Barrierefreiheit von Facebook

Cover: Behinderung und Web 2.0Facebook ist zweifellos die größte Social-Media-Plattform der Welt. Auch wenn Facebook heute noch viele Barrieren hat, sind auch zahlreiche behinderte Menschen vertreten. Ganz nebenbei dürfte sich Facebook zur größten aktiven Online-Selbsthilfeplattform für Behinderte entwickelt haben und damit alte Hasen wie MyHandicap, Rehakids und Co. aus dem Feld geworfen haben.
Viele Blinde benutzen die mobile Website. Es gibt außerdem diverse Apps für unterschiedliche Plattformen. Die Desktop-Variante scheint kaum jemand noch ernsthaft zu verwenden, zumal sie weder von der Barrierefreiheit noch von der Usability oder ästhetisch wirklich überzeugen kann.

Bilder

Seit dem Jahr 2016 bietet Facebook automatische Bildbeschreibungen an. Sie sind teilweise recht präzise. Beispiele für automatisch generierte Bilder sind: „1 Person lächelt, Nahaufnahme“ oder „Bild zeigt eins Person Natur“. Das ist natürlich nicht schlecht, aber kein Ersatz für eine gute Beschreibung.
Ihr könnt den automatisch generierten Alternativtext von Facebook bearbeiten oder überschreiben. Ladet dazu zunächst das Foto hoch, wählt „Bearbeiten“ und wählt auf der linken Seite Alternativtext. Jetzt wird euch der automatisch generierte Alternativtext angezeigt. Wählt Bearbeiten und gebt euren eigenen Alternativtext ein.
In keinem Fall sollten Inhalte gepostet werden, ohne dass sie einen Begleittext haben.

Videos

Für Videos können Untertitel eingefügt werden. Das ist auch sinnvoll, da Videos häufig ohne Sound abgespielt werden. So können Videos genossen werden, ohne dass der Sound andere Personen stört.
Untertitel können mit Facebook-eigenen Funktionen automatisch hinzugefügt werden. Aktuell gibt es dieses Feature zwar in Deutschland. Jedoch können die automatischen Untertitel nur für Englisch erzeugt werden. Dennoch können Sie die Funktion verwenden. Facebook erkennt automatisch, an welchen Stellen gesprochen wird. Die Zeitstempel werden eingefügt, den Text können Sie einfach im Editor nacharbeiten. Damit sparen Sie ein wenig Arbeit.
Derzeit unterstützt Facebook nicht das Ein- und Abschalten von Audiodeskriptionen. Sind diese vorgesehen, können Sie per Link auf dieses Video verweisen.

Links

Die Plattform bietet sich auch dafür an, Links zu teilen. Facebook lädt dazu ein, den Link kommentarlos einzutragen, da sich die Plattform automatisch ein Snippet und ein Bild von der Website holt. Das klappt aber nicht immer. Deswegen ist es empfehlenswert, immer anzugeben

  • Wer der Websitebetreiber ist
  • Welche Info der Klicker dort findet
  • welches Format es ist, wenn es keine normale Webseite, sondern ein Video, PDF oder etwas anderes ist

Sticker und Emojis

Die Sticker sind aktuell nicht zugänglich. Sie werden von den Screenreadern ignoriert.
Die Emojis sind nur dann zugänglich, wenn der Screenreader sie erkennt. Auf dem iPhone zum Beispiel werden ausführliche Beschreibungen vorgelesen, die im Betriebssystem hinterlegt wurden. Die Kombination Windows + NVDA ignoriert die Emojis allerdings. Von deren exzessiven Einsatz würde ich nicht nur deshalb abraten.

Farbige Postings

Die Postings mit farbigen Hintergründen sind bei einigen Nutzern beliebt. Dochsind sie der Barrierefreiheit nicht zuträglich:

  • Sie verschlechtern die Lesbarkeit für Sehbehinderte.
  • Sie irritieren Menschen mit Aufmerksamkeits- und Filterstörungen wie Autisten oder ADHS-ler.
  • Bei bestimmten chronischen Erkrankungen können die Farben Kopfschmerzen begünstigen.

Bunte Postings sind daher nicht sinnvoll und sollten unterlassen werden. Das Gleiche gilt natürlich für bunte Bilder mit Text, die sind aber ohnehin nicht barrierefrei.

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Offizielle Infos von Facebook

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Wenn Du es nicht machst, macht es keiner