Pocketbook für Sehbehinderte

Pocketbook bietet aktuell die besten eBook-Reader für Sehbehinderte. Grund dafür sind die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten zur Schriftanpassung, die breite Formatunterstützung und insbesondere die gute PDF-Unterstützung.
PDF ist ein Thema, das von vielen eBook-Readern vernachlässigt wird, obwohl es zahllose Dokumente in diesem Format gibt.

Schriftanpassung

Standardmäßig bringt der Pocketbook zwei Leseprogramme mit: Den Adobe Viewer und den FBReader. Der Adobe-Viewer ist unbrauchbar wie so viele Programme von Adobe. Er bietet lediglich eine einfache Vergrößerung an, aber keine Anpassung des Schriftbildes.Leider unterstützt der FBReader kein DRM.
Alle eBooks sollten mit dem FBReader geöffnet werden. Ist ein Buch einmal mit diesem Programm geöffnet worden, prägt sich das Gerät das ein und öffnet für dieses Buch standardmäßig den FBReader. Der Reader wird aus dem Kontext-Menü gewählt, dazu drücken wir die Öffnen-Taste und halten sie mehrere Sekunden gedrückt, bis das Kontextmenü geöffnet wird. Unter „Öffnen mit“ wählen wir dann den FBReader aus.
Ist das Buch einmal geöffnet, können wir im Schriftbild unsere bevorzugten Einstellungen machen. Wir können dort die Schrift unserer Wahl einstellen, den Schriftschnitt (kursiv, fett und so weiter) sowie die Schriftgröße. Weitere Faktoren sind der Zeilenabstand sowie der Randabstand.

PDF

Bei PDF sieht das Menü ein wenig anders aus und leider sind die Einstellungsmöglichkeiten hier begrenzt. Wählt das Schriftmenü, unter „Reflow“ könnt ihr verschiedene Schrifgrößen einstellen, wobei der Text automatisch umbricht. 500 Prozent ist der größte Vergrößerungsgrad. Reicht euch das nicht aus, konvertiert die Dokumente mithilfe von Calibre in ePub, achtet dabei darauf, überflüssige Leerzeilen zu löschen und möglichst die Bilder zu verkleinern, um die Ladezeit zu verringern.

Schriften kopieren

Der Pocketbook bietet standardmäßig nur wenige Schriftarten an. Wollen wir unsere eigene Lieblingsschrift verwenden, ist das sehr einfach zu erreichen. Ihr braucht die Schrift als Datei im TTF-Format. Schaut z.B. auf eurem Computer unter C:\WINDOWS\Fonts, dort findet ihr zahlreiche Schriftarten, die ihr einfach aus dem Ordner rauskopieren könnt.
Um die Schrift rüberzukopieren, schließt euer Gerät an den Computer an, wähl dort unter System den Ordner Fonts und kopiert dort eure Schrift rein. Wenn ihr wollt, könnt ihr die Schriften löschen, die ihr nicht braucht, das erhöht die Übersichtlichkeit.

Weitere Einstellungen

Leider gibt es nur wenige Möglichkeiten, die Schrift im System selbst zu ändern. Es ist von Vorteil, das Gerät in das Querformat umzustellen, damit wird die Schrift ein wenig größer.

Vorlesen

Der Pocketbook bietet mittlerweile als einziger Mainstream-Hersteller eine Vorlesefunktion an. Diese finden wir im Buch-Menü unter „Stimme“. Für den Zweck ist es sinnvoll, die Schrift zu verkleinern, da die Stimme bei jedem Blättervorgang pausiert und so bei großer Schrift längere Lesepausen entstehen. Falls ihr die Möglichkeit hab, solltet ihr die Bücher mit Calibre oder einem ähnlichen Tool vorbehandeln, um die Lesequalität zu verbessern. Dazu gehört zum Beispiel die Entfernung überflüssiger Absätze, welche die Vorlesequalität verschlechtern. Die Silbentrennung sollte aus dem gleichen Grund abgeschaltet werden.
Im Konfigurationsmenü lassen sich Vorlesegeschwindigkeit, Vorlesesprache sowie die Stimme auswählen. Neben den standardmäßig installierten Stimmen für die verschiedenen Sprachen bietet Pocketbook auf seiner Website weitere Sprachen zum kostenlosen Download. So gibt es in der Regelt die Wahl zwischen einer männlichen und weiblichen Stimme für jede Sprache.
Falls Pocketbook komische Zeichen vorliest kann es sein, dass eine falsche Zeichenkodierung gewählt wurde. In diesem Fall geht in das Menü zur Schriftanpassung, in der Regel dürfte UTF 8 die beste Zeichenkodierung vor allem für englische Dokumente sein.

Wenn Du es nicht machst, macht es keiner