit \u2013 wie die WCAG oder die EN-Normen \u2013 keine spezifischen Anforderungen f\u00fcr \u00e4ltere Menschen definieren. Grunds\u00e4tzlich verzichten diese Standards darauf, einzelne Zielgruppen gesondert zu adressieren. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass der Fokus stark auf klassischen Behinderungsformen liegt.<br \/>\nAspekte, die speziell f\u00fcr \u00e4ltere Menschen relevant sind \u2013 etwa bestimmte UX-Muster, die kognitive oder altersbedingte Einschr\u00e4nkungen ber\u00fccksichtigen m\u00fcssten \u2013 spielen im Diskurs bislang kaum eine Rolle. Auch in den begleitenden Diskussionen rund um die Standards werden diese Themen selten aufgegriffen. Es entsteht der Eindruck, dass die Problematik nicht als zentral wahrgenommen wird.<br \/>\nEine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung ist, dass solche Fragestellungen eher dem allgemeinen UX-Design zugeordnet werden \u2013 also Themen, die viele Menschen betreffen, unabh\u00e4ngig von einer formalen Behinderung. Gerade \u00e4ltere Menschen bewegen sich jedoch h\u00e4ufig im Bereich sogenannter \u201elatenter Einschr\u00e4nkungen\u201c, die nicht klar als Behinderung klassifiziert sind, aber dennoch erhebliche Auswirkungen auf die Nutzbarkeit digitaler Angebote haben.<br \/>\nAssistive Technologien sind komplex in der Anwendung, schwer zu erlernen und ben\u00f6tigen Erfahrung, um sie fl\u00fcssig nutzen zu k\u00f6nnen. Auch das macht es \u00c4lteren schwer, sie nutzbringend einzusetzen. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Diskriminierendes_design\"><\/span>Diskriminierendes design<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Woran erkennen wir eigentlich Altersdiskriminierung in digitalen R\u00e4umen?<br \/>\nEin zentraler Punkt ist, dass Menschen durch Designentscheidungen ausgeschlossen werden. Es werden Patterns verwendet, die f\u00fcr \u00e4ltere Menschen schwer verst\u00e4ndlich oder kaum bedienbar sind. Texte und UI-Elemente sind oft zu klein oder kontrastarm gestaltet \u2013 dabei haben viele \u00e4ltere Menschen nachweislich Schwierigkeiten mit der Kontrastwahrnehmung.<br \/>\nAuch audiovisuelle Inhalte spielen eine Rolle: Videos haben teilweise eine schlechte Tonqualit\u00e4t und sind dadurch schwer verst\u00e4ndlich. Untertitel helfen nicht immer, weil sie h\u00e4ufig zu klein oder zu schnell sind.<br \/>\nHinzu kommen komplexe oder wenig intuitive Designmuster. Ein typisches Beispiel sind Formulare. Dort werden zwar Hinweise zur Korrektur gegeben \u2013 aber oft so, dass sie nicht wirklich helfen. F\u00fcr Menschen, die mit digitalen Oberfl\u00e4chen aufgewachsen sind, ist das meist l\u00f6sbar. F\u00fcr \u00e4ltere Menschen kann das jedoch eine erhebliche H\u00fcrde darstellen.<br \/>\nViele wissen schlicht nicht:<br \/>\n&#8211; Wie komme ich eine Seite zur\u00fcck?<br \/>\n&#8211; Wie erkenne ich, ob ein Formular korrekt ausgef\u00fcllt ist?<br \/>\n&#8211; Wie korrigiere ich einen Fehler \u2013 und worin besteht dieser \u00fcberhaupt?<br \/>\nEin simples Beispiel: die Eingabe einer Telefonnummer. H\u00e4ufig verwenden Menschen Klammern, Bindestriche oder Schr\u00e4gstriche. Manche Formulare erlauben diese Zeichen jedoch nicht \u2013 ohne das klar zu kommunizieren.<br \/>\nIch erinnere mich an einen Fall bei eBay Kleinanzeigen: Ich habe meine Telefonnummer eingef\u00fcgt, konnte das Formular aber nicht absenden. Es gab keine Fehlermeldung. Ich habe lange gebraucht, um herauszufinden, dass bestimmte Zeichen nicht erlaubt waren. Das habe ich letztlich eher zuf\u00e4llig entdeckt.<br \/>\nDamals hatte ich noch die Geduld, so etwas zu analysieren. Heute w\u00fcrde ich wahrscheinlich deutlich schneller abbrechen. Und genau hier liegt das Problem: Diese Art von Design begegnet uns immer wieder \u2013 besonders bei Beh\u00f6rdenformularen. Man klickt auf \u201eWeiter\u201c, aber nichts passiert. Und es wird nicht erkl\u00e4rt, warum.<br \/>\nDas betrifft grunds\u00e4tzlich alle Nutzerinnen und Nutzer. Aber j\u00fcngere Menschen finden oft schneller eine L\u00f6sung, weil sie mehr Erfahrung mit digitalen Systemen haben. Wer diese Erfahrung nicht hat, st\u00f6\u00dft hier deutlich schneller an Grenzen.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Herausforderungen_aelterer_Menschen\"><\/span>Herausforderungen \u00e4lterer Menschen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Damit sind wir bei den zwei zentralen Herausforderungen:<br \/>\nErstens: das, was man als \u201elatente Einschr\u00e4nkungen\u201c bezeichnen kann.<br \/>\nViele \u00e4ltere Menschen haben Schwierigkeiten beim Sehen, H\u00f6ren, in der Motorik oder bei kognitiven Prozessen. Diese Einschr\u00e4nkungen sind oft nicht stark genug, um als formale Behinderung zu gelten \u2013 haben aber dennoch sp\u00fcrbare Auswirkungen. Gleichzeitig kennen viele die verf\u00fcgbaren Hilfsmittel nicht, etwa Screenreader, Vergr\u00f6\u00dferungsfunktionen oder andere Assistenztechnologien.<br \/>\nZweitens: fehlende Erfahrung mit digitalen Interfaces.<br \/>\nViele \u00e4ltere Menschen sind erst sp\u00e4t mit digitalen Technologien in Kontakt gekommen. Ihnen fehlt daher oft die Routine im Umgang mit grafischen Benutzeroberfl\u00e4chen.<br \/>\nUnd entgegen einer weit verbreiteten Annahme hat sich die Qualit\u00e4t dieser Oberfl\u00e4chen in den letzten Jahren nicht unbedingt verbessert \u2013 teilweise ist sie gleich geblieben oder sogar schlechter geworden.<br \/>\nEin besonders gutes Beispiel daf\u00fcr ist das Thema Fehlerkultur beziehungsweise Fehlermanagement. Viele Anwendungen liefern nach wie vor keine brauchbaren Fehlermeldungen. Man klickt auf \u201eSenden\u201c \u2013 und es passiert nichts. Oder es erscheint kurz eine Meldung, die weder verst\u00e4ndlich ist noch erkl\u00e4rt, wie man das Problem l\u00f6sen kann.<br \/>\nIch habe im Laufe der Zeit Hunderte von Benutzeroberfl\u00e4chen aus Sicht der Barrierefreiheit getestet \u2013 und mein Eindruck ist: In diesem Bereich hat sich kaum etwas verbessert. Obwohl wir wissen, wie gutes Fehlermanagement funktioniert, werden diese Prinzipien oft nicht umgesetzt.<br \/>\nGerade moderne Single-Page-Anwendungen schneiden hier h\u00e4ufig nicht besser ab als Systeme vor zehn Jahren.<br \/>\nUnd das ist letztlich f\u00fcr alle ein Problem \u2013 f\u00fcr \u00e4ltere Menschen aber ganz besonders. Denn ihnen fehlen oft die Strategien, um solche Situationen zu analysieren, zu umgehen oder zu l\u00f6sen.<br \/>\nEin weiterer zentraler Punkt ist, dass immer mehr Leistungen ausschlie\u00dflich online verf\u00fcgbar sind. Nehmen wir das Beispiel Banking: Viele \u00e4ltere Menschen erinnern sich noch daran, dass es fr\u00fcher \u2013 vor 20 oder 25 Jahren \u2013 an fast jeder Ecke eine Bank gab. Selbst in l\u00e4ndlichen Regionen war zumindest eine Sparkasse erreichbar. Deshalb haben auch heute noch viele \u00e4ltere Menschen ein Konto bei der Sparkasse.<br \/>\nInzwischen hat sich das stark ver\u00e4ndert. Filialen wurden massiv abgebaut. In Gro\u00dfst\u00e4dten ist die Versorgung oft noch relativ gut, aber auf dem Land gibt es h\u00e4ufig gar keine Filialen mehr. Und selbst in St\u00e4dten wurden viele Standorte geschlossen, weil die Mehrheit der Kundinnen und Kunden inzwischen Online-Banking nutzt \u2013 vor allem j\u00fcngere Menschen.<br \/>\nF\u00fcr \u00e4ltere Menschen entstehen dadurch gleich mehrere Herausforderungen.<br \/>\nZum einen ist da die Benutzbarkeit. Die habe ich ja bereits angesprochen: Viele Systeme sind nicht besonders zug\u00e4nglich und werden durch Sicherheitsmechanismen immer komplexer. TAN-Verfahren \u00fcber Apps, zus\u00e4tzliche Ger\u00e4te oder mehrstufige Anmeldeprozesse machen das Ganze deutlich komplizierter. In vielen F\u00e4llen ist Online-Banking heute ohne Smartphone oder spezielle Hardware kaum noch m\u00f6glich.<br \/>\nZum anderen spielt das Thema Sicherheit eine gro\u00dfe Rolle. Wir h\u00f6ren immer wieder von Betrugsf\u00e4llen, die gezielt \u00e4ltere Menschen betreffen \u2013 Stichwort Enkeltrick. Wenn man wenig Erfahrung mit digitalen Prozessen hat, ist es extrem schwierig einzusch\u00e4tzen, ob eine \u00dcberweisung oder eine Eingabe in ein Webformular legitim ist oder Teil einer Betrugsmasche sein k\u00f6nnte.<br \/>\nDiese Unsicherheit ist absolut nachvollziehbar. Die Angst, dass das eigene Konto leerger\u00e4umt wird, ist real \u2013 und f\u00fchrt dazu, dass viele Menschen sehr vorsichtig sind oder digitale Angebote ganz vermeiden.<br \/>\nDamit entsteht eine doppelte H\u00fcrde: mangelnde Usability auf der einen Seite und hohe Unsicherheit auf der anderen.<br \/>\nEin weiteres Problem ist die wachsende Abh\u00e4ngigkeit. Viele \u00e4ltere Menschen haben das Gl\u00fcck, Unterst\u00fctzung durch Kinder, Enkel oder andere Bezugspersonen zu bekommen. Sie k\u00f6nnen jemanden anrufen, der hilft oder Dinge gemeinsam erledigt. Aber das gilt l\u00e4ngst nicht f\u00fcr alle.<br \/>\nWer Unterst\u00fctzung hat, wird abh\u00e4ngig von dieser Hilfe. Und wer keine hat, steht oft komplett alleine da \u2013 ohne vertrauensw\u00fcrdige Person, an die man sich wenden kann.<br \/>\nHinzu kommt ein starkes Gef\u00fchl des Ausschlusses. Viele \u00e4ltere Menschen erleben im Alltag, dass digitale Technologien allgegenw\u00e4rtig sind. Sie sehen, wie andere st\u00e4ndig ihre Smartphones nutzen \u2013 oft mehr, als sie ihre Umgebung wahrnehmen. Das erzeugt leicht den Eindruck, dass es eine \u201edigitale Welt\u201c gibt, zu der man selbst keinen Zugang hat.<br \/>\nWie ein Club, in dem alles passiert \u2013 aber man selbst steht drau\u00dfen und versteht die Regeln nicht. Damit verbunden ist auch die Angst, den Anschluss zu verlieren.<br \/>\nDiese Sorge kennen viele von uns: das Gef\u00fchl, dass sich Dinge schneller entwickeln, als man mithalten kann. F\u00fcr \u00e4ltere Menschen ist diese Angst oft noch konkreter. Zum Beispiel die Bef\u00fcrchtung, wichtige Informationen zu verpassen:<br \/>\neine digitale Mitteilung, eine Frist, eine Aufforderung \u2013 vielleicht sogar etwas mit finanziellen Konsequenzen. Die Vorstellung, dass so etwas ausschlie\u00dflich digital passiert und man es schlicht nicht mitbekommt, ist beunruhigend. Und sie ist nicht unrealistisch. Deshalb ist es problematisch, wenn Prozesse vollst\u00e4ndig digitalisiert werden, ohne analoge Alternativen anzubieten.<br \/>\nEin oft untersch\u00e4tzter Aspekt ist au\u00dferdem die Hemmschwelle, um Hilfe zu bitten. Selbst wenn es grunds\u00e4tzlich Unterst\u00fctzung gibt, f\u00e4llt es vielen schwer, diese in Anspruch zu nehmen. Kinder und Enkel haben ein eigenes Leben, sind besch\u00e4ftigt \u2013 und man m\u00f6chte nicht zur Last fallen.<br \/>\nHinzu kommt, dass die Reaktionen nicht immer positiv sind. Viele helfen gern, keine Frage. Aber es gibt auch Situationen, in denen Ungeduld oder genervte Kommentare entstehen: \u201eDas m\u00fcsstest du doch inzwischen k\u00f6nnen\u201c oder \u201eDas ist doch ganz einfach\u201c. Solche Reaktionen wirken abschreckend. Und ehrlich gesagt: Die m\u00f6chte niemand h\u00f6ren \u2013 egal in welchem Alter. Aber gerade im h\u00f6heren Alter ist die Bereitschaft, sich solchen Situationen auszusetzen, oft noch geringer.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Loesungs_Moeglichkeiten\"><\/span>L\u00f6sungs_M\u00f6glichkeiten<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Eine einfache L\u00f6sung gibt es nicht. Aber es gibt mehrere Ansatzpunkte, die wir unbedingt ber\u00fccksichtigen sollten.<br \/>\nEin zentraler Punkt ist inklusive Gestaltung \u2013 idealerweise im Sinne von Co-Design.<br \/>\nDas bedeutet: \u00c4ltere Menschen werden aktiv in die Entwicklung digitaler Produkte einbezogen. Und zwar vor allem bei Anwendungen, die f\u00fcr die Lebensf\u00fchrung essenziell sind \u2013 etwa die elektronische Patientenakte, der elektronische Personalausweis oder das Deutschlandticket.<br \/>\nGerade bei solchen Systemen sollte nicht nur die Bestellung, sondern auch die Nutzung und Verwaltung gemeinsam mit \u00e4lteren Menschen gestaltet werden.<br \/>\nDer Grund ist relativ einfach:<br \/>\nWenn wir f\u00fcr j\u00fcngere, technikaffine Menschen designen, kommen viele \u00e4ltere Nutzerinnen und Nutzer nicht zurecht. Wenn wir hingegen f\u00fcr \u00e4ltere Menschen gestalten, profitieren in der Regel alle davon. Die Qualit\u00e4t steigt insgesamt.<br \/>\nUnd ehrlich gesagt: Es gibt kaum jemanden, der aktuelle Prozesse wie die Einrichtung des elektronischen Personalausweises oder die Nutzung der elektronischen Patientenakte wirklich als gelungen empfindet.<br \/>\nDeshalb stellt sich auch die Frage, warum UX-Tests so h\u00e4ufig mit technikaffinen Personen durchgef\u00fchrt werden \u2013 also mit Menschen, die ohnehin gut zurechtkommen. Viel wertvoller w\u00e4re es, gezielt mit denjenigen zu testen, die tats\u00e4chlich auf Schwierigkeiten sto\u00dfen.<br \/>\nJa, das ist aufwendiger. Aber genau dort entstehen die relevanten Erkenntnisse.<br \/>\nEin zweiter wichtiger Punkt ist die Reduktion von Komplexit\u00e4t.<br \/>\nBenutzeroberfl\u00e4chen m\u00fcssen klar, verst\u00e4ndlich und m\u00f6glichst einfach gestaltet sein. In der Praxis sehen wir leider oft das Gegenteil: unn\u00f6tig komplexe Abl\u00e4ufe, \u00fcberladene Interfaces und komplizierte Sicherheitsmechanismen.<br \/>\nNat\u00fcrlich sind Datenschutz und Sicherheit wichtig \u2013 aber teilweise wird hier \u00fcber das Ziel hinausgeschossen. Wenn ich mehrere Ger\u00e4te oder Verfahren brauche, um mich \u00fcberhaupt einloggen zu k\u00f6nnen, ist die Grenze der Verst\u00e4ndlichkeit schnell erreicht. Sp\u00e4testens dann, wenn ich mir zus\u00e4tzlich noch mehrere PINs merken muss.<br \/>\nHier passt die Sicherheitsarchitektur h\u00e4ufig nicht mehr zu den tats\u00e4chlichen Bed\u00fcrfnissen der Nutzerinnen und Nutzer. Und dann darf man sich auch nicht wundern, wenn solche Systeme kaum genutzt werden.<br \/>\nEin dritter, oft untersch\u00e4tzter Bereich ist Schulung und Training.<br \/>\nUnabh\u00e4ngig von der Gestaltung der Benutzeroberfl\u00e4che brauchen \u00e4ltere Menschen niedrigschwellige Angebote, um digitale Kompetenzen aufzubauen.<br \/>\nMein Eindruck ist, dass es davon noch zu wenige gibt \u2013 zumindest in der Breite. Formate wie Seniorencaf\u00e9s oder Schulungsangebote k\u00f6nnen hier sehr viel bewirken. Es geht dabei nicht nur um konkrete Aufgaben wie Online-Banking, sondern auch um grundlegende Dinge:<br \/>\n&#8211; Wie bewege ich mich im Internet?<br \/>\n&#8211; Wie erkenne ich vertrauensw\u00fcrdige Informationen?<br \/>\n&#8211; Wie f\u00fclle ich Formulare korrekt aus?<br \/>\n&#8211; Welche Hilfsmittel gibt es \u2013 und wie nutze ich sie?<br \/>\nSolche Angebote m\u00fcssten deutlich st\u00e4rker ausgebaut und vor allem kontinuierlich angeboten werden. Ein einmaliger Workshop reicht nicht aus. Ohne regelm\u00e4\u00dfige Anwendung geht das Gelernte schnell wieder verloren.<br \/>\nEin weiterer wichtiger Punkt ist der Erhalt analoger Alternativen. Digitale Angebote sollten nicht die einzige Option sein. Es braucht weiterhin Wege, die ohne Internet, Smartphone oder spezielle Ger\u00e4te funktionieren. Denn: Nicht jede \u00e4ltere Person hat ein Smartphone \u2013 und nicht jede m\u00f6chte eines nutzen. Wer keinen Internetzugang hat, kann auch mit einem Tablet wenig anfangen. Diese Realit\u00e4t muss ber\u00fccksichtigt werden.<br \/>\nSchlie\u00dflich spielt auch die Gestaltung konkreter Nutzungsmuster eine gro\u00dfe Rolle.<br \/>\nWir sollten bewusst auf etablierte, verst\u00e4ndliche Design-Patterns setzen \u2013 also auf Abl\u00e4ufe und Strukturen, die vertraut und leicht nachvollziehbar sind.<br \/>\nStattdessen sehen wir oft den Versuch, besonders kreative oder \u201emoderne\u201c L\u00f6sungen zu entwickeln. Das mag f\u00fcr Designpreise interessant sein, hilft aber vielen Nutzerinnen und Nutzern wenig.<br \/>\nGro\u00dfe Plattformen k\u00f6nnen sich solche Experimente leisten. Aber f\u00fcr die meisten Anwendungen \u2013 gerade im Alltag \u2013 gilt: Klarheit schl\u00e4gt Originalit\u00e4t.<br \/>\nOder anders gesagt: Weniger kreative Spielereien, mehr bew\u00e4hrte Muster. Und vor allem solche, die auch f\u00fcr \u00e4ltere Menschen gut funktionieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute sprechen wir \u00fcber \u00e4ltere Menschen und die besonderen Herausforderungen, die sie im digitalen Raum erleben. \u00c4ltere Menschen sind vermutlich die gr\u00f6\u00dfte Gruppe, die systematisch&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/agaismus-in-der-digitalen-welt\/\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">Wie wir \u00e4ltere Menschen von der digitalen Welt ausschlie\u00dfen<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-10689","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10689","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10689"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10689\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10696,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10689\/revisions\/10696"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10689"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10689"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10689"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}