Da ich häufiger gebeten werden, die häufigsten Fehler bei der Web-Barrierefreiheit zu bennen, zähle ich diese hier kurz auf.
Dynamische Elemente
Dynamische Elemente sind Inhalte auf Webseiten, die auf- und zugeklappt werden können und ohne Neuladen der Webseite geladen werden können. Dazu gehören ausklappende Navigationen oder Auto-Suggest-Vorschläge in Suchformularen.
Spezialfall: Layer und Cookies
Overlays oder dynamische Dialog-Felder sind sehr häufig nicht barrierefrei: Sie sind nicht per Tastatur erreichbar und bleiben für Blinde oft unsichtbar. Im Worst Case sperren Layer den Nutzer aus, so dass er nicht an die Inhalte kommt oder keine Aktion auslösen kann, den Layer aber nicht entfernen kann.
Falsch eingesetztes HTML
Falsch eingesetztes HTML gibt es in zwei Formen: Zum Einen kann HTML eingesetzt werden, um typgrafische Effekte zu erzeugen, etwa blockquote zur Einrückung von Blöcken.
Zum Anderen und häufiger werden Elemente nicht mit HTML erzeugt, obwohl dies geschehen sollte. Beispielsweise werden Formular-Elemente mit JavaScript erzeugt und anschließend anklickbar oder ausfüllbar gemacht. Sie funktionieren dann wunderbar mit der Maus, nicht aber für den Screenreader-Nutzer.
Tastatur-Bedienbarkeit
Häufig sind die Basis-Funktionen der Website per Tastatur bedienbar, andere Elemente aber nicht. So lassen sich die Hauptpunkte einer Navigation per Tastatur aktivieren, aber die Unterpunkte klappen nicht aus und sind somit nicht erreichbar.
Linearisierbarkeit
Leider ist auch die Linearisierbarkeit von Inhalten häufig eingeschränkt. Oft trifft man auf Tabellen, die nicht korreckt umgesetzt wurden.
Informationen werden nur über Farbe vermittelt
Häufig werden Informationen nur ein visuell oder über Farben vermittelt. Beispiele sind:
„Korrigieren Sie das rot markierte Feld.“
„Klicken Sie auf den unterstrichenen Link.“
„Die Information finden Sie auf der rechten Seite.“
Für Menschen mit anderen Farb-Schemata, Farbenblinde und Blinde sind rein visuell vermittelte schwer oder gar nicht zugänglich. So gibt es für Blinde kein „links“ oder „rechts“ bei grafischen Benutzer-Oberflächen. Sie erfassen immer nur das Element, dass der Screenreader aktuell fokussiert hat. Sie können eingeschränkt die Hierarchie von Elementen erfassen wie einem Informationsbaum, aber sie sehen die Webseite nie als Ganzes.