{"id":8991,"date":"2024-03-15T15:06:55","date_gmt":"2024-03-15T13:06:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/?p=8991"},"modified":"2024-08-19T13:28:32","modified_gmt":"2024-08-19T11:28:32","slug":"digitale-barrierefreiheit-jakob-nielsen-allein-gegen-die-accessibility-bubble","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/digitale-barrierefreiheit-jakob-nielsen-allein-gegen-die-accessibility-bubble\/","title":{"rendered":"Digitale Barrierefreiheit &#8211; Jakob Nielsen allein gegen die Accessibility Bubble"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/digitale-barrierefreiheit.podigee.io\/218-jakob-nielsen-vs-barrierefreiheits-bubble\/embed?context=external&#038;theme=default\" style=\"border: 0\" frameBorder=\"0\" height=\"100\" width=\"100%\"><\/iframe><\/p>\n<p>Jakob Nielsen &#8211; der Guru der Usability-Forschung &#8211; hat einen <a href=\"https:\/\/jakobnielsenphd.substack.com\/p\/accessibility-generative-ui\">provokanten Beitrag geschrieben<\/a>. Auch wenn ich nicht alle seine Aussagen teile, meine ich, dass ein Gro\u00dfteil seiner Kritikerinnen falsch liegen. Die Kernthese Nielsens ist, dass digitale Barrierefreiheit gescheitert sei und man es mit KI-generierten automatisch angepassten Benutzeroberfl\u00e4chen &#8211; sogenannten generativen UI&#8217;s versuchen solle.<\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_86 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-white ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalt<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/digitale-barrierefreiheit-jakob-nielsen-allein-gegen-die-accessibility-bubble\/#Nielsen_spricht_von_Barrierefreiheit_und_meint_User_Experience\" >Nielsen spricht von Barrierefreiheit und meint User Experience<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/digitale-barrierefreiheit-jakob-nielsen-allein-gegen-die-accessibility-bubble\/#Nielsens_Kritiker\" >Nielsens Kritiker<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/digitale-barrierefreiheit-jakob-nielsen-allein-gegen-die-accessibility-bubble\/#Fazit\" >Fazit<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Nielsen_spricht_von_Barrierefreiheit_und_meint_User_Experience\"><\/span>Nielsen spricht von Barrierefreiheit und meint User Experience<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Zun\u00e4chst einmal ist Nielsen bisher nicht durch gro\u00dfartiges Engagement f\u00fcr Barrierefreiheit aufgefallen. Seit meiner letzten intensiven Besch\u00e4ftigung mit Usability vor knapp zehn Jahren habe ich von Nielsen nichts mehr geh\u00f6rt. Seine Aussagen lassen nicht den Schluss zu, dass er wirklich tief im Thema ist:<\/p>\n<blockquote><p>Before turning to my recommendation for helping disabled users in general, let me mention that two huge groups of users can indeed be helped with current approaches: old users and low-literacy users. <\/p><\/blockquote>\n<p>Mit current approaches meint er vermutlich die WCAG. Allerdings gibt es da wenig Ansatzpunkte f\u00fcr \u00e4ltere Menschen und in der WCAG AA keine f\u00fcr Analphabetinnen. Was darauf folgt ist Usability und nicht Barrierefreiheit, da scheint er irgendwas durcheinander gebracht zu haben. Generell glaube ich, dass er eigentlich User Experience meint, wenn er von Barrierefreiheit spricht. So gesehen ergibt der Beitrag wesentlich mehr Sinn.<\/p>\n<p>Wie ich <a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/8671-2\/\">an anderer Stelle schrieb<\/a>, bin auch ich mir sicher, dass die hochgradige Anpassbarkeit von User Interfaces in Zukunft immer wichtiger werden wird. Das gilt nicht nur f\u00fcr behinderte, sondern f\u00fcr alle Nutzerinnen. Meine Vermutung ist, dass Nutzerinnen auf der Ebene des Betriebssystems oder des Browsers Profile anlegen werden, die dann automatisch auf Interfaces angewendet werden. Das ist keine Zukunftsmusik, sondern passiert schon heute in gewissem Grade (siehe Abschnitt 11.7 in der En 301549), die Algorithmen werden immer besser. Auch vermute ich, dass der Trend in der Gestaltung immer st\u00e4rker in Richtung Anpassbarkeit statt Pixel-Genauigkeit geht, so wie wir heute \u00fcber ressponsives Design sprechen. Das ist insbesondere f\u00fcr die drei Gruppen wichtig, die von unseren Barrierefreiheits-Richtlinien bislang mehr oder weniger im Grunde ignoriert werden: Sehbehinderte, kognitiv Behinderte und Neuro-Diverse. Sie finden in den WCAG 2.x kaum statt. Wenn das client-seitig passiert, sehe ich auch keine Datenschutz-Problematik. Richtig ist allerdings, dass solche Anpassungen m\u00f6glichst fehlerfrei sein m\u00fcssen. Es d\u00fcrfen zum Beispiel keine relevanten Inhalte entfernt werden. Vor allem bei sprachlicher Verst\u00e4ndlichkeit ist das hochrelevant: Inhalte m\u00fcssen immer korrekt sein, auch wenn sie automatisch in verst\u00e4ndliche Sprache \u00fcbertragen werden. Zwar haben wir hier enorme Fortschritte gemacht, es ist aber bei weitem nicht so, dass wir jetzt eine akzeptable Fehlerquote haben. Nielsen geht davon aus &#8211; auch das wurde von vielen Barrierefreiheits-Pros offenbar \u00fcberlesen, dass die Programmierung von Inhalten sich so ver\u00e4ndern wird, dass die fehlerfreie Anpassbarkeit gew\u00e4hrleistet ist. Auch das ist keine absolute Zukunftsmusik.<\/p>\n<p>Nielsen irrt allerdings, wenn er suggeriert, das w\u00fcrde alle Probleme der Barrierefreiheit l\u00f6sen. Automatische Anpassungen sind auch f\u00fcr Blinde hilfreich, allerdings eher in dem Sinne, dass sie redundanten Content entfernt. Wenn ich z.B. ein Ticket kaufe oder Online-Banking mache, st\u00f6rt mich der Inhalt aus der Navigation und dem Footer, ich ben\u00f6tige nur das Formular. Bei semantisch korrekt ausgezeichneten Webseiten w\u00fcrde es auch heute schon funktionieren, mir sind allerdings keine entsprechenden Funktionen zum Ausblenden bekannt. <\/p>\n<p>Nielsen schreibt:<\/p>\n<blockquote><p>Accessibility is doomed to create a substandard user experience, no matter how much a company invests, particularly for blind users who are given a linear (one-dimensional) auditory user interface to represent the two-dimensional graphical user interface (GUI) designed for most users.<\/p><\/blockquote>\n<p>Es ist korrekt, dass Blinde Informationen nur linear wahrnehmen, das ist aber bedingt durch die Technik und trifft auch nicht auf Touchscreens zu. Obwohl zwei-dimensionale Braille-Displays mittlerweile gut verf\u00fcgbar sind, haben sie sich bislang nicht durchgesetzt. Wie generative UI&#8217;s das \u00e4ndern sollen, sehe ich aktuell nicht. Was er mit auditory interfaces meint, erschlie\u00dft sich mir nicht, vielleicht eine Art Sprach-Assistent wie Alexa. Aber es hat seinen Grund, warum Alexa kaum f\u00fcr komplexere Aufgaben verwendet wird.<\/p>\n<p>Als Fazit bleibt festzustellen, dass Nielsen nicht sauber zwischen UX und Barrierefreiheit trennt, sie vielmehr in seinem Beitrag munter vermischt:<\/p>\n<blockquote><p>Moving to second-generation generative UI will revolutionize the work of UX professionals. We will no longer be designing the exact user interface that our users will see, since the UI will be different for each user and generated at runtime. Instead, UX designers will specify the rules and heuristics the AI uses to generate the UI.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie oben gesagt w\u00fcrde ich Nielsen insoweit zustimmen, wenn es um die Gestaltung grafischer Benutzer-Oberfl\u00e4chen geht. Wo er meines Erachtens komplett daneben liegt ist das Thema Screenreader und Sprachsteuerung: Also da, wo es aktuell auf die Code-Ebene und nicht die GUI ankommt. Es mag sein, dass hier andere KI-Technologien helfen, davon spricht Nielsen allerdings nicht.<\/p>\n<p>Nielsen hat recht, wenn er davon spricht, dass viele behinderte Menschen eine schlechte User Experience haben und dass die WCAG wenig dazu zu sagen hat. Und ich sehe in der Tat nicht, wie man das mit neuen WCAG-Regeln \u00e4ndern m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Nielsen spricht au\u00dferdem von einer nicht allzu fernen Zukunft. Es gibt also keinen Grund, die heutigen Ans\u00e4tze zur Barrierefreiheit fallenzulassen, solange wir nichts Neues haben.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Nielsens_Kritiker\"><\/span>Nielsens Kritiker<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Ich bef\u00fcrchte, ein Gro\u00dfteil der Barrierefreiheits-Szene, insbesondere die Veteraninnen,  ist resistent gegen Kritik. Man beobachtet oft, dass es hier auf die pers\u00f6nliche Ebene geht und man dann gleich ganz auf Argumente verzichtet. Ein Beispiel ist die Zusammenstellung von <a href=\"https:\/\/adrianroselli.com\/2024\/03\/jakob-has-jumped-the-shark.html\" rel=\"nofollow\">Adrian Roseli<\/a>, dem ich gerne einen Yogar-Kurs empfehlen w\u00fcrde. Roseli unterstellt Nielsen zum Beispiel indirekt rechte Tendenzen, weil er bei Substack ver\u00f6ffentlicht hat. Nach dieser Logik sind alle rechts, wenn sie WordPress benutzen, weil es Rechte gibt, die WordPress benutzen. Einige Kritikerinnen wie Roseli verlinken nicht einmal den Original-Artikel von Nielsen, offenbar soll man sich kein eigenes Bild machen, sondern nur auf die Barrierefreiheits-Expertinnen h\u00f6ren. Nun ja, das bleibt ohnehin in der A11Y-Bubble und wird Nielsen wohl weder besonders schaden noch interessieren. Eher am\u00fcsant war der Beitrag von Leonie<\/p>\n<p> Watson, die meint, dass Nielsen sich irren w\u00fcrde, weil sie ihr Mittagessen online bestellen k\u00f6nne.  <\/p>\n<p>Eine der wenigen sachlichen Kritiken fand ich <a href=\"https:\/\/bethdeconinck.com\/2024\/03\/01\/jakob-nielsens-bad-ideas-about-accessibility\/#content\">bei Brian DeConinck<\/a>. Er schreibt:<\/p>\n<blockquote><p>In any case, WCAG certainly does have deficiencies. It is not sufficient to ensure an accessible experience for all users. But it\u2019s a well-trodden path of patterns to which users are accustomed that ensures some baseline consistency in how websites behave and how assistive technologies are supported.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und weiter:<\/p>\n<blockquote><p>Beyond that, when used by an experienced practitioner, WCAG is a tool for identifying things beyond just \u201cletter of the law\u201d conformance. WCAG provides a series of pass\/fail tests, but as a sum of its parts it also describes a philosophical approach for ensuring accessible outcomes. <\/p><\/blockquote>\n<p>Ich w\u00fcrde beiden Aussagen widersprechen: Die WCAG hilft vor allem Nutzerinnen, die wahrscheinlich auch mit einer m\u00e4\u00dfig barrierefreien Applikation zurechtk\u00e4men. Sie hilft nicht der Mehrheit, die technisch nicht erfahren oder schlecht ausgestattet ist. Die zweite Aussage ist ebenfalls falsch: Ich kenne fast nur Expertinnen, welche die WCAG buchstabengetreu wie die Bibel auslegen. Da ist kein philosophischer oder holistischer Ansatz. Die heutigen Pr\u00fcfverfahren zerlegen die Oberfl\u00e4che in 60 Pr\u00fcfschritte, statt einen \u00fcbergreifenden Ansatz zu verfolgen. Die WCAG ist ein Relikt aus einer Zeit, in der Websites statisch und content-basiert waren. Richtig ist, dass die WCAG bei Einhaltung eine konsistente Nutzungs-Erfahrung herstellen k\u00f6nnen, aber warum das wichtig sein soll, wird nicht erkl\u00e4rt und auch nicht, warum Erfahrungen nicht auf die individuelle Nutzerin angepasst werden sollten, sofern alles funktioniert. Ich vermute, dass viele Kritikerinnen nicht verstanden haben, was Nielsen eigentlich aussagt.<\/p>\n<h2><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Fazit\"><\/span>Fazit<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n<p>Ich bin zugegebenerma\u00dfen kein Fan von Nielsen, allerdings auch relativ ern\u00fcchtert \u00fcber die Accessibility-Community. Die Aggressivit\u00e4t und die pers\u00f6nlichen Angriffe auf ihn erscheinen mir nicht gerechtfertigt. Stattdessen sollte man, wie ich das gemacht habe, es so sehen, wie es ist: Ein Beitrag zu einer l\u00e4ngst f\u00e4lligen Diskussion. Wie ich gezeigt habe, kann man auch ohne Schaum vor dem Mund die Thesen von Nielsen analysieren und kritisch bewerten. Er bietet gen\u00fcgend Angriffspunkte.<\/p>\n<p>Ich vermute, dass viele sich an der \u00dcberschrift &#8222;Accessibility has failed&#8220; aufh\u00e4ngen und den eigentlichen Beitrag gar nicht gelesen haben. Nun ja, niemand h\u00f6rt gerne, dass seine Ans\u00e4tze gescheitert sind. Anders als viele Overlay-Anbieter verkauft Nielsen allerdings keine Barrierefreiheits-Dienstleistung und hat ein paar relevante Argumente. Wenn man gegen alle Kritikerinnen mit der gleichen Aggressivit\u00e4t vorgeht, wird man irgendwann nicht mehr ernst genommen.<\/p>\n<p>Ich prophezeie einmal, dass die Szene in Zukunft immer mehr herausgefordert sein wird, wahrscheinlich durch neue Technologien und Newbies, die sich mit dem, wie es bisher war nicht mehr abfinden wollen. Und dass sich dann noch weniger Leute f\u00fcr deren aggressive Kommunikation interessieren werden als heute. Es ist, als ob Opa vom Krieg erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Bei mir verst\u00e4rkt sich in den letzten Monaten der Eindruck, dass die Szene es nicht verwinden kann, dass sie nicht mehr die Herrschaft \u00fcber den Diskurs hat. Wir waren so lange in unserem WCAG-Elfenbeinturm, dass sowohl die Overlay-Anbieter als auch viele andere Akteure uns verdr\u00e4ngt haben, weil sie besser kommunizieren k\u00f6nnen. Im Endeffekt spielt es keine Rolle: Die Technologien, die Nielsen beschreibt richten sich ja nicht speziell an behinderte Menschen, sondern an alle Nutzerinnen. Und sie werden es so selbstverst\u00e4ndlich nutzen wie heute ChatGPT, auch wenn wir sagen, dass es nicht funktioniert.<\/p>\n<p>Es ist lange her, dass man mal etwas Konstruktives aus der Szene geh\u00f6rt hat: Die Expertinnnen erkl\u00e4ren uns nur noch, dass das nicht funktioniert und jenes nicht funktioniert, manchmal haben sie sogar recht, manchmal sind sie allerdings in ihrem Dogmatismus gefangen. Ich wurde \u00fcbrigens wegen meinem Blogbeitrag <a href=\"https:\/\/www.netz-barrierefrei.de\/wordpress\/warum-digitale-barrierefreiheit-gescheitert-ist\/\">Warum Barrierefreiheit gescheitert ist<\/a> aus einer englischen Facebook-Gruppe zur digitalen Barrierefreiheit geworfen, obwohl ich dort weder diesen noch einen anderen kritischen Beitrag geteilt habe. Mir pers\u00f6nlich ist das egal, allerdings zeigt es doch, wie seltsam so manche Gr\u00f6\u00dfe aus der Szene drauf ist.<\/p>\n<p>Ich habe aus Nielsen-Gate mehrere Dinge gelernt:<\/p>\n<ul>\n<li>Man sollte sich immer ein eigenes Bild machen.<\/li>\n<li>Experten &#8211; ob real oder selbst ernannt &#8211; m\u00f6gen es nicht, wenn man sie kritisiert, umso mehr ein Grund, es zu tun.<\/li>\n<li>Au\u00dferhalb der Accessibility Bubble bekommt man diese Shitstorms &#8211; wenn man es \u00fcberhaupt so nennen m\u00f6chte &#8211; gar nicht mit. Social Media l\u00e4sst diese Episoden gr\u00f6\u00dfer und l\u00e4nger andauernd erscheinen, als sie sind.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es ist Zeit f\u00fcr die n\u00e4chste Generation an Barrierefreiheits-Expertinnen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jakob Nielsen &#8211; der Guru der Usability-Forschung &#8211; hat einen provokanten Beitrag geschrieben. 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