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Beschaffung als Schlüssel zur barrierefreiheit – 01-2026

#Beschaffung und #Einkauf sind wichtige Instrumente, um digitale #Barrierefreiheit zu erreichen. Doch oft hapert es an der Umsetzung. Der Einkauf sucht die für ihn bequemste Lösung, die Anforderungen sind unspezifisch oder es fehlt an Know-How. Ohne barrierefreie Beschaffung ist Barrierefreiheit allerdings schwer erreichbar.

Interessante Beiträge

Der Beitrag erklärt, dass nicht nur eigene Inhalte barrierefrei sein müssen, sondern auch eingebundene Dritt-Anbieter-Elemente wie Chatbots, Bezahldienste oder Paketverfolgungen keine Barrieren verursachen dürfen. Werbung ist ein Sonderfall, bei dem rechtlich noch nicht abschließend geklärt ist, wie weit die Anforderungen reichen, aber generell gilt: Inhalte dürfen z. B. keine Tastaturfallen oder Nutzungsblockaden erzeugen.

Auch Dritt-Anbieter-Content muss barrierefrei sein

In diesem Beitrag geht es um die Anforderungen der Norm EN 301 549 speziell zur Dokumentation barrierefreier Produkte und Anwendungen. Kapitel 12 fordert u. a. eine barrierefreie und auffindbare Barrierefreiheits­erklärung, klare Informationen zu Assistenzfunktionen, supportbezogene Kommunikationswege und barrierefreie Dokumente (Web und PDF). Besonders für Software und Hardware wird die Bedeutung der Dokumentation herausgestellt.

Dokumentation der Barrierefreiheit nach Kapitel 12 der EN 301 549

Weiter geht’s auf Englisch : Das W3C Accessibility Maturity Model bietet Organisationen eine ganzheitliche Roadmap, um digitale Barrierefreiheit langfristig zu verankern. Diese Anwendung hilft bei der Einschätzung des Reifegrades.

W3C Accessibility Maturity Model

Assistiv Labs beschreibt, wie „Evergreen Accessibility Audits“ im Gegensatz zu jährlichen Audits eine kontinuierliche, menschliche und zuverlässige Überprüfung von Barrierefreiheit ermöglichen – z. B. nach jedem Code-Update, statt einmalig pro Jahr.

Evergreen Accessibility Audits

Der neue kanadische Standard „Plain Language“ legt fest, wie Organisationen klare und verständliche Kommunikation entwickeln, die Menschen leicht finden, verstehen und nutzen können. Er fördert inklusive Inhalte und unterstützt dabei, Informationsbarrieren systematisch abzubauen.

CAN-ASC-3.1:2025 – Plain Language

Inclusive Imagination ist eine Initiative, die sich auf inklusive, barrierefreie Spiele und Produkte konzentriert – z. B. barrierefreie Brettspiele und Zubehör –, um sicherzustellen, dass alle Menschen unabhängig von Fähigkeiten am Spiel und der Gemeinschaft teilnehmen können.

Inclusive Imagination

Ein Beitrag diskutiert, warum KI-Systeme oft die Nuancen von Gebärdensprachen nicht erfassen und wie die mangelnde Einbeziehung gehörloser Gemeinschaften bei der Entwicklung solcher Systeme zu Zugangsproblemen und kulturellen Barrieren führen kann.

AI, Sign Language & Inclusion: Why the Deaf Community Must Not Be Left Behind

Gute Nachrichten des Monats

In dieser Podcast-Episode spricht Pete Horsley, Gründer des Disability-Tech-Accelerators Remarkable, darüber, wie Innovation und Zusammenarbeit – etwa mit Toyota Australien – technologiegestützte Lösungen vorantreiben, die den Alltag von Menschen mit Behinderungen verbessern können. Er und die Gastgeberin diskutieren, warum inklusive Gestaltung allen zugutekommt und wie politische Maßnahmen die Nachfrage nach Innovationen stärken können.

How Toyota & Remarkable Are Powering the Future of Disability Tech With Pete Horsley

Dieses Urteil stärkt die Rechte schwerbehinderter Menschen: Arbeitgeber müssen Homeoffice-Optionen prüfen und ermöglichen, wenn diese zur Barrierefreiheit und zum Gesundheitsschutz beitragen. Das ist ein wichtiger Fortschritt in Richtung inklusiver Arbeitswelt.

Schwerbehinderte haben ein Anrecht auf Homeoffice

Im D-Stack-Repository wurde ein Work Item zur Verbesserung der Zugänglichkeit im D-Stack Home Projekt angelegt. Das unterstreicht, wie Barrierefreiheit auch in Open-Source-Software-Communities verankert wird.

D-Stack Home – Accessibility Work Item

Kanada hat den CAN-ASC-6.2 – Accessible and Equitable Artificial Intelligence Systems Standard veröffentlicht – den ersten seiner Art, der Organisationen Leitlinien für die Entwicklung von KI gibt, die für Menschen mit Behinderungen zugänglich, fair und inklusiv gestaltet ist. Der Standard ist ein Meilenstein im internationalen Vergleich und soll sicherstellen, dass KI-Systeme von Anfang an barrierefrei und gerecht sind.

Canada releases world’s first standard on accessible and equitable AI

Gute Nachrichten in Sachen Barrierefreiheit bei der Deutschen Bahn! Seit Kurzem können Menschen mit einem deutschen Schwerbehindertenausweis und dem Merkzeichen B ihre Fahrkarte für Reisen innerhalb Deutschlands vollständig digital buchen – inklusive kostenfreier Sitzplatzreservierung für sich und ihre Begleitperson. Vorher war nach dem Kauf des Tickets ein weiterer Kontakt mit der DB notwendig.

Weitere Infos in der FAQ der Bahn

Weitere Beiträge

  • 🗣️ More About Speech Queues – Ein technischer Artikel über das interne Sprech-Queue-Verhalten von Screenreadern und wie Live-Region-Ankündigungen in die Warteschlange für hörbare Ausgaben eingereiht werden.
  • Accessible Notifications and Messages – Richtlinien, wie Benachrichtigungen und Nachrichten so gestaltet werden können, dass alle Nutzer Updates, Fehler und Statusänderungen gut verstehen.
  • The Shadow DOM – Ein Artikel über das Shadow-DOM-Konzept im Web, das die Kapselung von Komponenten ermöglicht und wichtig für moderne UI-Architekturen ist.
  • Web-UI-Boilerplate – Modal Komponenten-Docs – Dokumentation zu Modal-Komponenten in der Web-UI-Boilerplate-Sammlung, nützlich für barrierefreie Dialog-Elemente in Projekten.
  • Contrast Tester for WCAG A11y – Eine iOS/macOS-App, mit der man Farben und Kontraste testen kann, um WCAG-Barrierefreiheitsanforderungen für Text und UI-Elemente schnell zu prüfen.
  • Disability:IN – Impact Report – Der neueste Impact-Report von Disability:IN mit Daten und Insights darüber, wie Unternehmen Inklusion und Barrierefreiheit organisatorisch voranbringen.
  • Understanding Speech Queues – Eine ergänzende Analyse darüber, wie Screenreader-Sprachankündigungen verwaltet werden und welche Schichten im Browser-/Assistive-Tech-Stack dabei eine Rolle spielen.
  • End-to-End Event Architecture – Eine ausführliche Erläuterung der Architektur von Browser-Events und Accessibility-Ereignissen, einschließlich wie Ereignisse im Browser verarbeitet werden.