{"id":10762,"date":"2026-05-02T14:32:44","date_gmt":"2026-05-02T12:32:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/?p=10762"},"modified":"2026-05-08T18:20:18","modified_gmt":"2026-05-08T16:20:18","slug":"wie-ein-barrierefreiheits-test-ablaeuft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wie-ein-barrierefreiheits-test-ablaeuft\/","title":{"rendered":"Wie ein Barrierefreiheits-Test abl\u00e4uft"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/woman-at-work.jpg\" alt=\"mehrere Personen arbeiten am Computer\" width=\"1024\" height=\"559\" class=\"alignleft size-full wp-image-10784\" srcset=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/woman-at-work.jpg 1024w, https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/woman-at-work-300x164.jpg 300w, https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/woman-at-work-768x419.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/digitale-barrierefreiheit.podigee.io\/356-neue-episode\/embed?context=external&#038;theme=default\" style=\"border: 0\" frameBorder=\"0\" height=\"100\" width=\"100%\"><\/iframe><br \/>\nIn diesem Beitrag geht es um die Vorgehensweise bei der Durchf\u00fchrung eines Barrierefreiheitstests. Pr\u00fcferinnen wissen nat\u00fcrlich, wie sieh vorgehen m\u00fcssen. Aber auch f\u00fcr den Auftraggeber kann es sinnvoll sein, den Ablauf zu kennen, um sich besser darauf einstellen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_82_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-white ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalt<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wie-ein-barrierefreiheits-test-ablaeuft\/#Tipps_fuer_den_Auftraggeber\" >Tipps f\u00fcr den Auftraggeber<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wie-ein-barrierefreiheits-test-ablaeuft\/#WCAG_EM_als_Leitfaden\" >WCAG EM als Leitfaden<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wie-ein-barrierefreiheits-test-ablaeuft\/#Uebersicht_verschaffen\" >\u00dcbersicht verschaffen<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-4\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wie-ein-barrierefreiheits-test-ablaeuft\/#Pruef-Gegenstand_festlegen\" >Pr\u00fcf-Gegenstand festlegen<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-5\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wie-ein-barrierefreiheits-test-ablaeuft\/#Durchfuehrung_der_Pruefung\" >Durchf\u00fchrung der Pr\u00fcfung<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Tipps_fuer_den_Auftraggeber\"><\/span>Tipps f\u00fcr den Auftraggeber<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Als Auftraggeber ist es sinnvoll, bereits selbst zu \u00fcberlegen, welche Komponenten und Views getestet werden sollten. Wir lieben solche Kunden. Da wir von extern kommen, kennen wir die Logik des Systems nicht, wir k\u00f6nnen nur mit dem Au\u00dfenblick urteilen.<\/p>\n<p>Bitte planen Sie ausreichend Vorlaufzeit ein. Die meisten Kunden untersch\u00e4tzen den Pr\u00fcfaufwand, die Zahl der Probleme und die Zeit zu deren Behebung. Als Faustregel: Wenn Sie 1. noch nie einen Barrierefreiheits-Test gemacht haben und 2. Sie viele Systeme haben oder diese Systeme komplex sind, sollten Sie mit vielen Problemen und viel Zeit zu deren Behebung rechnen. Leider werden auch die Barrierefreiheits-Skills der eigenen Projekt-Beteiligten \u00fcbersch\u00e4tzt bzw. sch\u00e4tzen viele Leute ihre F\u00e4higkeiten falsch ein. <\/p>\n<p>Mein Geheimtipp: Lassen Sie zuerst die Komponentenbibliothek pr\u00fcfen. Viele grundlegende Probleme m\u00fcssen einmal in der Komponente behoben werden und sind dann in allen Anwendungen behoben, die diese Komponente verwenden. Der Test ist dann nicht \u00fcberfl\u00fcssig, aber er kann erheblich schneller durchgef\u00fchrt werden, was die Kosten insgesamt reduziert. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"WCAG_EM_als_Leitfaden\"><\/span>WCAG EM als Leitfaden<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Wer einen Barrierefreiheitstest durchf\u00fchren m\u00f6chte, kann sich an der WCAG-EM (Web Content Accessibility Guidelines Evaluation Methodology) orientieren. Diese Evaluationsmethodik ist eine Anleitung des World Wide Web Consortium, konkret der Web Accessibility Initiative, um Barrierefreiheit systematisch und methodisch zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Die Methodik ist \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich. Es gibt derzeit eine ver\u00f6ffentlichte Version sowie einen Entwurf f\u00fcr Version 2.0. Die aktuelle Version bezieht sich haupts\u00e4chlich auf Websites. Die Version 2.0 wird zus\u00e4tzlich andere Formate wie Apps und PDFs einbeziehen. Die grundlegende Vorgehensweise bleibt jedoch weitgehend gleich.<\/p>\n<p>F\u00fcr Personen, die nicht tief mit den WCAG vertraut sind, ist wichtig: Die WCAG sind normativ. Das bedeutet, dass sie verbindlich sind, wenn man sich auf sie beruft. Die meisten Dokumente der WAI sind dagegen informativ. Sie dienen als Anleitung, sind aber nicht verpflichtend.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Uebersicht_verschaffen\"><\/span>\u00dcbersicht verschaffen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Der erste Schritt einer Pr\u00fcfung ist eine initiale Sichtung des Pr\u00fcfgegenstands. Bei einer Website oder App bedeutet das, dass man alle relevanten Seiten oder Screens einmal durchgeht und sich einen Gesamteindruck verschafft.<\/p>\n<p>Diese Sichtung ist besonders sinnvoll, um fr\u00fch zu erkennen, ob eine Pr\u00fcfung \u00fcberhaupt sinnvoll ist. Bei PDFs l\u00e4sst sich zum Beispiel schnell feststellen, ob sie strukturierten Text enthalten. Wenn keine Tags vorhanden sind, keine \u00dcberschriften, keine Abs\u00e4tze und keine Tabellen korrekt ausgezeichnet sind, ist das Dokument nicht barrierefrei. In solchen F\u00e4llen kann die Pr\u00fcfung fr\u00fchzeitig abgebrochen werden.<\/p>\n<p>Ein solcher Schnellcheck ist auch bei Entw\u00fcrfen sinnvoll. Bei Websites existieren oft verschiedene Versionen, zum Beispiel in Staging-Umgebungen. Es kommt vor, dass veraltete oder unvollst\u00e4ndige Versionen gepr\u00fcft werden. In solchen F\u00e4llen sollte man fr\u00fchzeitig darauf hinweisen, dass grundlegende Anforderungen nicht erf\u00fcllt sind und eine vollst\u00e4ndige Pr\u00fcfung keinen Mehrwert bietet.<\/p>\n<p>Dieses Vorgehen spart Zeit und Kosten und ist gegen\u00fcber dem Kunden transparenter, als eine vollst\u00e4ndige Pr\u00fcfung trotz offensichtlicher M\u00e4ngel durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Sichtung sollte man au\u00dferdem analysieren, welche Komponenten und Zust\u00e4nde vorhanden sind. Dazu geh\u00f6rt zum Beispiel, ob Elemente aufklappbar sind oder verschiedene Zust\u00e4nde haben. Dies hilft, den Umfang und die Komplexit\u00e4t der Pr\u00fcfung besser einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Da Websites und Apps oft sehr viele Seiten enthalten, ist eine vollst\u00e4ndige manuelle Pr\u00fcfung in der Regel nicht m\u00f6glich. Deshalb w\u00e4hlt man exemplarische Seiten oder Komponenten aus. Ziel ist es, die wichtigsten und repr\u00e4sentativen Teile zu identifizieren und zu dokumentieren.<\/p>\n<p>Die Methodik sieht au\u00dferdem vor, ein Konformit\u00e4tslevel festzulegen (A, AA oder AAA). In der Praxis ist dieser Schritt oft weniger relevant, da in den meisten F\u00e4llen Level AA angestrebt wird.<\/p>\n<p>Ein weiterer Schritt ist die Festlegung des anzuwendenden Standards. Auch dieser Schritt ist h\u00e4ufig bereits durch gesetzliche Vorgaben definiert, zum Beispiel durch die BITV oder das BFSG.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Pruef-Gegenstand_festlegen\"><\/span>Pr\u00fcf-Gegenstand festlegen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Ein zentraler Punkt ist die Definition des Pr\u00fcfgegenstands. Dabei ist es wichtig, nicht nur festzulegen, was gepr\u00fcft wird, sondern auch, was ausdr\u00fccklich ausgeschlossen wird.<\/p>\n<p>Diese Abgrenzung sollte in Abstimmung mit dem Kunden erfolgen. Ein Beispiel sind Webviews in Apps, die externe Inhalte anzeigen. Wenn diese Inhalte nicht in der Verantwortung des Betreibers liegen, k\u00f6nnen sie vom Test ausgeschlossen werden.<\/p>\n<p>Auch sogenannte Legacy-Systeme spielen eine Rolle. Viele Websites bestehen aus mehreren Systemen, etwa einem neuen und einem alten Bereich. In solchen F\u00e4llen muss klar definiert werden, welche Teile Bestandteil der Pr\u00fcfung sind.<\/p>\n<p>Die Auswahl des Pr\u00fcfgegenstands erfolgt typischerweise gemeinsam: Die pr\u00fcfende Person schl\u00e4gt relevante Seiten oder Komponenten vor, und der Kunde best\u00e4tigt oder erg\u00e4nzt diese Auswahl.<\/p>\n<p>Bei klassischen Websites sollten mindestens folgende Seitentypen ber\u00fccksichtigt werden:<\/p>\n<p>* die Startseite,<br \/>\n* eine einfache Inhaltsseite,<br \/>\n* eine komplexe Inhaltsseite (z. B. mit Tabellen oder interaktiven Elementen),<br \/>\n* eine Formularseite (z. B. Kontaktformular).<\/p>\n<p>Die Startseite ist besonders wichtig, da sie h\u00e4ufig eine eigene Struktur und spezielle Komponenten enth\u00e4lt.<\/p>\n<p>Bei Anwendungen mit klar definierten Prozessen, zum Beispiel in Online-Shops, m\u00fcssen vollst\u00e4ndige Abl\u00e4ufe gepr\u00fcft werden. Ein typischer Prozess umfasst die Produktsuche, das Hinzuf\u00fcgen zum Warenkorb, die Anmeldung, die Eingabe von Adress- und Zahlungsdaten sowie den Abschluss der Bestellung.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df WCAG gilt ein Prozess nur dann als konform, wenn alle Schritte des Prozesses konform sind. Deshalb muss der gesamte Ablauf gepr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>Dies erh\u00f6ht den Pr\u00fcfaufwand erheblich, ist aber notwendig, um eine valide Aussage zur Barrierefreiheit treffen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nHier ist dein Text sprachlich optimiert, strukturiert und so formuliert, dass er sich gut ins Englische \u00fcbersetzen l\u00e4sst:<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Durchfuehrung_der_Pruefung\"><\/span>Durchf\u00fchrung der Pr\u00fcfung<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Nachdem der Pr\u00fcfgegenstand festgelegt wurde und der Kunde eingebunden ist, beginnt die eigentliche Pr\u00fcfung.<\/p>\n<p>Dieser Schritt ist komplex und stark abh\u00e4ngig von der individuellen Vorgehensweise. Einige Pr\u00fcferinnen und Pr\u00fcfer arbeiten jede Seite systematisch entlang aller Kriterien der WCAG durch. Andere gruppieren Pr\u00fcfschritte und pr\u00fcfen mehrere Seiten parallel, zum Beispiel in verschiedenen Browser-Tabs.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von der Methode ist eine klare und konsistente Struktur entscheidend. Die Pr\u00fcfung sollte immer nach einem festen Schema erfolgen.<\/p>\n<p>F\u00fcr jedes Kriterium wird zun\u00e4chst gepr\u00fcft, ob es \u00fcberhaupt anwendbar ist. Es gibt Kriterien, die in vielen F\u00e4llen nicht relevant sind, zum Beispiel Anforderungen zu Blinken oder Flackern. Andere Kriterien sind nahezu immer relevant, sobald Inhalte vorhanden sind. Dazu geh\u00f6ren unter anderem:<\/p>\n<p>* korrekte Verwendung von \u00dcberschriften,<br \/>\n* strukturierte Textauszeichnung,<br \/>\n* Tastaturbedienbarkeit.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend werden die anwendbaren Kriterien systematisch f\u00fcr alle ausgew\u00e4hlten Seiten oder Komponenten gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Grund f\u00fcr die Dauer solcher Pr\u00fcfungen ist der geringe Automatisierungsgrad. Automatisierte Tests erzeugen h\u00e4ufig Fehlinterpretationen (False Positives und False Negatives). Daher m\u00fcssen automatisierte Ergebnisse immer manuell \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>Alle identifizierten Probleme m\u00fcssen dokumentiert werden. Eine gute Dokumentation enth\u00e4lt:<\/p>\n<p>* eine pr\u00e4zise Beschreibung des Problems,<br \/>\n* einen Screenshot oder einen relevanten Codeausschnitt,<br \/>\n* eine Zuordnung zu einem konkreten Kriterium (z. B. WCAG bzw. EN 301 549),<br \/>\n* eine Empfehlung zur Behebung.<\/p>\n<p>Die Fehlerbeschreibung muss konkret sein. Zu allgemeine Beschreibungen sind f\u00fcr Entwicklerinnen und Entwickler nicht umsetzbar.<\/p>\n<p>Die Zuordnung zu einem EN-Kriteriumist wichtig. Sie stellt sicher, dass es sich um ein tats\u00e4chliches Barrierefreiheitsproblem handelt und nicht um eine subjektive Einsch\u00e4tzung.<\/p>\n<p>Empfehlungen zur Behebung sollten vorhanden sein, m\u00fcssen aber nicht vollst\u00e4ndig sein. Es reicht, eine m\u00f6gliche L\u00f6sung zu beschreiben. Die konkrete Umsetzung liegt in der Verantwortung des Entwicklungsteams. <\/p>\n<p>Wichtig ist au\u00dferdem, das gew\u00fcnschte Verhalten zu beschreiben. Also: Wie sollte die Funktion korrekt arbeiten? Diese Information ist oft hilfreicher als eine technische L\u00f6sung, insbesondere wenn unterschiedliche Technologien oder Frameworks eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Da Pr\u00fcferinnen in der Regel keine Spezialistinnen f\u00fcr alle Frameworks sind, ist es nicht ihre Aufgabe, konkrete Implementierungen f\u00fcr jedes System zu liefern. Ihre Aufgabe ist es, Barrierefreiheitsanforderungen verst\u00e4ndlich zu formulieren.<\/p>\n<p>Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Dokumentation der Testumgebung. Dazu geh\u00f6ren:<\/p>\n<p>* verwendete Tools (z. B. Browser-Tools, Bookmarklets, Accessibility-Toolbars),<br \/>\n* Browser und Version,<br \/>\n* ggf. Screenreader (z. B. TalkBack) inklusive Version,<br \/>\n* in bestimmten F\u00e4llen auch das Betriebssystem.<\/p>\n<p>Diese Informationen sind notwendig, damit Testergebnisse reproduzierbar sind. Browser und Screenreader k\u00f6nnen unterschiedliche Verhaltensweisen oder Fehler aufweisen.<\/p>\n<p>Ein guter Pr\u00fcfbericht muss f\u00fcr den Kunden verst\u00e4ndlich sein. Er sollte klar beantworten:<\/p>\n<p>* Was wurde gepr\u00fcft?<br \/>\n* Was ist das konkrete Problem?<br \/>\n* Was ist das erwartete Verhalten?<\/p>\n<p>Nach Abschluss der Pr\u00fcfung sollten die Ergebnisse mit dem Kunden besprochen werden. Aufgrund des Umfangs ist es sinnvoll, sich auf die wichtigsten Ergebnisse zu konzentrieren.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich kann es hilfreich sein, den Kunden bei der Erstellung von Tickets zu unterst\u00fctzen oder direkt in deren Ticketsystem zu arbeiten. Ein direkter Austausch mit dem Entwicklungsteam ist empfehlenswert, da w\u00e4hrend der Umsetzung h\u00e4ufig R\u00fcckfragen entstehen.<\/p>\n<p>Der Pr\u00fcfbericht sollte in einem gut weiterverarbeitbaren Format bereitgestellt werden, zum Beispiel als CSV-Datei oder in einem Tool, das sich direkt in Ticketsysteme integrieren l\u00e4sst. Der direkte Zugriff auf das Ticketsystem des Kunden kann den Prozess erheblich vereinfachen.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzliche Leistungen wie die Erstellung von User Stories k\u00f6nnen angeboten werden, geh\u00f6ren aber nicht zwingend zum Standardumfang eines Pr\u00fcfberichts.<br \/>\nIn der Praxis sind meist mehrere Pr\u00fcfzyklen erforderlich. In der Regel werden mindestens zwei Durchl\u00e4ufe ben\u00f6tigt, um die wichtigsten Probleme zu identifizieren und zu beheben.<\/p>\n<p>Der Aufwand h\u00e4ngt stark von der Komplexit\u00e4t des Systems ab. Systeme mit langer Historie und vielen Altkomponenten sind deutlich schwieriger barrierefrei zu gestalten als moderne Anwendungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Beitrag geht es um die Vorgehensweise bei der Durchf\u00fchrung eines Barrierefreiheitstests. Pr\u00fcferinnen wissen nat\u00fcrlich, wie sieh vorgehen m\u00fcssen. 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