{"id":8209,"date":"2023-08-07T17:36:34","date_gmt":"2023-08-07T15:36:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/?p=8209"},"modified":"2024-03-04T17:55:30","modified_gmt":"2024-03-04T15:55:30","slug":"die-wcag-braucht-eine-revolution-eine-antwort-auf-erik-eggert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/die-wcag-braucht-eine-revolution-eine-antwort-auf-erik-eggert\/","title":{"rendered":"Wai und WCAG brauchen eine Revolution"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/digitale-barrierefreiheit.podigee.io\/208-warum-wcag-und-wai-sich-adern-mussen\/embed?context=external&#038;theme=default\" style=\"border: 0\" frameBorder=\"0\" height=\"100\" width=\"100%\"><\/iframe><br \/>\nDie Web Accessibility Initiative WAI und die WCAG sind die S\u00e4ulen der digitalen Barrierefreiheit. Leider sind sie auch \u00e4hnlich flexibel wie S\u00e4ulen, wie ich in diesem Beitrag zeigen m\u00f6chte.<br \/>\nEine Warnung vorweg: Dieser Artikel d\u00fcrfte f\u00fcr Leute nicht interessant sein, die sich nur am Rande mit Barrierefreiheit besch\u00e4ftigen. Ich kann nicht alle Kontext-Infos einbauen, die zum Verst\u00e4ndnis relevant w\u00e4ren. Ansonsten w\u00e4re der Artikel noch viel l\u00e4nger geworden. <\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_82_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-white ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalt<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/die-wcag-braucht-eine-revolution-eine-antwort-auf-erik-eggert\/#Einige_Probleme_der_WCAG_2x\" >Einige Probleme der WCAG 2.x<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/die-wcag-braucht-eine-revolution-eine-antwort-auf-erik-eggert\/#Die_Web_Accessibility_Initiative_braucht_eine_Reform\" >Die Web Accessibility Initiative braucht eine Reform<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/die-wcag-braucht-eine-revolution-eine-antwort-auf-erik-eggert\/#Ist_WCAG_3_die_Antwort\" >Ist WCAG 3 die Antwort<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-4\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/die-wcag-braucht-eine-revolution-eine-antwort-auf-erik-eggert\/#Zum_Weiterlesen\" >Zum Weiterlesen<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Einige_Probleme_der_WCAG_2x\"><\/span>Einige Probleme der WCAG 2.x<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Die WCAG 2.x hat mit aus meiner Sicht zahlreichen gravierenden Problemen zu k\u00e4mpfen, die sie nicht wirklich zukunftsfest macht. Ich greife die hier aus meiner Sicht wichtigsten auf.<br \/>\nBisher war die WCAG recht robust. Allerdings kommt sie aus einem Zeitalter statischer Webseiten und ist f\u00fcr dynamische Anwendungen nicht ger\u00fcstet. Zahlreiche Anforderungen wie die von Sehbehinderten, kognitiv Behinderten oder neuro-diversen Personen  werden unzureichend abgedeckt. Gleichzeitig erscheint es nicht w\u00fcnschenswert, die jetzt schon sehr un\u00fcbersichtlichen Kriterien noch weiter aufzubl\u00e4hen. Wichtige Themen sind zum Beispiel dynamisch generierte Meldungen, Tastenkombinationen (die im Web zu kompliziert sind), mehr Fokus auf Anpassbarkeit und vieles mehr.<br \/>\nDie WCAG selbst soll technik-agnostisch sein. Allerdings nicht ganz konsequent, da der Begriff &#8222;Web&#8220; im Namen steckt. Die WCAG selbst besteht aus etwas kryptischen Erfolgskriterien, die erst im Zusammenspiel mit den &#8222;Understanding&#8220; und &#8222;How to meet&#8220;-Dokumenten wirklich verst\u00e4ndlich werden. Ich empfehle meinen Schulungs-Teilnehmerinnen immer zuerst die &#8222;Understanding&#8220;-Dokumente zu konsultieren, die WCAG selbst ist IMO nur f\u00fcr Expertinnen geeignet. Auch das Zusammenspiel dieser Dokumente untereinander und mit den Techniques ist f\u00fcr Au\u00dfenstehende nicht immer klar. Das ist informativ, jenes normativ, das gilt f\u00fcr Version X, jenes f\u00fcr Version Y, wer blickt da noch durch.<br \/>\nAuch das Konformit\u00e4ts-Modell aus A, AA und AAA ist nicht immer verst\u00e4ndlich. Die Begr\u00fcndung, warum bestimmte Kriterien als A, AA oder AAA eingestuft wurden sind nicht transparent. Warum ist das wichtige Thema Kontraste erst ab AA verpflichtend?<br \/>\nAuch das Prinzip der vollen Konformit\u00e4t ist \u00fcberholt. Ich habe das Problem <a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/der-webaim-survey-sind-98-prozent-der-webseiten-nicht-barrierefrei\/\">anhand der WebAIM-Analyse ausf\u00fchrlich erkl\u00e4rt<\/a>. Wenn es fast kein komplexes Angebot gibt, welches vollst\u00e4ndig konform ist, dann scheint da irgendwas nicht zu funktionieren. Entweder sind alle zu bl\u00f6d oder der Aufwand zu Konformit\u00e4t steht in keinem gesunden Verh\u00e4ltnis zum Resultat. Tats\u00e4chlich halte ich das Prinzip der vollst\u00e4ndigen Konformit\u00e4t f\u00fcr das gr\u00f6\u00dfte Manko der WCAG, das eher heute als morgen abgeschafft werden sollte. Es ist einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr den Erfolg der Accessibility Overlays. Die volle Konformit\u00e4t ist der Elefant im Raum, \u00fcber den keine der Expertinnen spricht.<br \/>\nDas Problem ist nicht die Konformit\u00e4t an sich, sondern die unterschiedliche Interpretation durch Expertinnen. Es reicht schon eine Expertin, die sagt, das Kriterium X sei nicht konform, schon ist der ganze Web-Auftritt nicht barrierefrei. Auf Seite X fehlt ein Alternativtext f\u00fcr ein rirrelevantes Bild &#8211; der Webauftritt ist nicht konform. Wie soll man das als Dienstleister einem Kunden empfehlen? Es f\u00fchrt zu unz\u00e4hligen Mikro-Optimierungen mit geringem bis keinem Wert f\u00fcr behinderte Menschen. Aber es ist eine der Haupt-Einnahmequellen f\u00fcr Barrierefreiheits-Experten. Und eine der Gr\u00fcnde, warum viele Developer uns hassen, weil viele Dinge nicht plausibel begr\u00fcndet werden k\u00f6nnen. Volle Konformit\u00e4t bedeutet nicht, dass eine Web-Anwendung vollst\u00e4ndig durch behinderte Menschen bedienbar ist. Halbe Konformit\u00e4t macht eine Anwendung nicht vollst\u00e4ndig unbedienbar.<br \/>\nOft genug sagen wir, dass die WCAG Richtlinien und keine Regeln sind. Dennoch bestehen viele von uns dogmatisch darauf, dass genau unere Interpretation der Richtlinien beim Kunden eingehalten wird. Es ist zu viel Subjektivit\u00e4t und pers\u00f6nlicher Geschmack in den Interpretationen.<br \/>\nImmerhin wurde mit der WCAG 2.2 das Kriterium 4.1.1 Parsing abgeschafft, einer der weniger sinnvollen Kriterien. Leider geht das nur mit Zeitverz\u00f6gerung in die nationalen Verordnungen ein.<br \/>\nDie ganz gro\u00dfen wie Amazon, Microsoft, Apple und Google formulieren ohnehin ihre eigenen Standards. Amazon Deutschland etwa h\u00e4lt sich f\u00fcr barrierefrei, obwohl die Cookie-Message seit Jahren nicht barrierefrei umgesetzt wird. Google macht viele seiner Business-relevanten Programme wie Analytics oder die Search Console nicht barrierefrei und schlie\u00dft damit Blinde vom Arbeitsfeld SEO und Analytics aus. Microsoft Bing hat es nach X Jahren nicht geschafft, seine Standard-Cookie-Message barrierefrei zu machen. Und alle feiern sich selbst f\u00fcr ihre Anstrengungen in Sachen Barrierefreiheit.<br \/>\nAuch die Verteilung der Erfolgskriterien erschlie\u00dft sich nicht unmittelbar. Es gibt zum Beispiel einen Pr\u00fcfschritt Info and Relationsships, in welchem etwa gepr\u00fcft wird, ob \u00dcberschriften und maschinenlesbare Beschriftungen vorhanden sind. In einem anderen Pr\u00fcfschritt Headings and Labels wird gepr\u00fcft, ob die Beschriftungen sinnvoll sind. Es gibt einen Pr\u00fcfschritt, in welchem das Vorhandensein visueller Beschriftungen gepr\u00fcft wird und einen weiteren Pr\u00fcfschritt an einer ganz anderen Stelle, der pr\u00fcft, ob der maschinen-lesbare Name Teil der visuellen Beschriftung ist. Aus der internen Logik ergibt das Sinn, weil diese Erfolgskriterien jeweils anderen Guidelines zugeordnet sind. Von der Systematik der Pr\u00fcfung hingegen ist das nicht wirklich sinnvoll. Wenn man sich die Beschriftung anschaut, kann man in einem Schritt pr\u00fcfen, ob sie sinnvoll, maschinenlesbar, visuell vorhanden, mit dem maschinenlesbaren Namen synonym ist und ob ein Auto Complete wenn n\u00f6tig vorhanden ist.<br \/>\nNeben sinnvollen Kriterien steckt auch viel Unsinn in der WCAG wie das Language Attribut. Auch die AutoComplete-Anforderung (1.3.5: Identify Input Purpose ) halte ich nicht f\u00fcr sinnvoll: Das kann client-seitig besser gel\u00f6st werden. 1.4.10: Reflow fordert, das Inhalt bei 320 Pixel nutzbar ist, eine Breite, die kein aktuelles Smartphone mehr besitzt.<br \/>\nGenerell ein wichtiges Thema ist die Frage der Verst\u00e4ndlichkeit: Die WCAG und ihre informativen Understanding, und How-to-meet-Dokumente ist alles M\u00f6gliche, aber f\u00fcr Au\u00dfenstehende verst\u00e4ndlich ist sie nicht. Es bleibt die Frage, ob sie ein Expertinnen-Dokument sein soll &#8211; was sie defacto heute ist &#8211; oder eine Hilfe f\u00fcr Personen, die nicht knietief in der Barrierefreiheit stecken und sie anwenden wollen &#8211; das ist sie heute nicht. Im Grunde muss man immer alle 60 A- und AA-Kriterien kennen, um sie anwenden zu k\u00f6nnen. Aber nebenbei liest sich niemand in 60 Kriterien ein. D.h. im Grunde br\u00e4uchte jede Organisation mit einem digitalen Angebot einen Barrierefreiheits-Spezi &#8211; absolut illusorisch.<br \/>\nEin weiteres Beispiel ist die komplizierte \u00dcbersetzungs-Politik. Ich war ganz am Rande an der offiziellen deutschen \u00dcbersetzung der WCAG 2.1 beteiligt, die es bis heute nicht gibt. Die \u00dcbersetzung wurde von kompetenten Leuten kompetent durchgef\u00fchrt. Bis heute ist mir nicht klar, warum sie abgelehnt wurde, aber das war auch das Ende der Bem\u00fchungen der \u00dcbersetzung ins Deutsche. So schnell wird es keine neue \u00dcbersetzung mehr geben.<br \/>\nEs ist richtig, dass die WCAG sich bew\u00e4hrt hat. Im Gro\u00dfen und Ganzen d\u00fcrfte sie die meisten Use Cases abdecken und braucht nicht so viele Updates. Das ist auch gut so, wenn man bedenkt, dass 10 Jahre zwischen 2.0 und 2.1 lagen und inzwischen fast f\u00fcnf Jahre zwischen 2.1 und 2.2, obwohl es sich jeweils um relativ kleine \u00c4nderungen handelt. Viele konkrete Anforderungen werden auch eher in den nicht-normativen Dokumenten wie etwa den ARIA Authoring Practices behandelt, die so scheint es schneller aktualisiert werden. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Die_Web_Accessibility_Initiative_braucht_eine_Reform\"><\/span>Die Web Accessibility Initiative braucht eine Reform<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Andererseits erscheint die WAI wie viele Standardisierungs-Institutionen zu einem b\u00fcrokratischen Monster zu verkommen. Diese unendlichen Diskussionen sind einerseits erkl\u00e4rbar, wenn man den Impact der Regeln bedenkt &#8211; schlie\u00dflich sind sie f\u00fcr fast jeden auf der Welt, der mit Technik zu tun hat irgendwie relevant. Andererseits kann man mit der Entwicklung nicht Schritt halten. Das ist auch daran erkennbar, dass die WAI wenig zu elektronischen Dokumenten (ausgenommen ePub), nativen Apps und Desktop-Software zu sagen hat und sich praktisch vollst\u00e4ndig auf Websites und Web-Anwendungen konzentriert. Es ist richtig, dass Desktop-Software an Relevanz verliert, das gilt aber nicht f\u00fcr native Apps.<br \/>\nDie 10 Jahre von WCAG 1.0 zu 2.0 waren noch erkl\u00e4rbar. Nicht aber die zehn Jahre von 2.0 zu 2.1 und f\u00fcnf Jahre von 2.1 zu 2.2. Bedenkt man, dass Beh\u00f6rden mindestens noch einmal f\u00fcnf Jahre brauchen, um diese Verordnungen in nationales Recht umzusetzen, muss man einfach feststellen, das wir hoffnungslos hinterherh\u00e4ngen.<br \/>\nDie WCAG sollte sich \u00e4hnlich dynamisch entwickeln k\u00f6nnen wie HTML5, um neuen Entwicklungen nicht mehr hinterherzulaufen. F\u00fcr die lahmen Beh\u00f6rden und alle Anderen k\u00f6nnte man, wie es bei Browsern heute \u00fcblich ist, eine stabile Version der Richtlinien anbieten, f\u00fcr die Anderen die WCAG dynamisch weiterentwickeln.<br \/>\nDie Prozesse der WCAG sind pseudo-demokratisch. Ja, jede Person kann sich beteiligen &#8211; theoretisch. Praktisch muss man viel Zeit, tiefe technische Kenntnisse, perfektes technisches Englisch und einige weitere eigenschaften haben. Auch der Umgangston in den Mailinglisten ist teils rauh, wenn man nicht Teil der Clique oder wirklich viel Ahnung hat, also nichts f\u00fcr sanfte Gem\u00fcter. Ich zweifle nicht daran, dass alle Beteiligten sich viel M\u00fche geben. Aber jede kann sich beteiligen und einbringen ist etwas Anderes als die Leute offen dazu einzuladen. Im Augenblick ist die WAI kein gutes Beispiel f\u00fcr Inklusion. Sie erinnert an andere ehrw\u00fcrdige Einrichtungen wie die Wikipedia, wo man erst mal seine Sporen verdienen muss, um \u00fcberhaupt ernst genommen zu werden. Das Gremium ist f\u00fcr junge Menschen nicht interessant.<br \/>\nIn heutigen Zeiten braucht man andere M\u00f6glichkeiten der Mitbestimmung, die einerseits diversere Gruppen einbinden, andererseits auch schnellere Entscheidungen erm\u00f6glichen. Warum gibt es zum Beispiel kein Wiki, welches die Diskussion niedrig-schwelliger als GitHub machen w\u00fcrde?<br \/>\nMeines Erachtens muss es auch m\u00f6glich werden, \u00fcber die WCAG hinauszugehen, ohne vom Kunden gefressen zu werden. Es ist zwar sch\u00f6n, dass die WAI <a href=\"https:\/\/www.w3.org\/WAI\/WCAG2\/supplemental\/#cognitiveaccessibilityguidance\">Empfehlungen f\u00fcr die Gestaltung f\u00fcr kognitiv behinderte Menschen gibt<\/a>, aber nicht so sch\u00f6n, dass Empfehlungen unverbindlich sind. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Ist_WCAG_3_die_Antwort\"><\/span>Ist WCAG 3 die Antwort<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Das Problem der parallelen Existenz mehrerer Regelwerke l\u00e4sst sich l\u00f6sen. Die bisher geplanten \u00c4nderungen werden nicht alle alten Regeln \u00fcber Bord werfen. Das hei\u00dft, was WCAG-2.x-AA-konform ist, wird wahrscheinlich auch 3.0-konform sein. Durch \u00dcbergangs-Fristen kann f\u00fcr alte Angebote sichergestellt werden, dass sie nach und nach die wenigen neuen Anforderungen erf\u00fcllen. Neue Angebote k\u00f6nnen nach einer gewissen Frist direkt mit 3.0 einsteigen. Auch heute schon existieren WCAG 2.0 und 2.1 parallel. Die 2.2 wird wahrscheinlich ebenfalls parallel zu den beiden anderen existieren, da einige L\u00e4nder nach wie vor WCAG 2.0 als Standard festgeschrieben haben.<br \/>\nAus vielen Erfahrungen haben wir gelernt, dass man die Erwartungen nicht zu hoch h\u00e4ngen sollte. Wir werden so oder so entt\u00e4uscht sein. Falls die WCAG 3 \u00fcberhaupt kommt, woran ich aktuell eher zweifle, wird sie ein paar Probleme l\u00f6sen und ein paar neue schaffen. F\u00fcr mich steht allerdings fest, dass die WCAG 2.x aufgrund der oben genannten Probleme im Grunde nicht zukunftsf\u00e4hig ist. Schnellere Updates der Dokumente sind n\u00f6tig. Das aktuelle System der WAI zur Aushandlung scheint nicht so wirklich zu funktionieren, so dass man auf aktuelle Entwicklungen nicht gut reagieren kann.<br \/>\nAktuell w\u00fcrde ich keine Wette darauf annehmen, dass es \u00fcberhaupt eine WCAG 3 gegen wird, eher glaube ich daran, dass George Martin das Lied von Eis und Feuer bis 2030 fertig bekommt. <\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Zum_Weiterlesen\"><\/span>Zum Weiterlesen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/die-kluft-zwischen-barrierefreiheits-spezialistinnen-und-betroffenen\/\">Die Kluft zwischen behinderten Menschen und Barrierefreiheits-Spezialist:Innen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/wie-gross-ist-der-arbeitsmarkt-fuer-barrierefreiheits-spezialisten\/\">Der deutsche Jobmarkt f\u00fcr Barrierefreiheits-Spezialisten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/der-web-accessibility-specialist-meine-einschaetzung-zum-was-zertifikat-der-iaap\/\">Was taugt das IAAP-Zertifikat zur Barrierefreiheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/die-un-experten-schattenseiten-der-barrierefreiheit\/\">Die Un-Experten &#8211; Betr\u00fcger in der Barrierefreiheits-Szene<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/barrierefreiheit-wir-brauchen-weniger-experten-und-mehr-basis-wissen\/\">Warum wir weniger Experten f\u00fcr Barrierefreiheit brauchen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/netz-barrierefrei.de\/en\/wai-wcag.html\">WCAG and WAI need a new thinking<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Web Accessibility Initiative WAI und die WCAG sind die S\u00e4ulen der digitalen Barrierefreiheit. 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