Archiv der Kategorie: Allgemein

IAAP DACH – behinderte Menschen nicht in vorderster Reihe

Rund zwei Monate ist es her, dass die IAAP für den deutsch-sprachigen Raum gestartet wurde. Leider bin ich von dem bisherigen Auftreten mäßig begeistert.

Verhunzter Auftakt

Schon die Auftakt-Veranstaltung über WebEx fand ich mäßig gelungen. Einige der Vortragenden konnte man wegen der schlechten Tonqualität und des ausgeprägten Dialekts kaum verstehen. Für Schwerhörige wie mich war das eine absolute Zumutung.
Was mich aber wirklich negativ überrascht hat war, dass da relativ wenige behinderte Menschen als Sprecher:Innen dabei waren. Mein Eindruck ist, dass in den vordersten Reihen der IAAP Dach Menschen ohne für die Barrierefreiheit relevante Behinderung sind: Die Leute von T-Systems oder Professor Zimmermann zum Beispiel. Das waren einige der Personen, die da präsent waren und als prominente Vorstände präsentiert wurden. Auf der Website der IAAP DACH ist nicht einsehbar, wer tatsächlich die IAAP DACH maßgeblich steuert. Wenn es da behinderte Menschen gibt, sind die gut versteckt. Dass der DVBS Startmitglied ist, tut da nichts zur Sache.

Barrierefreiheits-Event ohne Behinderte

Der negative Eindruck setzt sich aber fort, wenn man die Referent:Innen-Liste des Events vom 25.1. bis 29.1. durchschaut. Da treten die üblichen Verdächtigen aus dem BITV-Test-Club auf. Die Mehrheit ohne Behinderung, es wären noch weniger gewesen, wenn der Leiter der Überwachungsstelle nicht blind wäre. Möchte mir man ernsthaft sagen, man hätte keinen einzigen behinderte Menschen als Fachreferent:In oder zumindest Co-Referent:In gewinnen können? Ich stelle die Kompetenz dieser Leute nicht infrage, dazu kenne ich die Meisten nicht gut genug. Allerdings gibt es ähnlich kompetente behinderte Menschen, die man hätte inladen können.
Nun mag es sein, dass die große internationale IAAP ähnlich aufgestellt ist. Von den dortigen Personen ist mir tatsächlich niemand bekannt. Sollte dem so sein, muss ich leider auch das negativ werten.

Die 90er haben angerufen

Leute, ihr wisst schon, dass die 90er Jahre vorbei sind? Sprechen wir nicht seit 10 Jahren darüber, das nichts über uns ohne uns passieren soll? Und dann reden Leute über die Relevanz von Barrierefreiheit, auf die sie selbst nicht angewiesen sind. Selbst, wenn sie jeden Tag eine Stunde lang einen Screenreader nutzen oder drei Mal pro Stunde die Bildschirm-Lupe aktivieren, sprechen sie ganz anders darüber als Personen, die darauf täglich angewiesen sind. Für uns ist es keine Option, einfach mal das Ding ein- und auszuschalten. Warum wird Barrierefreiheit einmal mehr aus der Perspektive der Nicht-Behinderten abgehandelt?
Symbolisch sagt das aus: Nicht-Behinderte Menschen machen die Welt barrierefrei, ihr Behinderte dürft zuschauen.

Fazit

Da mir das immer unterstellt wird: Ich selbst habe kein Interesse, an der IAAP in vorderster Front teilzuhaben. Ich hielt und halte genug Vorträge und bin durchaus nicht sauer, dass ich da nicht dabei bin. Ich bin sogar der Meinung, dass mal Menschen mit anderen Behinderungen dran sind. In Anglo Amerika würde man von under-represented groups sprechen: Gehörlose, kognitiv Behinderte, Menschen mit Lernbehinderung und so weiter.
Ich entschuldige mich für den schafen Ton, aber wir reden so lange darüber, dass mir endgültig die Geduld mit diesen Leuten ausgegangen ist. Manchmal hilft es ja auch, einmal Klartext zu sprechen.

Corona und Barrierefreiheit – ein vorläufiges Fazit

Schematische Darstellung des Corona-Virus
Wie es aussieht, wird uns der Corona-Virus noch weit ins Jahr 2021 beschäftigen. Dennoch können wir nach fast einem Jahr ein vorläufiges und subjektives Fazit ziehen zu der Frage, wie sich Corona auf die Barrierefreiheit ausgewirkt hat.
Vorneweg sei gesagt, dass Barrierefreiheit natürlich ein wichtiges Thema für viele behinderte Menschen ist. Dennoch ist es nicht der einzige Aspekt. Viele chronisch kranke Personen sind seit März in einer dauerhaften Isolation. Für Andere sind die Corona-Maßnahmen eine Belastung in jeder Hinsicht. Welche psychischen Langzeitfolgen Corona und die ergriffenen Maßnahmen haben werden, ist heute noch nicht absehbar. Hinzu kommen natürlich ökonomische Folgen durch Entlassungen, Kurzarbeit und weitere Belastungen.
Es ist leider immer so, dass solche Katastrophen die Armen, zu denen behinderte Menschen häufig gehören, stärker treffen als die reicheren Zeitgenossen.

Mehr Barrieren für die einen, weniger für die anderen

Persönlich kann ich tatsächlich nicht klagen. Nachdem ich in den letzten Jahren viel gereist bin, meist mit Assistenz, habe ich es doch immer mehr als belastend empfunden. Die Unzuverlässigkeit der Deutschen bahn, volle Bahnhöfe und unbekannte Umgebungen waren immer ein Stress-Test für mich.
Corona hat gezeigt, wie viel doch online geht. Ich habe von Mai bis Dezember 2020 mehr Vorträge und Schulungen durchgeführt als in den drei Jahren zuvor. Ich habe an zahlreichen Meetups virtuell teilgenommen, die anderswo stattfanden und für mich nicht zugänglich gewesen wären.
Durch meine Schwerhörigkeit war für mich die Online-Kommunikation ein Vorteil: Ich konnte die Lautstärke der Sprecher:Innen immer für mich passend einstellen.
Ich bin zugleich an meine Grenzen gestoßen, was die Computerbedienung angeht. Der ständige Wechsel zwischen mehr oder weniger unzugänglichen Kommunikations-Plattformen ist eine Belastung. Man arbeitet sich natürlich nicht in Lösungen wie WebEx ein, wenn man weiß, dass man sie vielleicht zwei Mal im Jahr benutzen muss. Microsoft Teams mag für Blinde zugänglich sein, aber es ist eine Zumutung, darin mit anderen Zusammenzuarbeiten. Das Koordinieren zahlreicher Termine via Mail ist eine Herausforderung, aber ich habe dafür noch keine zugängliche Alternative gefunden.
Auch wenn ich die Vorzüge der Onlinekommunikation zu schätzen weiß, ziehe ich doch persönliche Treffen vor, gerade wenn ich die Leute schon länger kenne. Einerseits scheint die Kommunikation online oft fokussierter zu sein. Aber es fehlen die Gespräche, die vor, während und nach den Meeting stattfanden und den eigentlichen Charme von Meetings ausmachten. Ich hatte unter anderem auch mit den Schulungen angefangen, weil mich das dauerende Arbeiten am Computer ohne Kommunikation mit anderen Leute genervt hat. Online-Schulungen erinnern mich gerade bei einer sehr inaktiven Gruppen an einen endlosen Monolog.
Und man neigt bei Online-Meetings eher dazu, viele Termine eng zusammenzuquetschen. Es ist eine Sache, den ganzen Tag am Computer zu arbeiten. Aber einen halben Tag von einem Online-Meeting ins nächste zu wechseln – das muss ich auf Dauer nicht haben. Die ganze Zeit auf einen Bildschirm zu schauen ist keine Sache, die ich langfristig machen möchte. Das ist kurios, weil ich die Menschen ja auch nicht sehen könnte, wenn ich ihnen gegenüber sitzen würde.
Von anderen behinderten Menschen weiß ich, dass sie es ähnlich empfinden. Das ganze Online-Zeug schafft sozusagen eine neue Barriere. Es gibt einen Punkt, an dem man sagt, lieber weniger, aber dafür persönlich. Das mag aber tatsächlich ein Problem des Alters sein. Mit 20 schafft man das vielleicht einfacher als mit 50.
Von wiederum anderen behinderte Menschen weiß ich, dass für sie die Online-Kommunikation die Barrieren sogar verschärft haben. Viele Sehbehinderte haben sich extrem schwer damit getan, weil sie mit den Lösungen nicht zurecht kamen.
Auch Gehörlose haben sich teils schwer getan. Zu zweit kann man gut online kommunizieren. Allerdings erkennen die meisten Lösungen bis heute nicht, dass jemand mit Gebärden spricht, während eine lautsprachlich kommunizierende Person automatisch eingeblendet wird.
Auch für Menschen mit Lernbehinderung sind Präsenz-Situationen häufig leichter zu bewältigen. Mir ist keine Kommunikations-Lösung bekannt, die ohne Weiteres von ihnen bedient werden kann. Persönlicher Support ist aufgrund von Corona eher schwierig zu realisieren.
Leider sind viele der Tools zur Kommunikation und Zusammenarbeit entweder gar nicht barrierefrei oder haben eine sehr hohe Lernkurve. Irgendwie erwartet jeder Auftraggeber, dass man diese Tools entweder schon beherrscht oder sich die Nächte um die Ohren haut, wenn man sie nicht intuitiv versteht.
Mich hätte tatsächlich interessiert, wie es etwa Menschen mit Autismus oder anderen Behinderungen geht. Leider habe ich dazu bisher wenig in Erfahrung bringen können. Hier gibt es Infos zu Lernbehinderung und Barrierefreiheit.
Corona hat allerdings auch gezeigt, wie weit wir von Barrierefreiheit entfernt sind. Das fängt an mit mangelnden Informationen in Gebärdensprache oder Leichter Sprache und endet nicht bei nicht taktil erfassbaren Bodenmarkierungen fürs Abstandhalten. Zudem gibt es eine teils hohe Aggressivität von Menschen, die nicht verstehen, dass man als behinderte Person nicht ohne Weiteres Abstand halten kann.

Fazit

Das Fazit ist leider sehr durchmischt: Für technisch fitte Personen hat sich die Situation in der Regel sogar deutlich verbessert. Von zuhause aus zu arbeiten hat für mobilitäts-Bhinderte Menschen seine Vorzüge, wenn sie technisch ausreichend gut ausgestattet sind. Für technik-unaffine Menschen hat sich die Situation hingegen verkompliziert.
Einerseits ist es toll, wie viel online schon geht und wir sollten darauf hin arbeiten, dass es stärker genutzt wird. Andererseits glaube ich noch nicht, dass Corona zu einem dauerhaften Kulturwandel geführt hat: Also mehr Online-Veranstaltungen, weniger kurze Dienstreisen. Ich vermute eher, dass wir ab 2022 doch eine Rückkehr zu den alten Verhaltensweisen erleben werden bzw. zu einer stärkeren Mischung aus offline und online.
Ich meine aber auch, dass man den Mitarbeitenden mehr Zeit geben sollte, sich an die neuen Formen der Zusammenarbeit anzupassen. Die Veränderung ist doch größer, als die digitale Boheme denken mag.

Die WebAIM-Studie sind 98 Prozent der Webseiten nicht barrierefrei?

Stilisierter Sherlock Holmes mit Lupe98 Prozent der meist genutzten Webseiten nicht barrierefrei – die Nachricht machte vor einigen Monaten die Runde auf Twitter und einschlägigen Accessibility-Kanälen. Tolle Sache, vor allem, wenn man nur Überschriften liest. Persönlich finde ich die WebAIM-Studie aus zahlreichen Gründen nicht aussagekräftig. Das möchte ich in diesem Beitrag darlegen.
Kurz zur Erklärung: In Fachkreisen sprechen wir nicht von Barrierefreiheit, sondern von Konformität. Konformität heißt, dass ein bestimmter Standard erfüllt wurde, zum Beispiel WCAG 2.1 auf Stufe AA. Da der Begriff „barrierefrei“ für Webseiten nicht fest definiert ist, ist dieser Behelf stets notwendig.
Und hier ist schon der erste Fehler: WebAIM hat seine Prüfung auf der Konformitätsstufe AA durchgeführt. AA ist allerdings der Standard für öffentliche Einrichtungen. Private Organisationen streben in der Regel nicht AA, sondern A an. Auf der Stufe A gibt es zum Beispiel keine Vorgaben für Mindest-Kontraste. Wenn man aber nicht verpflichtet ist, AA zu erfüllen und nur A anstrebt, ist die Bewertung nach AA nicht sinnvoll. Es ist so, als ob ich Amateursportler nach den Maßstäben von Profisportlern bewerten würde.

Methodik

Die eine Millionen Websites wurden mit dem WAVE-Tool von WebAIM automatisiert geprüft. Vielmehr ist zur Methodik auch nicht zu sagen.

Automatisierte Tools sind begrenzt bis gar nicht hilfreich

Was ich derzeit von automatisierten Barrierefreiheits-Tests gesehen habe, hat mich nicht überzeugt. Nun mag der WebAIM Wave noch eines der ausgefeilteren Werkzeuge sein, aber das sagt leider auch nichts aus. Es gibt Dinge, die man automatisch messen kann wie das Vorhandensein bestimmter HTML-Elemente, ARIA-Attribute, Labels, Alternativtexte und einige Kontraste. Doch ist die Liste der Dinge länger, die sie nicht auswerten können.
Dazu gehört die Sinnhaftigkeit von Alternativtexten, der sinnvolle Einsatz von ARIA, die korrekte Auszeichnung von Texten oder Formular-Elementen.
Kurz: Ob Wave Fehler anzeigt oder nicht, ist vollkommen irrelevant. Ein fauler, aber schlauer Entwickler lässt das Tool drüberlaufen, bügelt die Fehler aus und bekommt seine Seite konform, ohne ein Quentchen an der Barrierefreiheit verbessert zu haben.
Wie WebAIM selber anmerkt, werden Webseiten immer komplexer. Ich gehe allerdings davon aus, dass viele Webseiten insbesondere aus dem angloamerikanischen Raum das Thema Barrierefreiheit auf dem Schirm haben. Das heißt, sie kümmern sich um Alternativtexte oder sinnvolle Link-Beschreibungen. Allerdings ist es für extern eingebundene Inhalte teils nicht möglich, diese Faktoren zu berücksichtigen.
Ein Großteil der Fehler dürfte auf solche eingebundenen Inhalte zurückzuführen sein: Das sind etwa Social-Media-Inhalte oder Werbung. Wenn man nach WebAIM geht, sollte man solche Inhalte wahrscheinlich weglassen, da man sie nicht barrierefrei machen kann. Damit dürfte man die Leute eher von Barrierefreiheit abschrecken.
Schauen wir uns die Fehler einmal genauer an:
86 Prozent mit Fehlern beim Kontrast: Wie oben angemerkt kein AA-Kriterium
66 Prozent Bilder mit fehlenden Alternativtexten: Hier gehts wahrscheinlich um extern eingebundene Inhalte, auf die man keinen großen Einfluss hat, gleiches gilt für Links ohne Text.
53 Prozent mit fehlenden Formular-Beschriftungen: In der Tat ärggerlich, aber das kann man nur im Zusammenhang beurteilen. Geht es etwa um das Suchfeld und ist nur ein Feld vorhanden, ist dieser Fehler nicht so schlimm.
28 Prozent fehlende Dokumentsprache – völlig irrelevant, da die meisten NutzerInnen der Webseiten MuttersprachlerrInnen sein dürften.

Keine Seite ist ohne Fehler

Die eine Millionen am meisten besuchten Webseiten werden wohl jeweils von größeren Teams betreut. Da kann es immer wieder passieren, dass einzelne Redakteure Fehler machen: Sei es die fehlerhafte Einbindung eines Widgets, die falsche Verschachtelung von Überschriften oder das Vergessen des Alternativtextes. Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein auf WebAIM.
Das heißt, schon ein einzelner Fehler eines Redakteurs kann dazu führen, dass die Website durch die WCAG durchfällt. Kann man sinnvoll finden, praxisrelevant ist es nicht.
98 Prozent aller Webseiten weisen also Fehler auf, es dürften eher 100 Prozent sein. Wer schon mal Webseiten evaluiert hat weiß, dass man Fehler findet, wenn man gezielt nach ihnen sucht.
Am Ende geht es aber nicht um technische Perfektion, sondern darum, dass Menschen mit Behinderung die Website nutzen können. Darüber sagt die WebAIM-Studie tatsächlich gar nichts aus.

Motivieren oder demotivieren

Ein Kunde wollte mich überreden, die Studie in einer der Schulungen zu erwähnen. Ich habe mich geweigert, aus den oben genannten Gründen. Aber auch, weil ich das Signal für fatal halte. Die Studie kann zeigen, dass auch Andere es nicht besser machen als man selbst und dann dazu motivieren, mehr zu tun.
Meines Erachtens hat sie aber einen demotivierenden Effekt. Sagt sie nicht aus, dass die WCAG 2.1 AA im Grunde nicht umsetzbar ist? Und das bei Websites, die teilweise ein sechsstelliges Budget haben dürften? Wenn es Riesen wie Amazon oder die New York Times nicht schaffen, ihre Websites barrierefrei zu machen, wie soll es dann dem lokalen Selbsthilfe-Verein gelingen.

Was soll diese Studie

Im Grunde schätze ich die Kollegen von WebAIM. Umso mehr wundere ich mich darüber, dass sie so eine Studie veröffentlichen. Was ich hier schreibe ist sozusagen das kleine 1 mal 1 der Barrierefreiheit und natürlich auch den Verantwortlichen bekannt.
Ich habe im Grunde nur zwei Erklärungen: Entweder glauben sie tatsächlich so an die Qualität ihres Tools, dass sie die oben genannten Punkte einfach ausblenden. Oder – das vermute ich – die Studie ist ein reiner PR-Gag. Für eine Schlagzeile ist das schön griffig: „98 Prozent aller Webseiten schließen Behinderte aus“. Kann man wunderbar in eine Schlagzeile packen.
Mit der Realität hat das wenig zu tun. Zumindest die meisten textlastigen Angebote lassen sich gut nutzen, auch wenn sie kleinere Mankos in der Barrierefreiheit haben.
Und ich bin mir auch nicht sicher, ob man der Barrierefreiheit damit einen Dienst erwiesen hat. Es wundert mich schon, dass WebAIM glaubt, diese Art von PR nötig zu haben.

Virtueller Stammtisch zur digitalen Barrierefreiheit

Anstoßende stilisierte BierkrügeHeute lade ich zum nächsten virtuellen Stammtisch digitale Barrierefreiheit ein. Er findet am Donnerstag, 11.2.2021 von 18 bis 20 Uhr auf Zoom statt.
Online-Meetup zu barrierefreien Online-Veranstaltungen.

Darum gehts

Beim Stammtisch habt ihr die Gelegenheit, über digitale Barrierefreiheit zu sprechen. Ihr könnt etwa erzählen, an welchen Projekten ihr gerade arbeitet oder über eure offenen Fragen diskutieren. Geistige Getränke müsst ihr leider selber organisieren.
Jede teilnehmende Person soll die Möglichkeit haben, sich zu äußern. Es wird also keine 1:1-Beratung oder Ähnliches geben. Breakout-Rooms sind nicht vorgesehen.
Ganz ohne Regeln geht es nicht. Deshalb haben wir folgende Bitten an alle Teilnehmenden:

  • einander ausreden lassen
  • keine Monologe oder Eigen-Werbung
  • alte Hasen und Newbies sind willkommen, deshalb wo möglich auf Fach-Termini, Fachdiskussionen und Jargon verzichten
  • Audio ist Minimum: Niemand muss seine Webcam freischalten, wenn er/sie das nicht möchte, eine reine Kommunikation per Text-Chat ist aber nicht möglich.

Der virtuelle Stammtisch ist ein Experiment und wird wenn erfolgreich regelmäßig organisiert. Derzeit planen wir ihn Monatlich jeweils am zweiten Donnerstag im Monat.

Zoom und Datenschutz

Ich habe mich der Einfachheit halber für Zoom als Basis entschieden. Wer Zoom aus Gründen bedenklich findet, sollte von einer Teilnahme absehen.
Wir nutzen Zoom, da es derzeit die einfachste und meines Erachtens datenschutz-mäßig unproblematische Lösung ist. Die Bedenken von Datenschützer:Innen basieren leider oft auf falschen und/oder veralteten Informationen. Dennoch versuchen wir, einen möglichst hohen Grad an Datenschutz sicherzustellen.
Zur Teilnahme ist weder ein Zoom-Account noch die Zoom-App notwendig. Ihr könnt einfach über den Browser teilnehmen.
Die Veranstaltung wird zum Schutz der Privatsphäre der Beteiligten nicht aufgezeichnet.
Die hier gesammelten Mail-Adressen werden nur zur Versendung des Zoom-Links bzw. zur Information über die Veranstaltung verwendet und nach dem Event gelöscht. Eine Weitergabe der Mail-Adressen an Dritte oder Einspeisung bei Zoom findet nicht statt.
Es wird gebeten, per Audio teilzunehmen, die Kamera kann aber ausgeschaltet bleiben.

Anmeldung

Bitte meldet euch an, indem ihr hier mit eurer korrekten E-Mail-Adresse kommentiert. Die Kommentare werden nicht publiziert und nach dem Stammtisch gelöscht. Die Mails werden lediglich zur Versendung des Zoom-Links verwendet und nicht weitergegeben. Eine Abmeldung ist nicht notwendig, wer nicht kommt, kommt halt nicht. Eine Weitergabe des Zoom-Links an Dritte ist untersagt.

Mensch schlägt Automat – Bild-Beschreibungen für Blinde heute und morgen

Farbige Blasen enthalten Fragen wie Wer, Was und WoIn den letzten Jahren hat die Technik der automatischen Bild-Erkennung große Fortschritte gemacht. Die Gesichtserkennung auf Fotos ist mittlerweile fast Mainstream.
Es gibt durchaus Blinde oder zumindest Leute, die ganz schlecht sehen und fotografieren. Andere wollen erfahren, was zum Teufel auf dem Foto abgebildet ist, dass sie da in ihrem überquellenden Sonstiges-Ordner gesammelt haben. Dafür wäre eine automatische Objekt-Erkennung äußerst hilfreich.
Das aktuelle iOS, der Chrome-Browser auf dem Desktop und einige Social-Media-Dienste wie Facebook haben die automatische Objekt-Erkennung auf Bildern integriert. Google und Microsoft bieten zusätzliche Apps zur Bild-Beschreibung an.

Cloud, Mustererkennung und Maschinen-Lernen

Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die Erkennung von Objekten in Echtzeit – also in dem Moment, in dem man das Objekt fixiert, möglich wird. Das würde die Möglichkeiten für Blinde stark erweitern: Erkennt eine App beliebigen Text in einer Umgebung wie Straßenschilder oder Displays, kann sie diese automatisch vorlesen. Apps könnten Objekte erkennen, die im Weg stehen und eine intelligente Möglichkeit zur Umgehung von Hindernissen anbieten. Voraussetzung dafür sind allerdings smarte Brillen. Selbst der geduldigste Mensch hat keine Lust, ständig das Smartphone in der Hand zu halten.
Die Technik könnte auch bei Abbildungen im Internet genutzt werden. Alternativtexte sind vor allem im Web 2.0 unzureichend formuliert. Auf Facebook , Twitter oder WhatsApp werden viele Fotos geteilt. Die Bereitschaft der Leute, Fotos auch nur rudimentär zu beschreiben ist teils gering, teils vergessen sie es auch einfach.
Als Blinder hat man auch keine Lust, Zeit und Nerven dafür, die Leute ständig daran zu erinnern.

Automatische Bild-Beschreibungen aktuell

Wie oben erwähnt gibt es mittlerweile in vielen Systemen verfügbare automatische Bild-Beschreibungen.
Ob man dank dieser Beschreibungen die von Absender intendierte Aussage hinter dem Bild tatsächlich verstehen wird, ist leider schwierig zu beantworten. Oft genug verstehe ich den Witz auch nicht, wenn mir jemand den Bild-Inhalt erklärt.
Die Weiter-Entwicklung hat meines Erachtens in den letzten Jahren stagniert. Gehen wir mal davon aus, dass die großen Anbieter auf einem ähnlichen Stand sind bzw. die gleichen Algorithmen nutzen, sind die Beschreibungen nach wie vor sehr rudimentär. iOS erkennt auf einem Bild, auf dem zwei Hände abgebildet sind „Unter Wasser“, es sagt bei einem Personen-Foto „Erwachsener“. Facebook erkennt zwar Text auf einem Bild, aber wandelt den Text nicht automatisch in eine für Blinde lesbare Form um.
Nun ist es wahrscheinlich, dass die Anbieter nicht alle Möglichkeiten tatsächlich nutzen bzw. öffentlich bereit stellen, über die sie verfügen. Wichtige Features bleiben wahrscheinlich Power-Usern, die dafür bezahlen, vorbehalten. Doch sollte man meinen, dass man ein wenig mehr vom Fortschritt auch mitbekommt.
Nun geraten wir auch bei Bild-Beschreibungen schnell in schwieriges Fahrwasser – ja, auch sie haben eine politische Dimension. Darf ein Algorithmus sagen, dass jemand dunkelhäutig, bärtig, älter, attraktiv, übergewichtig ist, dass er Pickel hat, eine Brille trägt, dass er traurig schaut und so weiter? Manches davon ist relativ gut automatisch ermittelbar, anderes ist Interpretation. Und manches ist politisch heikel, wenn etwa das Geschlecht oder die ethnische Gruppe falsch erkannt wird. Wahrscheinlich werden wir demnächst über solche Fragen diskutieren müssen.

Wo WoManpower gefragt ist.

Künstliche Intelligenz, Maschinenlernen und Mustererkennung stoßen an ihre Grenzen, wo komplexe Beschreibungen gefragt sind. Kunstwerke können zwar als Anreihung von Objekten beschrieben werden, aber kein Kunstliebhaber würde sich damit zufrieden geben. Frau mit langen dunklen Haaren lächelt ist eine korrekte, aber doch unzureichende Beschreibung der Mona Lisa. Aber selbst hier könnten Algorithmen helfen, eine anständige Beschreibung zu formulieren. Es ist ja keine große Sache für einen Computer, Lichtverhältnisse oder Farbkombinationen auf einem Bild zu erkennen und zu beschreiben.
Hier kommt auch die WoManpower ins Spiel. Es ist schon toll, wenn ein Mensch sich hinseetzt und eine detailierte Beschreibung eines Bildes formuliert. Da aber Kunst immer eine Frage der persönlichen Perspektive ist, ist es hilfreich, möglichst viele Beschreibungen verschiedener Personen zu haben. Nebenbei profitieren auch Sehende davon, denn sie erfahren über die Beschreibung Anderer oft etwas, was sie sonst übersehen hätten. Oder habt ihr nicht den Eindruck, dass wir oft nur oberflächlich auf Landschaften oder Fotos schauen? Die Beschreibung für Blinde von was auch immer zwingt die Sehenden dazu, sich intensiver mit einer Sache zu beschäftigen, als sie es sonst tun würden.
Für ein Diagramm kann mit einem Alternativtext bestenfalls seine grobe Tendenz beschrieben werden. Im Folgenden möchte ich ein paar Ansätze vorstellen, wie sich das Problem lösen lässt.

Navigierbare Beschreibungen

Für komplexe Grafiken erscheint es am sinnvollsten, wenn man sie mit einem Teil des HTML-Standards beschreiben könnte. Das heißt, wir haben Überschriften, Paragraphen, Tabellen und die weitere Elemente. Für Sehende wären diese Beschreibungen natürlich nicht oder nu auf Anforderung sichtbar.
Der Vorteil besteht darin, dass wesentlich mehr strukturierte Informationen untergebracht werden können als in einem simplen Alternativtext oder einer Long Description. Ich fände es auch nicht schlecht, wenn diese Beschreibung optional auch von hochgradig Sehbehinderten oder visuellen Analphabeten gelesen werden könnte. Zumindest für Blinde könnte man das heute schon umsetzen, in dem man Techniken einsetzt, die Inhalte aus dem für Sehende wahrnehmbaren Bereich der Seite verschieben. In der Regel ist es aber besser, sich an die Standards von HTML zu halten.
Eine Möglichkeit für quantitative Diagramme, die aus einer Tabelle erzeugt wurden besteht darin, die Tabelle in der Grafik zu hinterlegen. In PDFs werden oft aus Platzgründen Tabellen weggelassen, doch sie bieten sowohl für Sehbehinderte als auch für Blinde die beste Alternative zu einer solchen Grafik. Auch hier sollte es möglich sein zu tricksen, in dem man zum Beispiel der Tabelle eine Ausdehnung von 0 Pixel gibt, aber korrektes HTML zur Auszeichnung einsetzt oder indem man sie einfach aus dem sichtbaren Bereich schiebt.

Beschreibung von Einzel-Elementen

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die relevanten Segmente von Vektorgrafiken einzeln zu beschriften und für Screenreader zugänglich zu machen. Ich stelle mir vor, dass man dann mit den Cursortasten des Computers zum Beispiel ein Organigramm systematisch durchgehen kann. Oben steht die Geschäftsführung, mit einem Druck auf Pfeil runter landet man in der zweiten Führungsebene, mit links und rechts kann man sich in dieser Ebene bewegen, mit Pfeil runter geht man in die zweite Führungsebene und so fort. So ließen sich auch Logistikketten und andere komplexe Grafiken erschließen. Für das Verständnis nicht relevante Elemente wie Verbindungslinien sollten für den Screenreader ausgeblendet werden. Formate wie SVG sind ohnehin textbasiert, so dass sich solche Informationen problemlos unterbringen ließen.

Fazit: Menschliche Beschreibungen werden bis auf Weiteres gebraucht

Vor einigen Jahren war ich noch wesentlich optimistischer, was automatisch generierte Bild-Beschreibungen leisten können. Heute sind sie einerseits auf vielen Plattformen verfügbar. Andererseits hat sich ihre Qualität nicht deutlich verbessert.
Wir werden also bis auf absehbare Zeit auf menschen-generierte Bildbeschreibungen zurückgreifen müssen.

Home Office für Menschen mit Behinderung – Ausweg oder Sakcgasse?


Corona hat viele Prozesse ermöglicht oder beschleunigt, die sich Digitalisierungs-Fans wie ich schon immer gewünscht haben. Eine dieser Möglichkeiten ist die Arbeit von zuhause.

Vorteile des Home Office für Behinderte

Für behinderte Menschen ergeben sich durch Home Office zahlreiche Vorteile, von denen ich einige kurz nennen möchte:

  • Der Arbeitsweg entfällt: Er ist etwa für Blinde oder gehbehinderte Menschen stets eine Herausforderung.
  • Es wird nur eine Hilfsmittel-Ausstattung benötigt. Ansonsten braucht man eine Ausstattung für zuhause und eine für den Arbeitsplatz.
  • Home Office zwingt zu digitalen abläufen. Goodbye zu Faxen, handgeschriebenen Notizen und Bergen an ausgedrucktem Papier, die etwa für Blinde nur schwer zugänglich sind.

Zum Thema Digitalisierung und Chancen für Menschen mit Behinderung habe ich einen eigenen Beitrag geschrieben.

Neue Barrieren durch Technik

Allerdings können durch die Digitalisierung neue Barrieren entstehen. Zum Beispiel ist bei vielen Unternehmen eine Software vorgeschaltet, die den Zugriff auf das interne Netzwerk absichert. Viele dieser Programme sind nicht barrierefrei. Im Worst Case heißt das, dass der behinderte Mitarbeiter die Infrastruktur nicht nutzen kann.
Auch viele der Kommunikations- und Datenverwaltungssysteme sind in der Nutzung recht komplex. Google Docs und ähnliche komplexe Programme, die im Browser laufen mögen für eine sehende Person ähnlich nutzbar sein wie ein installiertes Office. Für eine blinde Person trifft das mit Sicherheit nicht zu. Meines Erachtens gab es in den letzten Jahren auch wenig Fortschritt.

Home Office kann zu Exklusion führen

Aus den Augen, aus dem Sinn, so geht es mit vielen Dingen. Es kann zur Inklusion beitragen, wenn man den behinderten Kollegen regelmäßig sieht. Doch ist das nicht der Fall, kann der gegenteilige Effekt auftreten. Es stellt sich die Frage, wofür man räumliche Barrierefreiheit braucht, schließlich kann der Kollege im Rollstuhl von zuhause aus arbeiten.
Für den behinderten Menschen besteht das Risiko der sozialen Isolation, insbesondere für Gehörlose oder Menschen mit Autismus oder für Personen, die soziale Kontakte vermeiden. Für sie ist der Arbeitsplatz manchmal die einzige Möglichkeit, soziale Kontakte zu haben.
Es besteht durchaus die Gefahr, dass der Arbeitgeber „schwierige“ Personen ins Home Office abdrängt, um deren Schwierigkeiten am Arbeitsplatz nicht lösen zu müssen.
Und natürlich gibt es Tätigkeiten, die sich nicht ohne Weiteres ins Home Office verlegen lassen. Eine Digitalisierung begünstigt generell Wissens- und Kommunikations-Arbeiter, während sie Körper-Arbeiter nicht unmittelbar zugute kommt.

Fazit

Zusammenfassend lassen sich zwei Aspekte beim Thema Behinderung und Home Office erkennen. Es ist eine Chance vor allem für technisch fite Personen, sofern die Lösungen im Wesentlichen barrierefrei sind. Es können aber auch neue Barrieren gerade für jene geschaffen werden, die technisch weniger fit sind. Ein weiteres Risiko besteht in einer möglichen sozialen Isolation und Exklusion.

Zum Weiterlesen

Barrierefreie PDFs mit Google Chrome

Seit Google Chrome Version 85 können mit dem Browser barrierefreie PDFs erzeugt werden. Voraussetzung ist natürlich, dass die ursprüngliche Seite bereits Barrierefreiheits-Informationen wie Überschriften und Alternativtexte enthält. Wie gut das PDF aussieht, hängt im Wesentlichen davon ab, ob der Ersteller ein Druck-Stylesheet vorgesehen und optimiert hat.
In der aktuellen Version ist das Feature experimentell und noch nicht für alle freigeschaltet. Um es zu aktivieren, gehen Sie folgendermaßen vor:
1. Geben Sie in die Adresszeile „chrome://flags/#export-“ ohne die Anführungszeichen ein.
2. Suchen Sie in der erscheinenden Liste nach „Export Tagged PDF“.
Screenshot der Funktion
3. Stellen Sie das Feature auf „enabled“.
Starten Sie Chrome zunächst neu. Rufen Sie dann eine Webseite Ihrer Wahl auf. Wählen Sie „Drucken“ aus dem Menü. Wählen Sie aus dem Auswahlmenü „Als PDF speichern“ und drücken Sie auf den Button „Speichern“.
Screenshot des Drucken-Dialogs
Standardmäßig wird das PDF im Download-Ordner gespeichert.
Chrome kann mittlerweile auch automatisch Überschriften in PDF einfügen. Er ist also auch als einfaches Leseprogramm geeignet, übrigens auch für nicht-barrierefrei getaggte PDF. Leider sind alle Überschriften als h2 getaggt.

Weiterführende Infos

Warum die Wirtschaft von Barrierefreiheit profitiert

einkaufswagenDer European Accessibility Act verpflichtet Teile der Privatwirtschaft zur Barrierefreiheit, darunter Banken, Buchverlage und Online-Shops. Ob die schon von ihrem Glück wissen?
Da unsere Wirtschaft von kurzfristigem Denken geprägt ist, sehen sie die Vorteile der Barrierefreiheit für sich nicht. Gerade deswegen sind Verpflichtungen sinnvoller als Freiwilligkeit. Das möchte ich in diesem Beitrag näher ausführen.

Das Kosten-Dilemma

Im Grunde würde der Staat der Privatwirtschaft einen Gefallen tun, wenn er sie zur Barrierefreiheit verpflichtet. Ich muss zur Erklärung ein wenig ausholen.
Barrierefreiheit ist natürlich ein Kostenfaktor – das lässt sich nicht leugnen. Die bestehende Infrastruktur muss umgebaut werden. Die Kosten sind teils recht hoch, vor allem, wenn es um Umbaumaßnahmen geht. Es gibt aber keine Verpflichtung, Einzelne müssten also vorpreschen und es umsetzen. Die Kosten dafür müssen auf die Produkte umgelegt werden, anders geht es ja in der Wirtschaft nicht. Wenn ich aber anfange und meine Konkurrenten nicht nachziehen, werden meine Produkte teurer. Die kostenbewussten Käufer gehen aber dorthin, wo die Produkte am billigsten sind. Diesbezüglich brauchen wir uns nichts vorzumachen, Barrierefreiheit ist real genau so wenig ein Attraktor wie Bio.
Wenn aber alle Barrierefreiheit umsetzen müssen, relativiert sich das Ganze. Alle Produkte werden ein wenig teurer, aber der nicht-barrierefreie Konkurrent hat keinen Kostenvorteil. Erforderlich sind dafür aber einheitliche Standards.
Klar ist aber auch: Ohne eine kräftige Förderung wird es nicht gehen. Kleinbetriebe wie Arztpraxen können die Kosten eines barrierefreien Umbaus kaum stämmen. Wenn es aber nur eine oder gar keine barrierefreie Arztpraxis gibt, schränkt das die Wahlfreiheit von gehbehinderten Menschen ein. Wobei Arztpraxis durch einen beliebigen anderen Begriff wie Arbeitsplatz, Apotheke oder Restaurant ersetzt werden kann. Und Gehbehinderte sind das anschaulichste Beispiel, wir können jede andere Behindertengruppe nehmen.

Der Vorteil für die Anbieter

Längerfristig betrachtet haben die Anbieter Vorteile, die auf Barrierefreiheit setzen. Der demografische Wandel ist oft thematisiert worden, aber die Folgen scheinen den Beteiligten nicht klar. Ein Großteil der Bevölkerung kommt in ein Alter, wo sie Einschränkungen in der Beweglichkeit, in den Sinneswahrnehmungen und in der kognitiven Verarbeitungsfähigkeit haben werden. Die Schwelle, wo das zu leichten Einschränkungen führt beginnt weit vor dem, was amtlich als Behinderung anerkannt wird. Diese Menschen werden Probleme haben, Produktbeschriftungen, Speisekarten oder Bedienungsanleitungen zu lesen. Die Beipackzettel von Medikamenten sahen ja schon immer so aus, als ob sie für die Lektüre durch Ameisen ausgelegt waren, irgedwann wird sie keiner mehr ohne Lupe lesen können.
Heißt konkret, auch wenn man keinen Rollstuhl oder Rollator braucht, wird man Probleme haben, eine Treppe hochzukommen. Im Zweifelsfall wird man also das Café vorziehen, wo man keine Treppe steigen muss und die Speisekarte ohne 200 Prozent Zoom lesen kann. Das gilt im übrigen auch, wenn man ansonsten noch relativ fit ist und längere treppenfreie Strecken problemlos laufen könnte.
Übrigens sind das – bei aller berechtigten Kritik an der Altersarmut – die Personen, die mehr Geld und mehr Freizeit haben als die hippen Jugendlichen und jungen Familien, die als bevorzugte Zielgruppe gelten. Teile der Tourismusbranche haben das zumindest schon erkannt.
Die Wirtschaft spürt das sicherlich auch schon, sie sind ja nicht dumm. Doch dürfte hier das Kostendilemma durchschlagen, das ich oben beschrieben habe. Leider taugen Apple und Co. hier nicht als Beispiel. Sie spielen gewinn- und umsatzmäßig in der höchsten Liga.
Ein schönes Beispiel in der Corona-Krise: Diegitale Kommunikationslösungen fallen durch, wenn sie nicht barrierefrei sind. Dazu gehören die Platzhirschen Adobe Connect, GoToMeeting oder WebEx. Profitieren können Lösungen, die barrierefreier sind wie BigBlueButton, Zoom oder Teams.

Barrierefreiheit spart auf lange Sicht Geld

Der Wohnungsmarkt ist für gehbehinderte Menschen eine Katastrophe. Rollstuhlgeeignete Wohnungen müssen häufig bundesweit gesucht werden. Der Umbau einer bestehenden Wohnung ist wenn überhaupt möglich für eine Privatperson mit durchschnittlichem Einkommen kaum zu stämmen. Denken wir an Rollatoren, wird der Bedarf in den nächsten Jahren stark steigen. Wohnungen, die jetzt nicht barrierefrei sind müssen teuer nachgerüstet werden.
Krankenkassen und andere Träger stöhnen schon heute über die Kosten, die sie für Reha und Hilfsmittel übernehmen müssen. Wie wird das aber aussehen, wenn ein Viertel der Bevölkerung darauf angewiesen ist?
Anderes Beispiel: Es ist nicht recht nachvollziehbar, warum die neuen ICEs nicht mit schwellenlosen Zugängen oder integrierten Rampen versehen sind. Die Mobilitätszentrale ist zweifellos bemüht, doch schränkt sie am Ende des Tages die Wahlfreiheit und Flexibilität gehbehinderter Menschen auf eine Weise ein, die nicht tolerierbar ist.
Ich könnte auf diese Weise noch viele Beispiele aneinander reihen. Die Kosten durch mangelnde Barrierefreiheit sind enorm, nur dass sie heute im Wesentlichen nicht durch die Firmen, sondern durch den Staat und die Sozialversicherungen, also durch uns alle getragen werden. Wie ich oben gezeigt habe, wird das nicht mehr lange gut gehen, deshalb sollte der Staat einheitliche Vorschriften zur Barrierefreiheit schaffen.

Barrierefreie Online-Seminare – Hilfsmittel und Lösungen

Computermonitor zeigt TextverarbeitungOnline-Seminare sind nicht erst seit Corona häufig anzutreffen. Damit Webinare barrierefrei von behinderten Menschen genutzt werden können, ist jedoch einiges zu beachten.

technische Plattformen

Der erste und wichtigste Faktor ist die technische Plattform. Ist diese nicht barrierefrei, ist das Seminar für Blinde, Sehbehinderte und Tastaturnutzer nicht verwendbar.
Leider taugen die Marktführer in diesem Bereich nichts. Sowohl WebEx, GoToMeeting als auch Adobe Connect sind Musterbeispiele für schlechte Barrierefreiheit. Sie sind durch Screenreader nicht bedienbar. Alle drei Programme haben außerdem einen miserablen Kontrast bei den Bedien-Elementen und sind daher nicht zu empfehlen. Wenn Sie möchten, dass behinderte Menschen an Ihren Webinaren teilnehmen, scheiden Adobe Connect und GoToMeeting sowie dessen Ableger wie GoToWebinar und co. aus.
Gute Alternativen in diesem Bereich sind Big Blue Button, Zoom und Microsoft Teams. Sie sind alle gut mit Tastatur und Screenreader bedienbar und das sowohl auf dem Desktop als auch auf dem Smartphone oder Tablet.

Kommunikation

Tipps zu einer barrierefreien Online-Kommunikation finden Sie in einem eigenen Beitrag.
Generell sollte eine gute Sprach-Qualität angestrebt werden. Wird der Sprecher angezeigt, sollte sich das Fenster durch den Nutzer größer ziehen lassen, so dass Gestik und Mundbild besser verfolgt werden können.
Weitere Möglichkeiten sind Gebärdensprache, Live-Captions, Live-Übersetzung in Leichte Sprache. Generell sollte natürlich der Inhalt auch so gestaltet sein, dass er möglichst verständlich ist.

Suchmaschinenoptimierung – was SEOs von der Barrierefreiheit lernen können

Suchmaschinenoptimierung ist fast so alt wie das World Wide Web. Es gibt viele Querverbindungen zwischen Barrierefreiheit und SEO. Erfahren Sie, warum SEO-Verantwortliche sich auch um die Zugänglichkeit ihrer Webprojekte kümmern sollten. In diesem Beitrag gehe ich nur auf Google ein, weil Google fast synonym mit Suchmaschine ist und die Konkurrenten ähnliche Algorithmen verwenden.

Semantik/Maschinen-Lesbarkeit

Trotz allem Gerede über Künstliche Intelligenz sind Suchmaschinen und andere Technologien nach wie vor auf maschinen-lesbare Informationen angewiesen. Google kann wie ein Screenreader einen Text-Abschnitt nicht als Überschrift oder Absatz einordnen. Überschriften sind aber für Mensch und Maschine wichtig: Es geht darum, die Relevanz eines Textes zu einem bestimmten Thema zu gewichten. Je mehr wichtige Keywords in einer Überschrift vorkommen, desto wichtiger ist der Text zum jeweiligen Thema – so meint zumindest Google. Deswegen wird Text stärker gewichtet, wenn er in den HTML-Tags für Überschriften steht als wenn er im Fließtext ist.
Maschinen-Lesbarkeit wird immer wichtiger: Je besser Daten wie Adressen, Veranstaltungstermine und ähnliches von Google erkannt werden können, desto bessere Chancen hat die Website auf ein gutes Ranking.
Bei der Maschinen-Lesbarkeit werden Tabellen oft vergessen. Dabei sind sie ideales Datenfutter für Maschinen.
Komischerweise redet kaum einer der SEO-Gurus über die Verwendung von semantischen Auszeichnungen, wie sie von Schema.org propagiert werden. Auch assistive Technologien (AT) würden davon profitieren, obwohl mir zugegebenermaßen noch keine AT bekannt ist, die Schema-Daten automatisch erkennen kann.

Alternativtexte für SEO

Google stellt im haus-eigenen Browser Chrome mittlerweile Bild-Beschreibungen für Bilder zur Verfügung, wenn sie keine Beschreibung für Blinde haben. Ich vermute, dass ist ein Abfall-Produkt des Crawlings: Google ist natürlich stark interessiert an den Inhalten von Bildern und trainiert so seine Bilderkennung. Es kann die von Menschen erstellten Alternativtexte mit dem abgleichen, was der Algorithmus erkannt hat – das ist klassisches Maschinen-Lernen.
Ein deutscher SEO hatte sich eine Zeitlang auf die Optimierung der Bilder für die Suchmaschine konzentriert. Weil Google heute oft nicht nur reine Text-Ergebnisse darstellt, sondern auch Bilder, spielen Text-Beschreibungen für die SEO eine gewichtige Rolle.

Sauberer und schlanker Code

Die Websites sind in den letzten Jahren immer größer im Sinne von Speicherplatz geworden. So manche Seite bringt mehrere Megabyte auf die virtuelle Waage – nebenbei gesagt ist das auch ein ökologisches Problem, es wird nämlich unnötig viel Speicherplatz und Bandbreite verbraucht. Eine optimierte Website kann mit HTML, CSS, Javascript und ein paar optimierten Bildern 200 Kilobyte groß sein. Das verringert die Ladezeit sowohl für Google als auch für assistive Technologien. Auch valider und moderner Code ist wichtig, um die Darstellung für die Browser sauber zu gestalten.
In der SEO-Szene ist man einhellig der Meinung, dass der Page Speed einer der wichtigsten On-Site-Faktoren für Google geworden ist. Das hat natürlich mit der Dominanz der Smartphones zu tun: Kein Mensch will mehrere Sekunden warten, bis die ersten Inhalte geladen wurden. Ein wichtiger Faktor für die Lade-Geschwindigkeit ist schlanker und sauberer Code. Das heißt unter anderem, dass man CSS und Javascript möglichst in eigene Dateien auslagert und nicht im Code jeder Unterseite unterbringt. Das ist auch eine Basis-Anforderung von Barrierefreiheit – die Trennung von Verhalten, Struktur und Gestaltung. Das verringert nicht nur die Ladezeit für AT, sondern ermöglicht auch eine flexiblere Darstellung der Inhalte.
Nebenbei bemerkt hat Google auch ein ökonomisches Interesse an schlanken Websites: Wer täglich mehrere hundert Millionen Webseiten crawlen muss, freut sich über jedes eingesparte Kilobyte. Zwar hat Google viel Rechen-Power am Start, aber natürlich freut man sich auch dort, wenn man ein paar große Rechenzentren einsparen oder für andere kostenpflichtige Dienste verwenden kann.
Die beiden bekanntesten Portale zur Web-Barrierefreiheit in Deutschland sind einfach-fuer-alle.de und barrierefreies-webdesign.de. Beide Seiten ranken für viele Suchbegriffe zur Barrierefreiheit weit oben und schneiden bei einem Speed-Test hervorragend ab, jeweils 91 von 100 Punkten im Test von Google Speed Insights. Auch wenn digitale Barrierefreiheit nicht zu den Mega-Themen gehört, gibt es durchaus alternative Portale.

Mobile first

Mobile First – also die bevorzugte Gestaltung von Webseiten unter dem Aspekt der Smartphone-Freundlichkeit – ist heute unter Web-Entwicklern angesagt. Kein Designer, der etwas auf sich hält, bastelt heute noch eine eigene Version für Smartphones und Desktops. One fits All ist also angesagt, die Website soll auf unterschiedlich großen Displays gut angezeigt werden. Google crawlt heute bevorzugt die mobile Version der Website und ihre Qualität ist einer der wichtigsten Faktoren für die Gewichtung bei der Anzeige der Such-Ergebnisse. Auch das ist in der Barrierefreiheit ein alter Hut. Schon seit Jahrzehnten wird gefordert, dass Webseiten sich auf unterschiedliche Displays problemlos anzeigen lassen und Zoomen sowie Textvergrößerung ist ja eine der Kern-Anforderungen der Barrierefreiheit. In der WCAG 2.1 ist die Anforderung hinzugekommen, dass eine Webseite sowohl vertikal als auch horizontal verwendbar sein sollte.

Informationsarchitektur und Benutzerfreundlichkeit

Was oben geschildert wurde ist in gewisser Weise ein alter Hut: Google hat lediglich die Gewichtung verschoben, weil viele Websites strukturell sehr ähnlich geworden sind. Der letzte Schritt war die Umstellung der Gewichtung auf Mobile First, aber auch das ist schon einige Jahre her. Der nächste Schritt wird es sein, die Informations-Architektur und Benutzerfreundlichkeit auf Websites maschinell zu analysieren. Zwar gibt es menschliche Quality Rater, die Webseiten manuell überprüfen. Das sind jedoch relativ wenige Personen und Webseiten. In den frei zugänglichen Google Playbooks lässt sich nachlesen, wie Google sich das vorstellt. Wahrscheinlich ist, dass auch hier Faktoren wie semantische Segmentierung, Lesbarkeit, Verständlichkeit der Inhalte, saubere Strukturierung eine gute maschinelle Übersetzbarkeit und eine schlanke Website eine große Rolle spielen werden.
Meines Wissens sind Google und Co. nach wie vor nicht annähernd in der Lage, einen Text zu „verstehen“, wie ihn ein Mensch verstehen würde. Das heißt, man setzt nach wie vor auf Statistik und Rechenpower. Doch auch damit lässt sich schon einiges erreichen. Man muss kein Stilist sein, um zu erkennen, dass ein Satz mit acht Wörtern tendenziell verständlicher ist als ein Satz mit 30 Wörtern und fünf Satzzeichen. Ein Text, der mit Absätzen, Überschriften, Tabellen und Listen in HTML strukturiert ist dürfte eher von einem Profi stammen als ein Text, der aus nur visuell unterschiedlich formatierten Texten besteht.

Vertrauenswürdigkeit und Autorität

Als weiterer Faktor ist die Vertrauenswürdigkeit und Autorität einer Website zu gewichten. Das ist besonders wichtig für heikle Themen wie Gesundheit und Finanzen, die SEO-Szene spricht auch von YMYL – Your Money, Your Life. So ziemlich alle großen Algorithmen-Updates der letzten Jahre haben auf Seiten zum Thema Gesundheit durchgeschlagen, teils sprechen wir von Schwankungen um die 30 Prozent bei Sichtbarkeit und Besucherzahlen.
Mit aktuellen Mitteln lässt sich die Vertrauenswürdigkeit und Autorität einer Website nur schwer analysieren – zumindest heute. Man wird wohl primär auf etablierte Marken wie Amazon, Wikipedia, Mercedes und so weiter schauen. Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass Google die Webseiten öffentlicher Stellen zu einem Thema stärker gewichtet als Webseiten von Unternehmen oder NGOs. Nachlesen lässt sich das Ganze in den Quality Rater Guidelines von Google.
Die Vertrauenswürdigkeit ist ein weicher Faktor der Barrierefreiheit, wie ich es in meinem Buch genannt habe. Insbesondere Internet-Newbies drohen, auf betrügerische Websites hereinzufallen. Insofern wirkt sich auch indirekt positiv auf die Barrierefreiheit aus, dass fragwürdige oder betrügerische Websites geringer gewichtet werden bzw. aus dem Index fliegen. Bedauerlich ist das für kleinere Webportale, sie haben weniger Power, um eine Marke und die entsprechende Bekanntheit aufzubauen. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich Googles Analysefähigkeiten bzgl. Informationsarchitektur, Usability, Vertrauenswürdigkeit und Autorität entwickeln werden. Und wie sich das Ganze auf die SEO-Szene und am Ende auf die Qualität der Website auswirken wird.

Geräte-unabhängige Eingaben

Google zwingt die Webmaster immer stärker, ihre mobilen Seiten zu optimieren. Wer die Search Console benutzt, bekommt häufiger Hinweise auf schlechte Usability, es wird etwa gesagt, dass Buttons zu klein oder zu eng nebeneinander sind.
Auch hier liegt die Verbindung zur Barrierefreiheit nahe. Eine Website soll unabhängig von einem bestimmten Eingabegerät sein: Es soll keine Rolle spielen, ob eine Website per Maus, Tastatur oder Touch gesteuert wird. Wer seine Website auf Maus-Klicks optimiert hat, wird früher oder später Probleme mit Smartphone-Usern bekommen.

Untertitel machen Videos zugänglich

Eine Herausforderung für Suchmaschinen sind Videos. Zwar hat die automatische Spracherkennung große Fortschritte gemacht. Doch optimal ist sie bei weitem nicht. Wer jedoch geschlossene Untertitel einsetzt, verschriftlicht das Gesagte und sorgt so dafür, dass Videos durch Suchmaschinen leichter gewichtet werden können. Es wäre einmal interessant zu untersuchen, ob Videos mit ähnlichem Inhalt bei YouTube besser ranken, wenn sie Untertitel enthalten.

Könnte Barrierefreiheit ein SEO-Faktor werden?

Einige Elemente der Barrierefreiheit tragen zur SEO bei. Barrierefreiheit an sich ist aber noch kein Faktor für die Gewichtung einer Website.
Der Gedanke ist allerdings nicht so abwegig: Der Sprung zwischen Usability, Informationsarchitektur und Barrierefreiheit ist nicht so groß.
Da es außerdem im Heimatland von Google strengere Regeln zur Barrierefreiheit gibt, könnte Google aus Prestige-Gründen – Prestige für sich selbst versteht sich – barrierefreie Webseiten höher ranken. Es gibt neben den oben erwähnten einige weitere Faktoren wie das Vorhanden-Sein einer Barrierefreiheits-Erklärung, Gebärdensprach-Videos, Texte in Leichter Sprache und noch einige mehr, die sich algorithmisch leicht ermitteln und gewichten lassen.

Fazit

Dieser Artikel ist durchaus nicht als Lobhudelei auf Google gemeint. Die Macht dieses Privat-Unternehmens ist so groß, dass alle Website-Betreiber, die von Traffic abhängig sind, sich dessen Regeln unterwerfen müssen. Google kann also das Web nach seinen Vorstellungen umbauen. Zudem beinhaltet Googles Logik die Benachteiligung kleiner Website-Betreiber gegenüber großen Marken. Google und YouTube spielen auch eine unrühmliche Rolle bei der Verbreitung von Hass, Hetze, Mobbing und Verschwörungstheorien. Das Thema Datenschutz möchte ich gar nicht erst aufmachen. Dennoch kann man nicht leugnen, dass Googles Vorstellungen einer guten Website positiv zur Web-Barrierefreiheit beitragen können.